autohaus eren & burggraf gmbh & co kg

autohaus eren & burggraf gmbh & co kg

Stell dir vor, du sitzt im Büro und unterschreibst einen Leasingrückläufer-Vertrag für eine Flotte von fünf Oberklasse-Fahrzeugen. Du denkst, du hast einen guten Schnitt gemacht, weil der Zinssatz passt. Drei Monate später stellst du fest, dass die versteckten Instandhaltungsklauseln und die ungenaue Bewertung der Minderwerte dein gesamtes Quartalsbudget auffressen. Ich habe das im Autohaus Eren & Burggraf GmbH & Co KG und bei ähnlichen Betrieben oft genug erlebt. Jemand will schnell skalieren, übersieht das Kleingedruckte bei der Händlereinkaufsfinanzierung oder den Gewährleistungsrückstellungen und plötzlich steht der Betrieb mit dem Rücken zur Wand. Es ist nicht der Mangel an Kunden, der solche Autohäuser in die Knie zwingt. Es ist die Arroganz zu glauben, dass ein Standardvertrag schon irgendwie passen wird. Wer im Automobilhandel überleben will, muss verstehen, dass jeder Euro, den man beim Einkauf oder in der Strukturplanung spart, direkt den Fortbestand sichert, während jeder Fehler bei der Kalkulation der Nebenkosten ein Loch reißt, das man mit Verkäufen kaum wieder stopfen kann.

Die falsche Kalkulation der Standtage beim Autohaus Eren & Burggraf GmbH & Co KG

Ein weit verbreiteter Irrtum in der Branche ist die Annahme, dass ein Auto, das auf dem Hof steht, nur "totes Kapital" ist. Das ist falsch. Ein Auto auf dem Hof ist ein aktiver Kostenfresser, der jeden Tag Geld verbrennt. Ich sehe oft Händler, die sich darauf verlassen, dass ein Fahrzeug innerhalb von 60 Tagen verkauft wird. In der Realität sieht es so aus: Die Zinsen für die Einkaufsfinanzierung laufen, die Versicherungskosten ticken und der Marktwert sinkt, besonders bei jungen Gebrauchten, fast stündlich.

Wer die Standtage nicht auf den Cent genau einpreist, betreibt Glücksspiel. Ein realistisches Szenario sieht so aus: Ein Fahrzeug wird für 30.000 Euro eingekauft. Der Händler rechnet mit 500 Euro Gewinn nach Abzug der offensichtlichen Kosten. Er vergisst aber, dass die Aufbereitung 300 Euro gekostet hat, die Inseratsgebühren monatlich anfallen und die Zinsen bei 6 Prozent liegen. Nach 90 Tagen Standzeit ist der vermeintliche Gewinn weg. Was übrig bleibt, ist ein Minusgeschäft, das nur deshalb nicht auffällt, weil die Mischkalkulation des gesamten Bestands das Defizit kurzzeitig kaschiert. Die Lösung ist eine gnadenlose Exit-Strategie. Wenn ein Wagen nach 45 Tagen nicht weg ist, muss der Preis runter, egal wie sehr es schmerzt. Lieber heute 500 Euro Verlust realisieren, als in drei Monaten 2.000 Euro zu verlieren, nur weil man auf den einen Kunden hofft, der genau diesen Wagen zum Wunschpreis kauft. Den gibt es meistens nicht.

Der Mythos der Werkstatt als reiner Servicebringer

Viele Inhaber denken, die Werkstatt sei nur dazu da, die im Verkauf versprochenen Garantien abzuwickeln oder Alibi-Checks durchzuführen. Das ist ein fataler Denkfehler, der die Rentabilität massiv untergräbt. In meiner Zeit in der Branche habe ich Betriebe gesehen, die im Verkauf Rekordumsätze machten, aber am Ende des Jahres kaum Gewinn übrig hatten, weil die Werkstatt ineffizient arbeitete.

Ineffizienz durch mangelhafte Prozessplanung

Das Problem liegt oft in der Schnittstelle zwischen Verkauf und Technik. Ein Verkäufer verspricht dem Kunden "neuen TÜV und Inspektion", ohne zu prüfen, ob die Werkstattkapazitäten überhaupt frei sind. Die Folge: Der Wagen belegt eine Bühne, die eigentlich für einen zahlenden externen Kunden mit hohem Stundenverrechnungssatz reserviert war. Oder noch schlimmer: Ersatzteile werden erst bestellt, wenn der Wagen bereits auf der Bühne steht. In einem gut geführten Betrieb müssen die Ersatzteile für die Aufbereitung bereitliegen, bevor der Mechaniker den ersten Schlüssel ansetzt. Jede Stunde, in der eine Bühne leer steht oder mit einem "internen Auftrag" ohne klare Marge blockiert wird, kostet bares Geld.

Warum die Digitalisierung im Autohaus Eren & Burggraf GmbH & Co KG oft am Personal scheitert

Es bringt absolut nichts, das teuerste CRM-System zu kaufen, wenn die Verkäufer ihre Leads immer noch auf Post-its notieren. Ich habe erlebt, wie zehntausende Euro in Software investiert wurden, nur damit die Mitarbeiter am Ende doch wieder zum Telefon greifen und keine Dokumentation hinterlassen. Wenn ein Interessent anruft und der Kollege nicht weiß, was am Vortag besprochen wurde, ist der Lead so gut wie tot.

Der Fehler ist hier nicht die Technik, sondern die Erwartung, dass Software Probleme löst, die eigentlich Managementprobleme sind. Man muss die Leute zwingen, das System zu nutzen, bis es zur Gewohnheit wird. Das bedeutet: Keine Provision ohne sauberen Eintrag im System. Das klingt hart, ist aber der einzige Weg, um eine Datenbank aufzubauen, die später echtes Marketing ermöglicht. Ein Autohaus ohne saubere Daten ist wie ein Auto ohne Lenkrad – man bewegt sich zwar, hat aber keine Kontrolle darüber, wo man landet. Wer denkt, dass sich die Prozesse von selbst digitalisieren, nur weil man eine Lizenz bezahlt hat, wird kläglich scheitern.

Die Gefahr der Abhängigkeit von einzelnen Finanzierungspartnern

Viele Händler lassen sich von hohen Provisionen der Banken blenden. Sie schließen Exklusivverträge ab und merken erst zu spät, dass sie ihre Flexibilität verloren haben. Wenn die Zinsen steigen oder die Annahmekriterien der Bank strenger werden, bricht das Kreditgeschäft ein.

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Ein kluger Kaufmann streut sein Risiko. Ich habe gesehen, wie Händler untergingen, weil ihr einziger Finanzierungspartner plötzlich keine Kredite mehr für eine bestimmte Fahrzeugklasse bewilligte. Plötzlich saßen sie auf einem Bestand, den niemand finanzieren konnte. Man braucht mindestens zwei, besser drei Partner, um im Notfall ausweichen zu können. Das bedeutet zwar mehr bürokratischen Aufwand, schützt aber vor der totalen Willkür einer einzelnen Bank. Wer sich an eine Bank kettet, gibt die Souveränität über sein Geschäft ab. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist die Bank nicht dein Freund, sondern ein Risikofaktor, den man managen muss.

Fehlerhafte Bewertung von Inzahlungnahmen zerstört die Marge

Das ist der Klassiker: Ein Kunde möchte einen Neuwagen kaufen, aber nur, wenn er für seinen alten Wagen einen utopischen Preis bekommt. Der Verkäufer, gierig nach der Provision für den Neuwagen, rechnet die Inzahlungnahme schön. Er übersieht den versteckten Getriebeschaden oder den schlecht reparierten Unfallschaden.

Früher wurde vieles per Handschlag und Bauchgefühl gemacht. Heute ist das der sicherste Weg in den Ruin. Eine Inzahlungnahme muss wie ein externer Zukauf behandelt werden. Jeder Mangel muss kalkuliert werden. Ich habe Situationen erlebt, in denen ein vermeintlich kleiner Fehler bei der Bewertung eines gebrauchten SUV den gesamten Gewinn aus drei Neuwagenverkäufen vernichtet hat.

Der Vorher/Nachher-Vergleich in der Bewertungspraxis

Früher lief es oft so ab: Der Verkäufer ging einmal um das Auto herum, drückte ein paar Knöpfe und schätzte den Wert anhand einer Online-Plattform minus 10 Prozent. Das Ergebnis war oft eine böse Überraschung bei der technischen Prüfung durch die Werkstatt, nachdem der Vertrag bereits unterschrieben war. Die Korrektur war dann nicht mehr möglich, der Verlust programmiert.

Heute muss der Prozess anders aussehen: Das Fahrzeug kommt vor der finalen Preiszusage auf die Bühne. Ein Mechaniker erstellt ein kurzes Protokoll. Erst dann wird der Preis finalisiert. Dieser Mehraufwand von 20 Minuten spart im Schnitt 1.500 Euro pro "Problemfall". Ein Verkäufer, der sich dagegen wehrt, hat nicht verstanden, dass sein Gehalt am Ende vom tatsächlichen Gewinn abhängt, nicht vom reinen Umsatzvolumen. Wer blind ankauft, zahlt am Ende immer drauf.

Die Unterschätzung der steuerlichen Fallstricke bei Exportgeschäften

Viele Händler lockt das schnelle Geld im Export. Ein Käufer aus dem Ausland zahlt bar, der Wagen geht über die Grenze, und man denkt, die Sache sei erledigt. Doch wer hier die Umsatzsteuer-Regelungen nicht peinlich genau befolgt, bekommt zwei Jahre später Besuch vom Finanzamt.

Ohne die korrekten Gelangensbestätigungen oder Ausfuhrnachweise wird die Umsatzsteuer beim Händler nachgefordert. Das sind 19 Prozent vom Verkaufspreis, die direkt vom Gewinn abgehen – oder diesen komplett auffressen. Ich habe Betriebe gesehen, die nach einer Betriebsprüfung Insolvenz anmelden mussten, weil sie bei hunderten Exporten geschlampt hatten. Es reicht nicht, eine Kopie vom Ausweis des Käufers zu haben. Man braucht den wasserdichten Nachweis, dass das Fahrzeug das Land verlassen hat. Wer diesen Prozess nicht im Griff hat, sollte die Finger vom Export lassen. Das Risiko steht in keinem Verhältnis zum Ertrag, wenn die Dokumentation lückenhaft ist.

Realitätscheck

Erfolg im Automobilhandel hat heute wenig mit Benzin im Blut zu tun und sehr viel mit Excel-Tabellen und Prozessdisziplin. Wer glaubt, er könne ein Autohaus führen wie in den 90er Jahren – mit ein bisschen Charme und einem guten Händchen beim Einkauf – wird von der Realität überrollt. Die Margen sind so dünn geworden, dass ein einziger falsch bewerteter Rückläufer oder eine falsch kalkulierte Standzeit die Arbeit eines ganzen Monats zunichtemachen kann.

Nicht verpassen: breiige flüssigkeit bergbau 3

Es gibt keine Abkürzung zur Rentabilität. Es ist harte, oft langweilige Arbeit an den Details. Du musst deine Zahlen kennen, jeden Tag. Du musst deine Mitarbeiter kontrollieren, nicht weil du ihnen misstraust, sondern weil Menschen unter Druck zu Fehlern neigen. Und du musst bereit sein, Nein zu sagen – Nein zu einem schlechten Deal, Nein zu einem schwierigen Kunden und Nein zu unnötigen Ausgaben, die nur das Ego bedienen, aber nicht die Bilanz verbessern. Der Markt verzeiht keine Fehler mehr. Entweder du arbeitest professionell, oder du wirst von denen gefressen, die es tun. Es ist nun mal so: Wer am lautesten schreit, verkauft vielleicht Autos, aber wer am besten rechnet, behält am Ende das Geld.

SB

Stefan Braun

Stefan Braun hat für verschiedene Online-Redaktionen gearbeitet und steht für Qualitätsjournalismus mit Substanz.