Paramount Pictures finalisierte die personelle Planung für die Fortsetzung der Axel-Foley-Reihe unter der Regie von John Landis im Jahr 1993. Die Besetzung von Beverly Hills Cop III markierte eine deutliche Abkehr von den vorangegangenen Teilen, da wichtige Stammschauspieler der Serie nicht für das Projekt zurückkehrten. Laut Produktionsnotizen von Paramount lag der Fokus der Auswahl auf einer Mischung aus etablierten Komödianten und Charakterdarstellern, um den Schauplatz eines fiktiven Vergnügungsparks in Los Angeles zu füllen.
Eddie Murphy übernahm erneut die Hauptrolle des Detroits Polizisten Axel Foley, was seine dritte Verkörperung dieser Figur darstellte. Die Entscheidung für die personelle Zusammenstellung erfolgte unter dem Druck, den kommerziellen Erfolg des Vorgängers aus dem Jahr 1987 zu wiederholen. Damals spielte der zweite Teil laut Daten von Box Office Mojo weltweit über 270 Millionen US-Dollar ein.
Die strukturellen Veränderungen der Besetzung von Beverly Hills Cop III
Die Abwesenheit der Schauspieler John Ashton und Ronny Cox erforderte eine Neuausrichtung des Ensembles für den dritten Film. Produzent Mace Neufeld erklärte in einem zeitgenössischen Interview mit der Los Angeles Times, dass die Abwesenheit der Charaktere Taggart und Bogomil durch neue Partner für Murphy kompensiert werden sollte. Hector Elizondo trat dem Team als Detektiv Jon Flint bei, während Timothy Carhart die Rolle des Antagonisten Ellis DeWald übernahm.
Richter Reinhold blieb als einzige Konstante neben Murphy im Team der Ermittler erhalten, wobei seine Figur Billy Rosewood eine Beförderung zum Sergeant erhielt. Diese personelle Entscheidung sollte laut internen Berichten von Paramount eine Brücke zu den ersten beiden Filmen schlagen, während man gleichzeitig versuchte, die Dynamik zwischen den Charakteren zu modernisieren. Die Dreharbeiten fanden primär in den Paramount Studios und im Freizeitpark Great America in Santa Clara statt.
Besetzung von Beverly Hills Cop III und die Rolle der Cameo-Auftritte
Ein besonderes Merkmal der Produktion war die Integration zahlreicher bekannter Regisseure in kleinen Gastrollen. John Landis nutzte seine Kontakte in der Branche, um Persönlichkeiten wie George Lucas, Martha Coolidge und Joe Dante vor die Kamera zu holen. Diese Kurzauftritte dienten laut Produktionsberichten dazu, die Atmosphäre des fiktiven „Wonder World“ Parks mit brancheninternen Referenzen anzureichern.
Bronson Pinchot kehrte zudem in seiner Rolle als Serge zurück, die er bereits im ersten Teil verkörpert hatte. Seine Rückkehr wurde von Kritikern als Versuch gewertet, den humoristischen Ton des Originals wieder einzufangen, der im zweiten Teil unter Tony Scott einer eher actionorientierten Ästhetik gewichen war. Die Gehaltsverhandlungen für diese Nebenrollen nahmen laut Berichten des Hollywood Reporter einen erheblichen Teil des Budgets von geschätzten 50 Millionen US-Dollar ein.
Finanzielle Herausforderungen und Budgetüberschreitungen
Die Produktion sah sich mit erheblichen Kostensteigerungen konfrontiert, die das ursprüngliche Budget weit überschritten. Laut einer Analyse der New York Times stiegen die Kosten während der Dreharbeiten auf rund 70 Millionen US-Dollar an. Dies lag unter anderem an den aufwendigen Stunts und der Miete des Freizeitparks, die den Zeitplan der Dreharbeiten strapazierten.
Das Studio forderte aufgrund der hohen Kosten eine Straffung der Besetzung in den finalen Phasen der Postproduktion. Szenen mit teuren Statisten wurden gekürzt, um die Ausgaben für visuelle Effekte zu decken. Trotz dieser Einsparungen blieb der Film eines der teuersten Projekte für Paramount in diesem Geschäftsjahr.
Kritische Rezeption und personelle Kritik
Nach der Veröffentlichung im Mai 1994 stieß der Film bei der Fachpresse auf ein geteiltes Echo. Roger Ebert bemängelte in seiner Rezension, dass die Interaktion zwischen den Schauspielern nicht die Energie der Vorgänger erreichte. Er kritisierte insbesondere, dass das Drehbuch von Steven E. de Souza den Darstellern wenig Raum für die gewohnte Improvisation bot, die die Serie bekannt gemacht hatte.
Einige Darsteller äußerten sich später distanziert über das fertige Werk. Eddie Murphy bezeichnete den Film Jahre später in einer Folge von „Inside the Actors Studio“ als den schwächsten Teil der Reihe. Er begründete dies mit dem Verlust des „R-Rated“-Gefühls, da das Studio eine familienfreundlichere Einstufung anstrebte, um die Einnahmen im Freizeitpark-Setting zu maximieren.
Der Einfluss des Regiewechsels auf die Darsteller
John Landis brachte einen anderen visuellen Stil ein als seine Vorgänger Martin Brest und Tony Scott. Die Schauspieler mussten sich an einen eher slapstickartigen Humor anpassen, der typisch für Landis' frühere Werke wie „Blues Brothers“ war. Dies führte laut Set-Berichten zu Diskussionen über die Tonalität der Szenen, insbesondere bei den Action-Sequenzen.
Die Zusammenarbeit zwischen Landis und Murphy war bereits durch ihre gemeinsame Arbeit an „Trading Places“ und „Coming to America“ erprobt. Dennoch berichteten Branchenmagazine wie Variety von Spannungen am Set, da Murphy eine ernsthaftere Darstellung seiner Figur anstrebte. Dieser interne Konflikt spiegelte sich laut Kritikern in der inkonsistenten Leistung des Ensembles wider.
Langzeitfolgen für das Franchise
Der kommerzielle Misserfolg des dritten Teils führte dazu, dass Pläne für eine unmittelbare Fortsetzung für Jahrzehnte auf Eis gelegt wurden. Das Einspielergebnis in den USA belief sich auf lediglich 42 Millionen US-Dollar, was deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Die Marke Beverly Hills Cop verlor durch die negative Aufnahme des dritten Films massiv an Zugkraft auf dem internationalen Markt.
Erst durch die Partnerschaft zwischen Netflix und Paramount im Jahr 2019 kam wieder Bewegung in die Entwicklung eines vierten Teils. Die Produzenten Jerry Bruckheimer und Eddie Murphy betonten bei der Ankündigung des neuen Projekts, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen wolle. Ziel war es, die ursprüngliche Chemie der Charaktere wiederherzustellen, die in den 1990er Jahren verloren gegangen war.
Die Rückkehr zum Ursprung im nächsten Kapitel
Für die aktuelle Fortsetzung „Beverly Hills Cop: Axel F“ wurden gezielt Darsteller aus den ersten beiden Filmen verpflichtet, um die Kontinuität zu wahren. Mark Molloy übernahm die Regie für dieses Projekt, das exklusiv auf der Streaming-Plattform Netflix veröffentlicht wurde. Die offizielle Ankündigung des Castings durch Netflix bestätigte die Rückkehr von John Ashton als John Taggart.
Branchenanalysten beobachten nun genau, ob die Rückbesinnung auf das ursprüngliche Team die Fangemeinde mobilisieren kann. Die Produktionskosten für den neuesten Teil werden auf über 150 Millionen US-Dollar geschätzt, was das Vertrauen des Streamers in die Marke unterstreicht. Es bleibt abzuwarten, ob die neuen Ergänzungen des Ensembles, darunter Joseph Gordon-Levitt und Kevin Bacon, die Lücke schließen können, die das Franchise über 30 Jahre lang hinterlassen hat.