besetzung von kommissar dupin bretonisches gold

besetzung von kommissar dupin bretonisches gold

Manche behaupten, Krimis seien das moderne Lagerfeuer der Nation. Wenn das stimmt, dann ist die Verfilmung der Romane von Jean-Luc Bannalec das gemütlichste, am besten ausgeleuchtete Feuer, das die ARD je entzündet hat. Doch wer glaubt, dass der Erfolg dieser Reihe allein auf der rauen Schönheit der Bretagne oder der kauzigen Art des Ermittlers fußt, irrt gewaltig. Die Wahrheit ist viel unbequemer. Es geht hier nicht um authentisches französisches Lebensgefühl, sondern um eine perfekt inszenierte deutsche Projektionsfläche. Ein Blick auf die Besetzung Von Kommissar Dupin Bretonisches Gold verrät mehr über die deutsche Psyche als über die Salzfelder von Guérande. Wir sehen deutschen Schauspielern dabei zu, wie sie so tun, als wären sie Franzosen, während sie in einer Landschaft agieren, die für das Publikum zum Sehnsuchtsort stilisiert wurde. Das ist kein kultureller Austausch. Das ist eine Form von medialem Kolonialismus, der sich als Reiselust tarnt.

Die Besetzung Von Kommissar Dupin Bretonisches Gold und das Paradox der Authentizität

Es ist eine faszinierende Entscheidung der Produzenten, eine Geschichte, die so tief in der bretonischen Erde verwurzelt ist, mit einem rein deutschsprachigen Ensemble zu besetzen. Pasquale Aleardi, ein Schweizer mit italienisch-griechischen Wurzeln, spielt Georges Dupin. Er macht das brillant. Er verkörpert diesen melancholischen, kaffeesüchtigen Pinguin aus Paris mit einer Präzision, die fast vergessen lässt, dass kein echter Bretone im Film so spricht wie er. In der Besetzung Von Kommissar Dupin Bretonisches Gold wird dieses Spiel auf die Spitze getrieben. Wir begegnen Charakteren, die Namen wie Lilou Breval oder Solenn tragen, aber deren gesamte emotionale Grammatik dem deutschen Abendprogramm entspringt.

Das Spiel mit der fremden Identität

Warum funktioniert das so gut? Weil das deutsche Publikum keine echte Bretagne will. Die echte Bretagne ist oft grau, der Wind schneidet durch die Kleidung, und die Menschen dort haben eine Verschlossenheit, die sich nicht in neunzig Minuten Primetime-Unterhaltung auflösen lässt. Die Besetzung der Rollen dient als Filter. Sie übersetzt das Fremde in das Bekannte. Wenn wir Jan Georg Schütte als Inspektor Kadereit sehen, dann erkennen wir einen Archetypen des deutschen Fernsehens wieder. Die Reibung, die eigentlich zwischen einem Pariser Exilanten und den Einheimischen entstehen müsste, wird durch die gemeinsame Sprachbasis der Schauspieler nivelliert. Das sorgt für ein wohliges Gefühl der Sicherheit. Man weiß, dass am Ende alles aufgeklärt wird, und man weiß vor allem, dass man alles versteht, ohne sich anstrengen zu müssen.

Der Mythos der regionalen Verwurzelung

Oft wird argumentiert, dass die Krimireihe die Region erst für den Tourismus erschlossen hat. Das mag statistisch stimmen. Die Hotels in Concarneau und Umgebung sind zur Hauptsaison voll mit deutschen Gästen, die das legendäre Entrecôte suchen, das Dupin so gerne verspeist. Aber diese touristische Begeisterung ist oberflächlich. Sie speist sich aus einem Bild, das die Filme mühsam konstruieren. In der Episode um das weiße Gold der Bretagne, das Fleur de Sel, wird die Landschaft zum eigentlichen Star erhoben. Doch diese Landschaft ist in der filmischen Umsetzung fast schon steril. Die Sonne scheint auffällig oft für eine Region, die für ihren Regen bekannt ist. Die Salzgärten wirken wie eine Theaterkulisse, vor der sich das Drama entfaltet.

Die Konstruktion einer Ersatzheimat

Man muss sich fragen, was das über unser eigenes Verhältnis zur Heimat aussagt. In einer Welt, die immer komplexer und unübersichtlicher wird, flüchten wir uns in eine fiktive Bretagne, die von deutschen Gesichtern bevölkert wird. Das ist eine Form von Eskapismus, die fast schon psychologische Züge trägt. Wir vertrauen Dupin, weil er einer von uns ist, der vorgibt, woanders zu sein. Er ist der Stellvertreter des Zuschauers, der den Dreck unter den Nägeln der Salzbauern untersucht, während wir auf der Couch bleiben. Die Skepsis gegenüber dieser künstlichen Welt wird oft damit abgetan, dass es sich ja nur um Unterhaltung handelt. Aber Unterhaltung ist nie neutral. Sie prägt unser Bild von Europa. Wenn wir die Bretagne nur noch durch die Linse einer deutschen Produktion wahrnehmen, verlieren wir die Fähigkeit, das Echte vom Inszenierten zu unterscheiden.

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Warum die Besetzung Von Kommissar Dupin Bretonisches Gold trotz aller Kritik überzeugt

Skeptiker könnten nun einwenden, dass internationale Koproduktionen oder rein nationale Besetzungen in fremden Settings ein alter Hut sind. Denken wir an die US-amerikanischen Filme, die in Europa spielen und in denen alle Englisch mit einem vagen Akzent sprechen. Das stimmt natürlich. Aber der Fall Dupin liegt anders. Hier wird eine literarische Vorlage genutzt, die von einem Deutschen unter einem französischen Pseudonym geschrieben wurde. Es ist ein deutsches Produkt von der ersten Seite des Buches bis zur letzten Einstellung im Film. Die Besetzung Von Kommissar Dupin Bretonisches Gold ist deshalb so konsequent, weil sie das künstliche Konstrukt der Vorlage perfekt spiegelt.

Die handwerkliche Brillanz hinter der Fassade

Man darf die schauspielerische Leistung nicht schmälern. Die Chemie zwischen den Akteuren stimmt. Die Regie nutzt die Weite der Landschaft, um eine Ruhe zu erzeugen, die man im hektischen deutschen Krimialltag oft vermisst. Es ist eben kein Tatort, bei dem die gesellschaftliche Relevanz mit dem Vorschlaghammer geliefert wird. Es ist ein Kammerspiel unter freiem Himmel. Dass die Darsteller wie etwa Annika Kuhl oder David Bennent eine solche Gravitas in ihre Rollen bringen, zeigt, dass sie das Projekt ernst nehmen. Sie spielen nicht einfach nur Krimi, sie spielen eine Atmosphäre. Diese Atmosphäre ist es, die uns einfängt. Wir wollen glauben, dass diese Menschen dort leben, dass sie diese Konflikte austragen und dass das Salz in ihren Adern fließt.

Die Sehnsucht nach der einfachen Welt

Vielleicht liegt das Geheimnis des Erfolgs genau in dieser offensichtlichen Künstlichkeit. Wir wissen, dass wir belogen werden, und wir genießen es. Die Welt von Kommissar Dupin ist eine Welt, in der die Fronten klar sind. Es gibt das gute Handwerk, die Tradition der Salzgewinnung und den gierigen Kapitalismus, der diese Idylle bedroht. Dass dieses Märchen von deutschen Schauspielern erzählt wird, macht es für uns nur konsumierbarer. Es gibt keine Sprachbarrieren, keine kulturellen Missverständnisse, die nicht innerhalb der Handlung aufgelöst werden könnten.

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Ein Spiegelbild deutscher Sehnsüchte

Wir sehen in diesen Filmen nicht Frankreich. Wir sehen eine idealisierte Version von uns selbst, wie wir gerne wären: naturverbunden, genussfähig und mit einem scharfen Verstand gesegnet, der die Unordnung der Welt wieder gerade rückt. Die Schauspieler fungieren dabei als Avatare. Sie sind die Brücke zwischen der deutschen Wohnzimmerrealität und dem bretonischen Traum. Das ist keine kulturelle Aneignung im klassischen Sinne, sondern eher eine liebevolle, wenn auch naive Umdeutung eines fremden Raumes. Die Kritik daran ist berechtigt, aber sie prallt an der enormen Beliebtheit der Reihe ab. Die Menschen wollen diesen Dupin, genau so, wie er besetzt wurde.

Wer in den Salzgärten von Guérande nach der Wahrheit sucht, findet dort nur Wasser und Kristalle, aber nicht die Seele des Mannes, der im Fernsehen durch sie hindurchschreitet.

LZ

Lisa Zimmermann

Zwischen Tagesaktualität und Hintergrundanalyse bringt Lisa Zimmermann Struktur in komplexe Themenlagen.