besetzung von the virgin suicides

besetzung von the virgin suicides

Das Licht in Grosse Pointe, Michigan, besitzt eine ganz eigene, fast schon grausame Qualität. Es filtert durch die Blätter riesiger Ulmen, die im Sterben liegen, und legt sich wie ein weicher, honigfarbener Schleier über die gepflegten Rasenflächen der siebziger Jahre. Sofia Coppola stand damals, Ende der neunziger Jahre, vor der gewaltigen Aufgabe, Jeffrey Eugenides’ melancholischen Roman über fünf Schwestern, die sich nacheinander das Leben nehmen, in Bilder zu fassen. Sie suchte nach Gesichtern, die diese seltsame Mischung aus Unschuld und vorzeitigem Wissen verkörpern konnten, eine Gruppe junger Menschen, die in der Enge der Vorstadt gefangen waren. Die Wahl der Besetzung Von The Virgin Suicides war dabei weit mehr als ein bloßes Casting; es war die Grundsteinlegung für eine Ästhetik, die bis heute nachwirkt und die das Bild der weiblichen Adoleszenz im Kino nachhaltig prägte.

Kirsten Dunst war damals sechzehn Jahre alt. Sie war bereits ein bekannter Name, doch in der Rolle der Lux Lisbon verwandelte sie sich in etwas Transzendentes. Es gibt diesen einen Moment im Film, in dem sie auf dem Footballfeld liegt, die Haare im Gras ausgebreitet, und die Kamera sie von oben einfängt. Es ist ein Bild, das fast schon schmerzhaft schön ist und gleichzeitig eine tiefe Leere ausstrahlt. Dunst brachte eine Natürlichkeit mit, die den Kern der Geschichte traf: das Unbehagen unter einer perfekt glatten Oberfläche. Die jungen Frauen, die ihre Schwestern spielten – A.J. Cook, Hanna Hall, Leslie Hayman und Chelse Swain –, mussten als Einheit funktionieren, als ein vielköpfiges Wesen, das von den Nachbarsjungen aus der Ferne beobachtet und niemals wirklich verstanden wurde.

Diese Distanz war gewollt. Die Erzählstruktur des Films lehnt sich eng an die literarische Vorlage an, in der ein kollektives „Wir“ der Nachbarsjungen versucht, das Rätsel der Lisbon-Mädchen zu lösen. Die jungen Schauspieler, die diese Beobachter verkörperten, darunter Jonathan Tucker als Tim Weiner, mussten eine Mischung aus voyeuristischer Neugier und tiefer Empathie vermitteln. Sie sammelten weggeworfene Lippenstifte und alte Fotos wie Reliquien einer fernen Zivilisation. In der Zusammenarbeit am Set entstand eine Atmosphäre, die Coppola bewusst kontrollierte. Sie wollte keine lauten, dramatischen Ausbrüche, sondern eine gedämpfte, fast traumwandlerische Stimmung, die den drohenden Untergang der Familie Lisbon bereits im Keim trug.

Das Echo der Besetzung Von The Virgin Suicides in der Popkultur

Wenn man heute auf die Karrieren der Beteiligten blickt, erkennt man, wie präzise die Auswahl der Darsteller war. James Woods und Kathleen Turner als die Eltern der Mädchen lieferten eine Darstellung von repressiver Liebe, die beklemmender wirkte als jeder offene Konflikt. Turner, einst das ultimative Sexsymbol Hollywoods, spielte die Mutter mit einer strengen Kühle, die kaum Raum für Atem ließ. Woods wiederum gab dem Vater eine tragische Hilflosigkeit, die in der Szene gipfelte, in der er versucht, seine Töchter durch das Schenken eines neuen Plattenspielers zu retten, während das Haus bereits im Schimmel der Isolation versinkt. Es war ein Zusammenspiel von Generationen, das die kulturelle Kluft der siebziger Jahre spürbar machte, den Zusammenbruch des amerikanischen Traums in der Vorstadtidylle.

Besonders Josh Hartnett, der den Herzensbrecher Trip Fontaine spielte, wurde durch diesen Film über Nacht zur Ikone. Sein Auftritt, untermalt von den atmosphärischen Klängen der französischen Band Air, definierte das Ideal des mysteriösen, etwas gefährlichen Jungen neu. Doch Coppola interessierte sich weniger für sein Aussehen als für die Melancholie, die er ausstrahlte. Trip Fontaine ist im Film die einzige Brücke der Mädchen zur Außenwelt, und sein Scheitern – das Verlassen von Lux auf dem Footballfeld nach der Ballnacht – markiert den endgültigen Rückzug der Schwestern in ihre eigene, tödliche Welt. Die Entscheidung für Hartnett war ein Geniestreich, da er die Oberflächlichkeit jugendlicher Begierde mit einer fast greifbaren Traurigkeit unterlegte.

Die Architektur der Stille

Hinter den Kulissen arbeitete Sofia Coppola eng mit ihrem Kameramann Edward Lachman zusammen, um den Look des Films zu perfektionieren. Die visuelle Sprache musste das Gefühl der Darsteller widerspiegeln. Es ging darum, die Enge der Räume einzufangen, die vollgestopften Kinderzimmer, in denen die Zeit stillzustehen schien. Jedes Detail, von den verblichenen Tapeten bis hin zu den religiösen Devotionalien der Mutter, trug dazu bei, dass die Schauspieler in ihre Rollen eintauchen konnten. Die Besetzung Von The Virgin Suicides profitierte massiv von dieser Liebe zum Detail, die es den jungen Darstellerinnen ermöglichte, die Schwere ihrer Figuren zu tragen, ohne in Klischees zu verfallen.

Man spürte förmlich den Geruch von abgestandenem Parfüm und Desinfektionsmitteln, der durch das Haus der Lisbons wehte. Die Schauspielerinnen mussten lernen, mit sehr wenig Dialog eine enorme emotionale Tiefe zu erzeugen. Oft reichte ein Blick durch ein Fenstergitter oder ein kurzes Lächeln am Esstisch aus, um die verzweifelte Sehnsucht nach Freiheit zu zeigen. Diese Reduktion auf das Wesentliche forderte vor allem von den jüngeren Besetzungsmitgliedern eine Disziplin, die im Jugendkino selten ist. Sie waren keine Charaktere in einem Coming-of-Age-Drama; sie waren Geister, die noch am Leben waren.

Die Last der Authentizität und die Erinnerung an Grosse Pointe

In der Filmgeschichte gibt es Werke, die eine ganze Generation von Filmemachern prägen, und Coppolas Debüt gehört zweifellos dazu. Der Erfolg lag nicht zuletzt darin begründet, dass sie den Schmerz der Adoleszenz ernst nahm. In einer Zeit, in der Teenager-Filme meist laut und schrill waren, bot dieses Werk eine leise, fast sakrale Betrachtung des Leids. Die Authentizität, die durch die Akteure vermittelt wurde, war das Ergebnis eines tiefen Verständnisses für die Vorlage. Jeffrey Eugenides selbst äußerte sich später bewundernd darüber, wie akkurat Coppola den Ton seines Buches getroffen hatte, eine Welt, in der die Tragödie nicht durch ein Ereignis, sondern durch eine schleichende Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit ausgelöst wird.

In Deutschland wurde der Film bei seinem Erscheinen im Jahr 2000 als ästhetisches Meisterwerk gefeiert, das die Melancholie der Vorstadt auch auf europäische Verhältnisse übertragbar machte. Die Themen Isolation, Überwachung durch die Eltern und der Wunsch nach Transzendenz sind universell. Die Schauspieler wurden zu Gesichtern einer Sehnsucht, die viele junge Menschen empfanden, ohne sie benennen zu können. Es war ein Film, der sich traute, keine einfachen Antworten zu geben, sondern die Zuschauer mit der Unbegreiflichkeit des Freitods allein zu lassen.

Man kann die Wirkung dieses Ensembles kaum überschätzen. Wenn wir heute an Lux Lisbon denken, sehen wir das Gesicht von Kirsten Dunst vor uns, wie sie aus dem Autofenster schaut, die Haare im Wind, während die Vorstadt an ihr vorbeizieht wie eine Kulisse, die bald abgerissen wird. Es ist diese Flüchtigkeit, die den Film so zeitlos macht. Die Darsteller haben sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt, als wären sie tatsächliche Personen, deren Schicksal wir aus der Ferne miterlebt haben. Sie verkörpern die Zerbrechlichkeit der Jugend in einer Welt, die auf Ordnung und Sauberkeit fixiert ist und dabei die Seele aus den Augen verliert.

Am Ende bleibt kein lauter Knall. Es gibt keine großen Abschiedsbriefe, die alles erklären. Es bleibt nur die Stille nach dem Sturm und das Bild der Jungen, die nun Männer geworden sind und immer noch an den Straßenecken stehen, um in die Dunkelheit des leerstehenden Hauses zu starren. Sie suchen nach einer Antwort, die sie niemals finden werden, gefangen in der Erinnerung an jene Mädchen, die für einen kurzen Sommer die Sonne für sich allein gepachtet hatten.

Das Licht in Michigan wird weiterhin durch die Bäume fallen, jedes Jahr im Juni, wenn die Luft schwer wird und die Insekten zu singen beginnen. Es wird die Häuser in das gleiche goldene Orange tauchen, das einst auf die Gesichter der fünf Schwestern fiel. Doch hinter den Gardinen bleibt es dunkel, ein stummes Zeugnis für die Leben, die dort einst pulserten und dann wie ein Flüstern im Wind vergingen.

Sie wurden nicht gerettet, nicht weil es an Liebe mangelte, sondern weil niemand wusste, wie man jemanden hält, der sich bereits entschieden hat, ein Teil der Luft zu werden.

SB

Stefan Braun

Stefan Braun hat für verschiedene Online-Redaktionen gearbeitet und steht für Qualitätsjournalismus mit Substanz.