Der US-Sender Starz hat die offiziellen Dreharbeiten für die Blood Of My Blood Serie in Glasgow gestartet. Matthew B. Roberts, der als ausführender Produzent und Showrunner fungiert, bestätigte den Produktionsbeginn für das Prequel der international erfolgreichen Drama-Reihe Outlander. Die erste Staffel umfasst laut einer Pressemitteilung des Senders zehn Episoden und wird die Lebenswege der Eltern der Hauptfiguren Jamie Fraser und Claire Beauchamp in zwei unterschiedlichen Zeitebenen beleuchten.
Die Produktion findet primär in Schottland statt, wobei die schottische Regierung das Projekt durch finanzielle Anreize für die heimische Filmindustrie unterstützt. Laut Screen Scotland generierten die Dreharbeiten der Mutterserie bereits in den vergangenen Jahren erhebliche wirtschaftliche Vorteile für die Region. Das neue Projekt soll diese Entwicklung fortsetzen und Arbeitsplätze für lokale Fachkräfte sichern.
Die Besetzung der Blood Of My Blood Serie
Für die zentralen Rollen der Eltern von Jamie Fraser verpflichtete das Studio Harriet Slater und Jamie Roy. Slater verkörpert Ellen MacKenzie, während Roy die Rolle des Brian Fraser übernimmt. Diese Handlungsstränge spielen im schottischen Hochland des frühen 18. Jahrhunderts und zeigen die Herausforderungen der Clans vor den Jakobitenaufständen.
Die zweite Zeitebene der Erzählung ist im England des Ersten Weltkriegs angesiedelt. Hier übernehmen Hermione Corfield und Jeremy Irvine die Rollen von Julia Moriston und Henry Beauchamp, den Eltern von Claire. Laut Showrunner Roberts ermöglicht diese Struktur eine Untersuchung der Parallelen zwischen den Liebesgeschichten in verschiedenen Epochen.
Die Entscheidung für zwei parallele Handlungsstränge stellt eine Abweichung von der ursprünglichen Romanvorlage von Diana Gabaldon dar. Die Autorin ist jedoch als beratende Produzentin an der Entwicklung beteiligt. Gabaldon bestätigte in einem öffentlichen Statement auf ihrer Webseite, dass sie das Drehbuch für den Piloten bereits gesichtet und die Besetzung der Hauptrollen genehmigt habe.
Produktionstechnische Hintergründe und Standortwahl
Schottland dient erneut als Hauptdrehort, da die Infrastruktur durch die langjährige Arbeit an der Originalserie bereits vorhanden ist. Die Wardpark Studios in Cumbernauld fungieren als zentrale Basis für die Innenaufnahmen. Diese Einrichtung wurde speziell für großformatige historische Produktionen modernisiert, um den hohen Anforderungen an die visuelle Qualität gerecht zu werden.
Die Kostümbildnerin Trisha Biggar leitet die Abteilung für das Design der historischen Garderobe. Biggar erklärte gegenüber Branchenmedien, dass die Herausforderung darin bestehe, die zwei Epochen visuell voneinander abzugrenzen und gleichzeitig eine ästhetische Verbindung zu wahren. Die Stoffe für das 18. Jahrhundert werden teilweise nach traditionellen Methoden in lokalen Webereien gefertigt.
Ein weiterer Aspekt der Produktion ist die Darstellung des ländlichen Englands während des Krieges. Hierfür nutzt das Team Standorte im Süden Schottlands, die architektonisch den gesuchten Regionen entsprechen. Die logistische Planung für den Wechsel zwischen den Sets erfordert laut Produktionsleitung eine präzise Koordination der verschiedenen Teams.
Kritische Stimmen und logistische Hürden
Trotz der wirtschaftlichen Vorteile äußerten Anwohner in einigen ländlichen Gebieten Schottlands Besorgnis über die Beeinträchtigungen durch die großflächigen Absperrungen. Die Gemeinde Verwaltungen in den Highlands wiesen darauf hin, dass der Anstieg des Film-Tourismus die Infrastruktur belaste. Besonders die Parkplatzsituation an beliebten Drehorten führte in der Vergangenheit zu Konflikten mit der lokalen Bevölkerung.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Authentizität der historischen Darstellung. Historiker kritisierten bei der Mutterserie gelegentlich die Vereinfachung politischer Zusammenhänge der schottischen Geschichte. Die Produzenten betonten jedoch mehrfach, dass es sich um eine fiktive Erzählung handele, die lediglich historische Ereignisse als Rahmen nutze.
Zusätzlich stellen die klimatischen Bedingungen in Schottland eine ständige Herausforderung für den Zeitplan dar. Verzögerungen durch Starkregen oder schlechte Lichtverhältnisse führten bei früheren Staffeln zu Budgetüberschreitungen. Das Management von Starz hat für das aktuelle Projekt nach eigenen Angaben Pufferzeiten eingeplant, um solche Risiken zu minimieren.
Die Blood Of My Blood Serie im Kontext des Streaming-Marktes
Der Ausbau des Outlander-Franchise ist Teil einer größeren Strategie von Starz, um die Abonnentenzahlen weltweit zu stabilisieren. In einem Bericht von Deadline wird darauf hingewiesen, dass etablierte Marken in der aktuellen Marktsituation weniger riskant sind als völlig neue Stoffe. Das Unternehmen investiert daher massiv in Prequels und Spin-offs seiner erfolgreichsten Titel.
Die Konkurrenz durch Plattformen wie Netflix oder Disney+ zwingt kleinere Anbieter dazu, ihre Nischen zielgenau zu besetzen. Die loyale Fangemeinde der Romanreihe von Diana Gabaldon gilt dabei als sichere Bank für hohe Einschaltquoten. Analysten der Medienbranche beobachten genau, ob das Prequel-Konzept ohne die bekannten Hauptdarsteller Sam Heughan und Caitríona Balfe denselben Erfolg erzielen kann.
Der internationale Vertrieb wird über verschiedene Partner abgewickelt, wobei in Deutschland häufig Lizenznehmer wie Sky oder RTL+ zum Zug kommen. Eine offizielle Bestätigung für den deutschen Ausstrahlungstermin steht bisher noch aus. Branchenkenner rechnen mit einer Premiere im Jahr 2025, sofern die Nachbearbeitung planmäßig verläuft.
Zukünftige Entwicklungen und Veröffentlichungstermine
Nach Abschluss der Dreharbeiten in Schottland beginnt die Phase der Postproduktion, die für historische Dramen oft mehrere Monate in Anspruch nimmt. Besonders die digitale Bearbeitung der Hintergründe und die Farbabstimmung der beiden Zeitebenen sind zeitaufwendig. Der Komponist Bear McCreary, der für die Musik der Originalserie verantwortlich ist, wird voraussichtlich auch den Soundtrack für das neue Projekt gestalten.
Starz plant, die erste Staffel weltweit zeitnah zu veröffentlichen, um Spoiler in den sozialen Medien zu vermeiden. Die Marketingkampagne soll laut ersten Berichten im Herbst 2024 starten. Fans der Buchreihe erwarten zudem weitere Informationen darüber, ob Gabaldon die Handlung des Prequels in einem zukünftigen Roman weiter vertiefen wird.
Unklar bleibt vorerst, ob das Projekt als abgeschlossene Miniserie geplant ist oder Potenzial für weitere Staffeln bietet. Die Entscheidung hierüber wird Starz vermutlich erst nach der Auswertung der Zuschauerdaten der ersten Episoden treffen. Beobachter der Branche werden genau verfolgen, wie sich die Abonnentenzahlen des Senders im Quartal nach dem Start entwickeln.
In den kommenden Wochen werden weitere Details zu den Nebendarstellern und den spezifischen Drehorten in Glasgow erwartet. Die Stadtverwaltung von Glasgow hat bereits Sondergenehmigungen für nächtliche Dreharbeiten in der historischen Altstadt erteilt. Diese Maßnahmen unterstreichen die Bedeutung der Filmproduktion für die städtische Wirtschaft und den Tourismussektor.
Die Fans warten gespannt auf den ersten Teaser-Trailer, der Einblicke in die visuelle Umsetzung der zwei Epochen geben wird. Bis dahin bleibt die Produktion unter strenger Geheimhaltung, um keine Details der Handlung vorab preiszugeben. Es bleibt abzuwarten, ob die neue Erzählung den hohen Erwartungen der internationalen Gemeinschaft gerecht werden kann.