bowls & more by ferdinands

bowls & more by ferdinands

Das Gastronomieunternehmen Ferdinand Group expandierte am vergangenen Montag mit der Eröffnung von bowls & more by ferdinands in die Münchener Innenstadt. Die neue Filiale in der Kaufingerstraße markiert den zehnten Standort des Franchise-Systems in Süddeutschland seit der Gründung im Jahr 2019. Laut einer Pressemitteilung der Geschäftsführung reagiert das Unternehmen damit auf die gestiegene Nachfrage nach gesundheitsorientierten Verpflegungsangeboten in urbanen Zentren.

Der Expansionsschritt folgt einem Trend, den der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) in seinem aktuellen Branchenbericht konstatiert. Demnach stieg der Umsatz im Segment der sogenannten Fast-Casual-Gastronomie im Vergleich zum Vorjahr um 12,4 Prozent an. Die Leitung der Ferdinand Group gab an, dass der neue Standort eine Kapazität von 85 Sitzplätzen umfasst und rund 20 neue Arbeitsplätze in der Region schafft.

Das Konzept setzt auf modular aufgebaute Mahlzeiten, die vor den Augen der Kunden zusammengestellt werden. Sprecher der Marke betonten bei der Eröffnungsfeier, dass die Zutaten zu 70 Prozent von zertifizierten Erzeugern aus dem bayerischen Umland bezogen werden. Diese regionale Verankerung ist Teil einer Nachhaltigkeitsstrategie, die das Unternehmen seit dem Geschäftsjahr 2022 verfolgt.

Das Geschäftsmodell von Bowls & More by Ferdinands

Der wirtschaftliche Erfolg der Kette basiert auf einer Kombination aus Digitalisierung und standardisierten Betriebsabläufen. Kunden können ihre Bestellungen über Terminals im Laden oder vorab per App aufgeben, was die Wartezeiten laut internen Unternehmensdaten um durchschnittlich 30 Prozent reduziert. Die Implementierung dieser Technologie kostete das Unternehmen laut Finanzbericht des vergangenen Jahres rund 1,2 Millionen Euro für das gesamte Filialnetz.

Marktanalysten von Statista weisen darauf hin, dass die Bereitschaft der Konsumenten, für qualitativ hochwertige Systemgastronomie höhere Preise zu zahlen, stabil bleibt. Im Durchschnitt gibt ein Gast bei der Kette 14,50 Euro pro Besuch aus, was über dem Branchenschnitt von etwa 11 Euro für Schnellrestaurants liegt. Die Geschäftsführung rechtfertigt dieses Preisniveau mit gestiegenen Lohnkosten und dem Verzicht auf industriell verarbeitete Zusatzstoffe.

Die Architektur der Räumlichkeiten folgt einem minimalistischen Designansatz, der den Fokus auf die Frischetheke lenken soll. Holzelemente und recycelte Materialien dominieren das Erscheinungsbild, um die ökologische Ausrichtung der Marke zu unterstreichen. Das Unternehmen plant, bis zum Ende des Kalenderjahres zwei weitere Filialen in vergleichbaren Bestlagen in Stuttgart und Nürnberg in Betrieb zu nehmen.

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Regionale Lieferketten und Logistikherausforderungen

Ein zentraler Bestandteil der operativen Strategie ist die Zusammenarbeit mit dem Logistikpartner Metro Deutschland, um die tägliche Belieferung mit Frischware sicherzustellen. Der Einkaufsleiter der Kette erklärte, dass die Logistikkosten aufgrund der hohen Lieferfrequenz etwa 15 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Um diese Kosten zu kontrollieren, setzt die Initiative auf eine enge Taktung und softwaregestützte Bedarfsanalysen.

Die Auswahl der Lieferanten erfolgt nach strengen Kriterien, die im Einklang mit dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz stehen. In regelmäßigen Audits prüft das Qualitätsmanagement die Einhaltung von Sozialstandards und ökologischen Vorgaben bei den Partnerbetrieben. Ein Bericht des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hebt hervor, dass solche Modelle die lokale Landwirtschaft stärken und Transportwege verkürzen.

Trotz der Erfolge berichten Branchenbeobachter von Schwierigkeiten bei der Beschaffung bestimmter saisonaler Produkte in Bio-Qualität. Im Winterquartal des letzten Jahres mussten laut Betriebsprotokoll drei Kernzutaten kurzfristig durch konventionelle Ware ersetzt werden, was intern zu Diskussionen über die Verlässlichkeit der regionalen Partner führte. Das Unternehmen kündigte daraufhin an, die Lagerkapazitäten für lagerfähiges Gemüse in einem zentralen Hub zu erweitern.

Wettbewerbsdruck und Marktsättigung in Großstädten

Der Markt für gesunde Bowls in deutschen Metropolen gilt als hochgradig kompetitiv, da etablierte Konkurrenten wie Dean & David oder Ma'Loa bereits eine starke Präsenz zeigen. Laut einer Studie der GfK verfügen die Top-Drei-Anbieter in diesem Segment über einen gemeinsamen Marktanteil von fast 45 Prozent. Der Neueinsteiger muss sich daher durch spezifische Serviceleistungen und ein differenziertes Angebot von der Konkurrenz abheben.

Kritiker bemängeln jedoch, dass die Konzepte der verschiedenen Anbieter oft kaum unterscheidbar seien und ein Verdrängungswettbewerb einsetze. Der Wirtschaftsexperte Dr. Thomas Müller von der Universität zu Köln warnte in einem Fachbeitrag davor, dass die Expansion in A-Lagen aufgrund der hohen Mieten riskant bleibe. Viele Betriebe müssten eine überdurchschnittlich hohe Auslastung erreichen, um die Fixkosten in der Münchener Innenstadt decken zu können.

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Das Management von bowls & more by ferdinands entgegnet dieser Kritik mit dem Hinweis auf eine treue Stammkundschaft und ein überdurchschnittliches Wachstum im Bereich der Firmenlieferungen. Das Catering-Geschäft macht mittlerweile 22 Prozent des monatlichen Deckungsbeitrags aus und soll weiter ausgebaut werden. Kooperationen mit lokalen Fitnessstudios und Versicherungen dienen dazu, die Marke fest im Bewusstsein der gesundheitsbewussten Zielgruppe zu verankern.

Nachhaltigkeit und Verpackungsmüll im Fokus

Ein wesentliches Problem der Take-away-Branche bleibt die Entstehung von Verpackungsabfällen, was auch für das neue Restaurant eine operative Hürde darstellt. Seit der Einführung der Mehrwegpflicht in der Gastronomie am 1. Januar 2023 bietet der Betrieb ein pfandbasiertes System für alle Speisen an. Nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt müssen Gastronomen seitdem eine wiederverwendbare Alternative zu Einwegkunststoffverpackungen bereitstellen.

Die Akzeptanz dieser Systeme variiert stark zwischen den verschiedenen Kundengruppen. Während jüngere Konsumenten das Pfandsystem zu 65 Prozent nutzen, greifen ältere Semester weiterhin bevorzugt zu biologisch abbaubaren Einweglösungen. Das Unternehmen investierte im letzten Quartal in eine Aufklärungskampagne, um die Rücklaufquote der Pfandbehälter von aktuell 78 Prozent auf über 90 Prozent zu steigern.

Zusätzlich zur Verpackungsthematik arbeitet die technische Abteilung an der Optimierung des Energieverbrauchs in den Küchen. Durch den Einsatz moderner Induktionstechnik und hocheffizienter Kühlsysteme konnte der Strombedarf pro zubereiteter Mahlzeit um 18 Prozent gesenkt werden. Diese Maßnahmen sind Teil der Verpflichtung, bis zum Jahr 2030 einen klimaneutralen Geschäftsbetrieb zu gewährleisten.

Personalgewinnung in Zeiten des Fachkräftemangels

Wie die gesamte Branche leidet auch die Expansion unter dem akuten Mangel an qualifiziertem Personal in der Gastronomie. Das Statistische Bundesamt bezifferte die Zahl der offenen Stellen im Gastgewerbe zuletzt auf über 33.000 bundesweit. Um Mitarbeiter zu binden, bietet das Unternehmen Löhne an, die laut Betriebsrat rund 10 Prozent über dem Branchendurchschnitt liegen.

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Zusätzliche Benefits wie flexible Dienstpläne und Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge sollen die Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Die Personalchefin betonte, dass man verstärkt auf Quereinsteiger setze und diese in internen Schulungsprogrammen auf die spezifischen Abläufe vorbereite. Trotz dieser Bemühungen konnte die Filiale in der Kaufingerstraße am Eröffnungstag nur mit einer reduzierten Besetzung starten, da drei Positionen im Service kurzfristig unbesetzt blieben.

Zukünftige technologische Anpassungen

Für das kommende Jahr plant die Gruppe die Einführung von künstlicher Intelligenz zur präziseren Vorhersage der täglichen Nachfrage. Ziel ist es, die Lebensmittelverschwendung, die derzeit bei etwa vier Prozent des Wareneinsatzes liegt, weiter zu minimieren. Ein Pilotprojekt in der Berliner Filiale zeigte bereits vielversprechende Ergebnisse bei der automatisierten Bestelloptimierung.

Ausblick und anstehende Entwicklungen

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob das Konzept in der hochpreisigen Münchener Lage dauerhaft profitabel betrieben werden kann. Die Geschäftsführung beobachtet die Entwicklung der Rohstoffpreise genau, da weitere Preiserhöhungen bei den Endkunden auf Widerstand stoßen könnten. Ein Sprecher des Verbraucherschutzes warnte bereits davor, dass die Schmerzgrenze für einfache Mittagsgerichte bei vielen Angestellten erreicht sei.

Gleichzeitig bleibt die rechtliche Situation bezüglich der Mehrwegquoten ein Thema, das die Branche weiterhin beschäftigen wird. Es wird erwartet, dass die Bundesregierung die Kontrollen zur Einhaltung der Mehrwegangebotspflicht im laufenden Jahr verschärfen wird. Die weitere Entwicklung des Standorts hängt maßgeblich davon ab, wie effizient die operativen Kosten angesichts der Inflation und des Arbeitskräftemangels kontrolliert werden können.

Das nächste große Ziel der Kette ist die Internationalisierung, wobei Wien und Zürich als erste Standorte außerhalb Deutschlands im Gespräch sind. Ob die für das erste Halbjahr geplante Finanzierungsrunde über 5 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen werden kann, bleibt abzuwarten. Die Verhandlungen mit privaten Investoren und Beteiligungsgesellschaften dauern derzeit noch an und sollen bis zum Ende des Sommers zu einem Ergebnis führen.

Die Marktentwicklung wird zudem durch die Einführung des Digitalen Produktpasses auf EU-Ebene beeinflusst werden. Gastronomiebetriebe müssen sich darauf einstellen, die Herkunft und den ökologischen Fußabdruck ihrer Produkte noch transparenter zu dokumentieren. Für das Unternehmen bedeutet dies eine weitere Investition in die digitale Infrastruktur, um die Rückverfolgbarkeit jeder einzelnen Zutat zu gewährleisten.

TS

Thomas Schäfer

Thomas Schäfer verfolgt politische und soziale Debatten mit kritischem Blick und journalistischer Verantwortung.