cube aim race 27 5

cube aim race 27 5

Wer zum ersten Mal vor der Wand aus glänzendem Aluminium und Carbon im Fahrradladen steht, verliert schnell den Überblick. Man will einfach nur in den Wald, ein paar Wurzeln mitnehmen und dabei nicht das Gefühl haben, auf einem Drahtesel aus dem Baumarkt zu sitzen. Genau hier setzt das Cube Aim Race 27 5 an, ein Hardtail, das seit Jahren den Spagat zwischen bezahlbarem Preis und ernsthafter Geländetauglichkeit versucht. Viele Einsteiger machen den Fehler und kaufen entweder zu billig oder investieren direkt Tausende Euro in ein Fully, das sie auf einfachen Forstwegen gar nicht fordern. Ich habe über die Jahre unzählige Einsteiger-Bikes gesehen, und dieses Modell bleibt ein Dauerbrenner, weil es eine spezifische Lücke füllt. Es ist das Werkzeug für Leute, die wissen wollen, ob Mountainbiken ihr neues Hobby wird, ohne dafür einen Kleinkredit aufzunehmen.

Die Technik hinter dem Cube Aim Race 27 5 im Detail

Wenn wir uns den Rahmen anschauen, sehen wir die klassische Handschrift der Oberpfälzer. Aluminium Lite nennen sie das Material. Es ist leicht genug, um nicht bei jeder Steigung frustriert abzusteigen, aber massiv genug, um einen Sturz im Gebüsch wegzustecken. Das Unterrohr hat diese markante Form, die durch das Advanced Mechanical Forming Verfahren entsteht. Das sorgt für Steifigkeit an den Stellen, wo du Kraft in die Pedale gibst. Ein weicher Rahmen schluckt Energie. Das willst du nicht. Du willst, dass jeder Tritt direkt in Vortrieb umgesetzt wird.

Die Geometrie folgt dem Agile Ride Konzept. Das klingt nach Marketing, bedeutet in der Praxis aber ein kurzes Oberrohr und einen Lenkwinkel, der das Rad wendig macht. Gerade bei der 27,5 Zoll Variante ist das Handling spürbar quirliger als bei den großen 29ern. Du zirkelst einfacher um enge Kurven. Das Bike reagiert sofort auf Lenkimpulse. Für kleinere Fahrer oder Leute, die technische Singletrails lieben, ist das ein riesiger Vorteil. Die Züge verlaufen im Inneren des Rahmens. Das sieht sauber aus und schützt die empfindliche Mechanik vor Schlamm und Regen. Wer schon mal verkrustete Schaltzüge gereinigt hat, weiß diesen Punkt wirklich zu schätzen.

Federung und Dämpfung im harten Alltag

An der Front arbeitet eine SR Suntour XCM Disc Gabel mit 100 Millimeter Federweg. Man muss ehrlich sein: Das ist keine Weltcup-Gabel. Aber sie hat eine Remote-Lockout-Funktion. Das ist der kleine Hebel am Lenker. Wenn du auf Asphalt bergauf fährst, blockierst du die Gabel mit einem Klick. So wippt nichts. Die Kraft geht in den Asphalt, nicht in die Feder. Sobald es in den Wald geht, machst du sie auf. Die Stahlfeder im Inneren spricht solide an. Sie bügelt kleine Unebenheiten weg und schont deine Handgelenke. Bei sehr schnellen, harten Schlägen kommt sie an ihre Grenzen. Das ist okay. In dieser Preisklasse ist Zuverlässigkeit wichtiger als High-End-Dämpfung.

Bremskraft und Sicherheit

Hier verbaut der Hersteller hydraulische Scheibenbremsen von Shimano. Das ist der Punkt, an dem sich die Spreu vom Weizen trennt. Billige mechanische Scheibenbremsen oder gar Felgenbremsen haben an einem echten Mountainbike nichts zu suchen. Die MT200 Stopper sind legendär für ihre Wartungsarmut. Du brauchst nur wenig Fingerkraft, um eine enorme Verzögerung zu erreichen. Selbst bei Nässe packen sie zuverlässig zu. Ich habe Kunden gesehen, die ihre Bremsbeläge zwei Jahre lang gefahren sind, ohne einmal entlüften zu müssen. Das gibt Vertrauen bei der ersten steilen Abfahrt. Man muss sich keine Sorgen machen, ob das Rad rechtzeitig zum Stehen kommt.

Schaltung und Antriebskomponenten im Check

Der Antrieb kommt ebenfalls von Shimano. Wir sprechen hier meist von einer Mischung aus Alivio und Altus Komponenten. Es gibt 18 Gänge, verteilt auf zwei Kettenblätter vorne und neun Ritzel hinten. Viele Anfänger fragen, warum es nicht mehr drei Kettenblätter sind wie früher. Die Antwort ist einfach: Gewicht und Komplexität. Mit zwei Blättern hast du weniger doppelte Gänge und die Kette springt seltener ab. Die Bandbreite reicht völlig aus. Du kommst die steilste Rampe im Harz hoch und hast auf dem Rückweg auf dem Radweg noch genug Druck, um 30 km/h zu halten.

Die Schalthebel funktionieren knackig. Ein Daumendruck und die Kette wandert sicher auf das nächste Ritzel. Das Schaltwerk hinten ist stabil gebaut. Es verträgt auch mal einen Kontakt mit einem Ast. Natürlich ist es schwerer als eine Deore oder XT Gruppe. Aber für den Freizeitgebrauch hält das Material ewig, solange man die Kette gelegentlich ölt. Wer mehr will, kann später immer noch aufrüsten. Der Rahmen ist eine gute Basis dafür.

Laufräder und die Reifenwahl

Die Laufräder bestehen aus hauseigenen Cube ZX20 Felgen. Sie sind robust. Ich habe selten erlebt, dass diese Felgen bei normalem Gebrauch eine Acht bekommen. Darauf aufgezogen sind oft Reifen von Schwalbe, wie der Smart Sam. Das ist ein Allrounder. In der Mitte hat er einen fast durchgehenden Steg für geringen Rollwiderstand auf der Straße. An den Seiten sitzen kräftige Stollen für Grip in der Kurve. Wer ausschließlich im tiefen Matsch fährt, braucht vielleicht ein aggressiveres Profil. Für den Mix aus Feldweg, Wald und Stadt ist die Wahl aber goldrichtig.

Der Reifendruck ist ein oft unterschätztes Thema. Viele pumpen ihre Reifen knallhart auf vier Bar auf. Das ist im Gelände falsch. Bei einem 2,25 Zoll breiten Reifen reichen oft 2,0 bis 2,2 Bar. Das erhöht den Komfort und den Grip massiv. Der Reifen kann sich dann um Steine und Wurzeln schmiegen, statt davon abzuprallen. Das Bike liegt viel ruhiger auf dem Trail. Probiere es einfach mal aus. Der Unterschied ist verblüffend.

Ergonomie und Kontaktpunkte zum Rad

Ein Mountainbike kann noch so gute Komponenten haben, wenn du nach zehn Kilometern Schmerzen hast, bleibt es in der Garage. Der Sattel beim Cube Aim Race 27 5 ist eher sportlich-fest. Das wirkt im ersten Moment hart, ist aber für längere Touren besser als ein Sofa-Sattel. Ein zu weicher Sattel drückt auf Dauer das Blut in den Weichteilen ab. Wenn du doch Probleme hast, investiere lieber in eine gute Radhose mit Polster als in einen Gelsattel-Überzug.

Die Griffe sind geschraubt. Das verhindert, dass sie sich bei Regen am Lenker drehen. Der Lenker selbst ist breit genug für gute Kontrolle, aber nicht so ausladend, dass man zwischen jedem Baum hängen bleibt. Die Pedale, die im Lieferumfang enthalten sind, bestehen meist aus Kunststoff. Sie reichen für den Anfang. Wer aber ernsthaft im Gelände unterwegs ist, sollte über Plattformpedale aus Aluminium mit Metall-Pins nachdenken. Diese „Flat Pedals“ krallen sich förmlich in die Schuhsohle. Das verhindert das gefährliche Abrutschen, wenn es holprig wird.

Warum 27,5 Zoll oft unterschätzt wird

Der Markt schreit seit Jahren nach 29 Zoll Rädern. Die großen Räder rollen besser über Hindernisse. Aber sie machen das Rad auch träger und länger. Das Cube Aim Race 27 5 setzt auf das kleinere Maß. Das ist kein Zufall. Ein kleineres Rad ist stabiler bei gleicher Speichenspannung. Es beschleunigt schneller aus dem Stand. Vor allem aber macht es das gesamte Bike kompakter. Wer nicht gerade zwei Meter groß ist, fühlt sich auf dem kleineren Rad oft besser „im“ Bike integriert. Man steuert es mit dem Körper, statt nur Passagier zu sein. In technischen Sektionen, wo man das Rad schnell von einer Seite auf die andere legen muss, spielt die Radgröße ihre Trümpfe aus.

Wartung und Langlebigkeit der Hardware

Ein Rad in dieser Preisklasse muss funktionieren. Man will nicht jedes Wochenende in der Werkstatt stehen. Die verbauten Komponenten sind auf Langlebigkeit getrimmt. Shimano Teile bekommt man in jedem kleinen Fahrradladen in Europa. Wenn mal etwas kaputt geht, kostet das Ersatzteil meist nur ein paar Euro. Ein Schaltauge, das sich bei einem Sturz verbiegt, ist ein Standardbauteil.

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Man sollte regelmäßig die Kette messen. Eine verschlissene Kette ruiniert die Kassette und die Kettenblätter. Eine Kettenlehre kostet zehn Euro und spart am Ende hunderte. Auch die Federgabel braucht Liebe. Nach jeder Fahrt kurz die Standrohre mit einem Tuch abwischen. Kein Fett oder Öl auf die Rohre schmieren, das zieht nur Staub an, der dann die Dichtungen zerstört. Ein Tropfen spezielles Federgabel-Deo reicht völlig aus. Das hält die Dichtringe geschmeidig und sorgt für ein feines Ansprechverhalten.

Die Bedeutung des richtigen Setups

Viele Leute kaufen ein Bike und fahren es so, wie es aus dem Karton kommt. Das ist verschenktes Potenzial. Die Bremshebel sollten so geneigt sein, dass Handrücken und Unterarm eine gerade Linie bilden. Das verhindert Krämpfe. Die Hebelweite lässt sich meist mit einer kleinen Schraube einstellen. Hast du kleine Hände? Stell die Hebel näher zum Lenker. Das gibt Sicherheit, weil du die Finger immer an der Bremse haben kannst. Mountainbiken findet im Kopf statt. Wenn du dich auf dem Material sicher fühlst, fährst du besser.

Vergleiche mit anderen Modellen der Serie

Innerhalb der Aim-Familie gibt es Abstufungen. Das Basis-Modell verzichtet oft auf die hydraulischen Bremsen oder die Remote-Lockout Gabel. Das ist am falschen Ende gespart. Das Race-Modell ist der „Sweet Spot“. Darüber kommt das SL oder SLX. Diese haben oft eine Luftfedergabel. Eine Luftgabel ist leichter und lässt sich perfekt auf das Körpergewicht einstellen. Aber sie ist auch teurer in der Anschaffung und Wartung. Für jemanden, der gerade erst anfängt, bietet das Race das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Man bekommt alle Funktionen, die man für echtes Offroad-Fahren braucht, ohne für Gramm-Fuchserei zu bezahlen.

Einsatzgebiete und Grenzen

Wo gehört dieses Rad hin? Es ist perfekt für Waldautobahnen, Schotterwege und leichte Trails. Es ist ein klassisches Cross-Country Hardtail. Was es nicht ist: Ein Bike für den Bikepark oder meterhohe Sprünge. Die Rahmenkonstruktion und die Gabel sind für die Belastung bei Landungen aus großer Höhe nicht ausgelegt. Wer Downhill fahren will, braucht ein anderes Kaliber. Für die Feierabendrunde im lokalen Wald oder die Wochenendtour in den Alpen auf markierten Wegen ist es ideal. Es ist auch ein hervorragendes Pendler-Rad. Es gibt Montagepunkte für Schutzbleche und einen Gepäckträger. So wird aus dem Sportgerät unter der Woche ein praktischer Begleiter für den Weg zur Arbeit.

Sicherheit im Gelände

Wer mit dem Mountainbiken beginnt, sollte nicht nur in das Rad investieren. Ein Helm ist Pflicht. Ohne Ausnahme. Moderne Helme sind leicht und gut belüftet. Marken wie Uvex oder Abus bieten Modelle an, die speziell am Hinterkopf tiefer gezogen sind. Das schützt bei Stürzen im Gelände besser. Handschuhe sind ebenfalls wichtig. Sie schützen nicht nur bei einem Sturz die Handflächen, sondern verbessern auch den Grip am Lenker, wenn die Hände schwitzig werden.

Ein kleiner Rucksack mit den wichtigsten Werkzeugen sollte immer dabei sein. Ein Multitool, ein Ersatzschlauch und eine kleine Pumpe. Nichts ist ärgerlicher, als drei Kilometer nach Hause zu schieben, weil man einen Platten hat. Das Reparieren eines Schlauchs ist kein Hexenwerk. Man sollte es einmal im trockenen Wohnzimmer üben, bevor man im Regen im Wald steht. Das nimmt den Stress aus der Situation.

Die Wahl der richtigen Rahmengröße

Cube nutzt ein spezielles System namens Size Split. Bei kleineren Rahmenhöhen werden 27,5 Zoll Räder verbaut, bei größeren oft 29 Zoll. Das sorgt dafür, dass die Proportionen immer stimmen. Ein kleiner Fahrer auf riesigen 29 Zoll Rädern wirkt oft verloren und das Rad wird unhandlich. Achte beim Kauf darauf, dass die Überstandshöhe passt. Wenn du über dem Oberrohr stehst, sollte noch mindestens eine Handbreit Platz zwischen deinen Weichteilen und dem Rohr sein. Im Gelände musst du oft schnell abspringen. Wenn du dann unsanft auf dem Rahmen landest, ist der Tag gelaufen.

Warum dieses Bike eine Investition in die Gesundheit ist

Sport im Wald ist anders als Fitnessstudio. Die frische Luft, die wechselnden Untergründe und die Ruhe fördern die mentale Erholung. Das Mountainbike ist ein Ganzkörper-Training. Man arbeitet nicht nur mit den Beinen. Der Rumpf muss stabilisieren, die Arme lenken und dämpfen. Nach einer Stunde auf dem Trail spürt man Muskeln, von denen man gar nicht wusste, dass sie existieren. Es verbessert die Koordination und das Gleichgewicht. Und das Beste: Es macht einfach Spaß. Man vergisst, dass man gerade Sport treibt, weil man sich auf den nächsten Stein oder die nächste Kurve konzentriert.

Die Community und soziale Aspekte

Mountainbiken ist ein geselliger Sport. Überall in Deutschland gibt es lokale Gruppen oder Vereine, die sich regelmäßig treffen. Organisationen wie die Deutsche Initiative Mountainbike (DIMB) setzen sich zudem für die Rechte der Radfahrer im Wald ein. Es lohnt sich, dort mal reinzuschauen. Man lernt neue Strecken kennen und bekommt Tipps von erfahrenen Fahrern. Die Szene ist meist sehr offen und hilfsbereit. Niemand lacht dich aus, wenn du mit einem Einsteiger-Hardtail auftauchst. Im Gegenteil, viele haben genau so angefangen.

Praktische Tipps für die erste Fahrt

  1. Überprüfe die Schrauben. Nach den ersten 100 Kilometern setzen sich viele Bauteile. Ein kurzer Check mit dem Inbusschlüssel schadet nie.
  2. Schalte vorausschauend. Schalte in einen kleinen Gang, bevor du in die Steigung fährst. Unter Volllast zu schalten, belastet das Material enorm und kann die Kette reißen lassen.
  3. Blickführung. Schau nicht direkt vor dein Vorderrad. Schau drei bis fünf Meter voraus. Dein Rad fährt dorthin, wo du hinschaust.
  4. Bremse mit zwei Fingern oder sogar nur mit einem. Die hydraulischen Bremsen haben genug Power. So hast du den Lenker mit den restlichen Fingern fest im Griff.
  5. Sitzposition prüfen. Wenn deine Knie beim Treten schmerzen, ist meist der Sattel zu niedrig. In der untersten Pedalstellung sollte dein Bein fast, aber nicht ganz gestreckt sein.

Das Bike bietet eine solide Plattform für den Start. Es ist kein Blender. Es sieht gut aus, aber die inneren Werte stimmen eben auch. Wer sich für die 27,5 Zoll Variante entscheidet, bekommt ein Rad, das wendig ist und Vertrauen vermittelt. Es ist die Basis für viele Jahre Fahrspaß. Und wenn man irgendwann doch mehr will, lässt es sich aufgrund der hohen Beliebtheit der Marke Cube auch sehr gut wieder verkaufen. Der Wertverlust bei diesen Modellen ist vergleichsweise gering.

Nächste Schritte für deinen Start

Wenn du dich für das Rad entschieden hast, solltest du nicht einfach losstürmen. Besuche einen lokalen Fachhändler und setz dich drauf. Jede Geometrie fühlt sich anders an. Kauf dir direkt ein Basis-Pflegeset: Kettenreiniger, Kettenöl und eine weiche Bürste. Gewöhne dir an, das Rad nach jeder schlammigen Fahrt kurz abzuspritzen – aber niemals mit dem Hochdruckreiniger direkt auf die Lager zielen. Das drückt das Fett aus den Lagern und führt zu schnellem Verschleiß. Stell den Reifendruck passend zu deinem Gewicht ein. Such dir eine einfache Route in deiner Nähe, vielleicht über Apps wie Komoot oder Outdooractive. Fang langsam an und steigere die Schwierigkeit der Trails erst, wenn du dich sicher fühlst. Sicherheit geht vor Geschwindigkeit. Viel Spaß im Wald.

SB

Stefan Braun

Stefan Braun hat für verschiedene Online-Redaktionen gearbeitet und steht für Qualitätsjournalismus mit Substanz.