ergebnisse ironman 70.3 zell am see

ergebnisse ironman 70.3 zell am see

Du stehst am Ufer des Zeller Sees, das Wasser hat glatte 18 Grad, und du hast gerade 2.000 Euro für Rad, Neo, Startgeld und Unterkunft ausgegeben. Du denkst, dein Plan steht, weil du dir die Ergebnisse Ironman 70.3 Zell am See vom letzten Jahr angeschaut hast und glaubst, dass eine Radzeit von 2:40 Stunden für dich machbar ist, wenn du nur hart genug trittst. Das ist der Moment, in dem der Fehler passiert. Ich habe hunderte Athleten gesehen, die genau so dachten und dann nach 12 Kilometern auf der Radstrecke am Filzensattel innerlich zerbrochen sind. Sie starrten auf ihre Wattwerte, sahen, wie die Zeitvorgabe schmolz, und überpaceten völlig. Das Resultat ist jedes Jahr das gleiche: Ein Wandertag in Laufschuhen durch die Zeller Altstadt, während die Träume von einer Bestzeit im Salzburger Land verdampfen. Wer nur auf die nackten Zahlen schaut, ohne die Topografie und die spezifischen Tücken dieses Rennens zu verstehen, verbrennt sein Geld und seine Form schon vor dem zweiten Wechsel.

Die Falle der Durchschnittsgeschwindigkeit bei Ergebnisse Ironman 70.3 Zell am See

Der größte Irrtum, dem Amateure in Zell am See erliegen, ist die Annahme, dass man eine Zielzeit linear planen kann. In flachen Rennen wie in Tallinn oder Astana funktioniert das vielleicht. In den Bergen Österreichs ist das reines Wunschdenken. Wenn du dir die Ergebnisse Ironman 70.3 Zell am See ansiehst, erkennst du eine gewaltige Spreizung zwischen den Profis und den Top-Agegroupern im Vergleich zum Mittelfeld, die viel extremer ist als bei flachen Kursen. Das liegt am Filzensattel.

Der Anstieg nach Dienten ist nicht das Hauptproblem, es ist die psychologische Falle davor und danach. Viele fahren die ersten 20 Kilometer Richtung Saalfelden viel zu aggressiv, weil die Straße dort leicht abschüssig oder flach ist. Sie wollen Zeit "gutmachen", um ein Polster für den Berg zu haben. Das ist taktischer Selbstmord. Wer dort Körner lässt, dem fehlt am steilsten Stück des Anstiegs die Kraft, um die Trittfrequenz hochzuhalten. Wenn die Muskulatur am Berg übersäuert, regeneriert sie sich auf der rasanten Abfahrt Richtung Kaprun nicht mehr rechtzeitig für den Halbmarathon. Ich habe Athleten erlebt, die mit einem Schnitt von 40 km/h am Fuße des Berges ankamen und am Ende mit einer Radzeit von über drei Stunden im Ziel standen, völlig dehydriert und muskulär am Ende.

Lösung: Ignoriere die Durchschnittsgeschwindigkeit auf den ersten 30 Kilometern komplett. Dein Fokus liegt auf der Normalisierten Leistung (NP) und nicht auf der Durchschnittsleistung. Du musst bereit sein, am Berg Zeit zu verlieren, um das Rennen beim Laufen zu gewinnen. Ein kontrollierter Aufstieg spart dir hintenraus 15 bis 20 Minuten beim Laufen, während ein überhasteter Berg die Muskulatur für den Rest des Tages ruiniert.

Das Märchen vom schnellen Schwimmen im Zeller See

Jedes Jahr höre ich Athleten beim Check-in sagen: "Das Wasser ist so klar, da schwimme ich Bestzeit." Das Problem ist nicht die Sichtweite, sondern die Orientierung und die Temperatur. Der Zeller See ist ein Voralpensee. Das Wasser ist oft unruhig, und die Sonne steht morgens so tief über den Bergen, dass du beim Atmen nach rechts oft absolut nichts siehst außer einem gleißenden Lichtschein.

Viele Anfänger orientieren sich an den Füßen des Vordermanns, in der Hoffnung, dass dieser den Weg kennt. In meiner Zeit vor Ort habe ich oft genug beobachtet, wie ganze Gruppen 100 oder 200 Meter Umweg geschwommen sind, nur weil der Führende die gelbe Boje mit einem gelben Sonnenschirm am Ufer verwechselt hat. Ein Umweg von 200 Metern kostet dich bei moderatem Tempo etwa 4 Minuten. Das sind 4 Minuten, die du auf dem Rad erst einmal wieder reinholen musst, was dich wiederum wertvolle Glykogenspeicher kostet.

Lösung: Kauf dir eine Schwimmbrille mit verspiegelten oder polarisierten Gläsern, speziell für dieses Rennen. Übe das "Sighting", also das Schauen nach vorne während des Zugs, unter Belastung. Verlass dich niemals auf die Gruppe. Wer im Zeller See geradeaus schwimmt, ist schneller als derjenige, der zwar schnell krault, aber Zickzacklinien zieht. Es geht hier nicht um Ästhetik, sondern um Effizienz auf der Ideallinie.

Der Filzensattel ist nicht dein Feind, die Abfahrt ist es

Es herrscht die falsche Annahme vor, dass man am Berg die meiste Zeit verliert. Das stimmt faktisch nicht. Die echte Gefahr für dein Endergebnis lauert in der Abfahrt nach Maria Alm und weiter Richtung Saalfelden. Zell am See ist bekannt für seine schnellen, technisch anspruchsvollen Abfahrten. Wer hier kein Vertrauen in sein Material oder sein Können hat, verliert massiv an Boden.

Ich sah einen Athleten, der ein 10.000-Euro-Zeitfahrrad mit Scheibe fuhr, aber in den Kurven so stark bremste, dass er von Fahrern auf herkömmlichen Rennrädern mit Aluminiumfelgen überholt wurde. Er hatte Angst. Angst kostet in Zell am See Zeit, die man nicht durch Watt wettmachen kann. Wenn du oben am Sattel ankommst und deine Herzfrequenz am Anschlag ist, sinkt deine Konzentrationsfähigkeit. Du nimmst die Ideallinie nicht mehr, bremst zu früh und verlierst den Rhythmus.

Nicht verpassen: born to run red bull

Lösung: Wenn du aus einer flachen Gegend kommst, ist Zell am See das falsche Rennen für dein Debüt, es sei denn, du verbringst vorher eine Woche in den Alpen. Du musst das Abfahren trainieren. Lerne, wie man eine Kurve anfährt, wo der Bremspunkt liegt und wie man sich aerodynamisch klein macht, ohne die Kontrolle zu verlieren. Ein sicherer Abfahrer gewinnt hier wertvolle Minuten ohne jeglichen energetischen Aufwand. Das ist geschenkte Zeit, die du für den Halbmarathon brauchst.

Die Bedeutung der Kühlung beim Laufen

Ein weiterer kritischer Punkt, den viele unterschätzen, ist das Mikroklima im Tal. Auch wenn das Wasser kühl ist, kann es im August in Zell am See und Kaprun empfindlich heiß werden. Der Laufkurs ist flach und führt teilweise am See entlang, bietet aber wenig Schatten.

Viele Athleten machen den Fehler, erst zu kühlen, wenn ihnen heiß ist. Dann ist es zu spät. Die Kerntemperatur des Körpers ist dann bereits so hoch, dass die Leistung gedrosselt wird, um die Organe zu schützen. Das merkst du daran, dass deine Beine schwer werden, obwohl die Muskulatur eigentlich noch Kraft hätte.

Lösung: Nutze jede einzelne Verpflegungsstation ab Kilometer eins des Laufs. Nicht nur zum Trinken. Schütte dir Wasser über den Kopf, nutze Eiswürfel in deinem Anzug oder unter der Kappe. Du musst deine Temperatur proaktiv managen. Ein kühler Kopf entscheidet darüber, ob du die letzten 5 Kilometer im geplanten Tempo läufst oder ob du zum Gehen gezwungen wirst.

Verpflegungsfehler auf der Radstrecke kosten dich das Finish

In Zell am See gibt es eine Besonderheit: Der harte Anstieg kommt relativ früh im Rennen. Wer hier vergisst zu essen oder zu trinken, weil er mit Schalten und Atmen beschäftigt ist, läuft in ein tiefes Loch. Wenn du nach 50 Kilometern merkst, dass du Hunger hast, ist das Rennen bereits gelaufen. Dein Körper kann pro Stunde nur eine begrenzte Menge an Kohlenhydraten aufnehmen. Was du am Berg verpasst, holst du in der Ebene nicht mehr nach.

Hier ein klassischer Vorher/Nachher-Vergleich aus der Praxis:

Ein Athlet, nennen wir ihn Thomas, plante seine Verpflegung nach Gefühl. Am Filzensattel war er so fokussiert auf die Steigung, dass er 45 Minuten lang weder einen Schluck aus der Flasche nahm noch ein Gel anfasste. Oben angekommen, fühlte er sich stark und schoss die Abfahrt hinunter. Doch bei Kilometer 70 auf dem Rad kam der Hammermann. Seine Glykogenspeicher waren leer. Er rettete sich irgendwie in die Wechselzone, brauchte aber für den Halbmarathon 2:15 Stunden, weil er ständig Gehpausen einlegen musste. Sein Traum von einer Zeit unter 5 Stunden war dahin.

Ein anderer Athlet, nennen wir ihn Markus, hielt sich strikt an seinen Timer. Alle 20 Minuten piepste seine Uhr: Essen und Trinken. Selbst am steilsten Stück des Anstiegs riss er ein Gel auf und spülte es mit Wasser nach. Er verlor am Berg vielleicht 90 Sekunden auf Thomas, weil er kurzzeitig den Rhythmus unterbrach. Aber Markus stieg mit frischen Beinen vom Rad und lief den Halbmarathon in 1:35 Stunden konstant durch. Er finishte weit vor Thomas, obwohl Thomas auf dem Papier der stärkere Radfahrer war.

Lösung: Stell dir einen Alarm auf deiner Uhr. Alle 15 bis 20 Minuten musst du Energie zuführen. In den Alpen verbrennt dein Motor bei den Anstiegen deutlich mehr als im Training im Flachland. Du brauchst etwa 80 bis 100 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde, wenn du vorne mitmischen willst. Teste das im Training, bis dein Magen es bei hoher Intensität verträgt. Wer hier schlampt, zahlt mit einem Qual-Marathon.

Ergebnisse Ironman 70.3 Zell am See als Analysewerkzeug nutzen

Es bringt nichts, die Ergebnislisten nur nach den Gesamtzeiten zu scannen. Wenn du wirklich lernen willst, wie man dieses Rennen knackt, musst du die Split-Zeiten sezieren. Schau dir die Top 10 deiner Altersklasse an. Du wirst feststellen, dass fast niemand von ihnen die schnellste Radzeit des Tages hatte. Diejenigen, die in der Endabrechnung ganz oben stehen, sind die, die einen sehr soliden Radsplit mit einem überragenden Laufsplit kombiniert haben.

Der Fehler ist, dass viele Amateure versuchen, das Rennen auf dem Rad zu gewinnen. Sie sehen die Profis und wollen deren Dynamik kopieren. Aber ein Profi hat eine ganz andere muskuläre Ausdauer. Wenn du dein Pulver auf den 90 Kilometern verschießt, zeigen die Ergebnisse Ironman 70.3 Zell am See gnadenlos deine Schwäche in der dritten Disziplin. Ein guter Richtwert ist: Wenn dein Laufsplit mehr als 20 Prozent langsamer ist als deine reine Halbmarathon-Bestzeit, dann bist du auf dem Rad zu hart gefahren.

Lösung: Geh in die Analyse der Vorjahre. Suche nach Athleten, die ähnliche Schwimmzeiten haben wie du. Schau dir an, wer von denen am Ende die Nase vorn hatte. Fast immer sind es die, die auf dem Rad defensiv agiert haben. Nutze diese Erkenntnis für deine Pacing-Strategie. Erfolg in Zell am See ist das Ergebnis von Disziplin, nicht von roher Gewalt am Pedal.

Die Materialschlacht am Berg gewinnt keine Rennen

Ich sehe immer wieder Leute, die sich für Zell am See extra leichte Carbon-Laufräder kaufen, aber dann eine Übersetzung fahren, die für Holland geeignet wäre. Wenn du mit einer 25er Kassette in den Filzensattel fährst und kein Profi bist, wirst du sterben. Deine Trittfrequenz wird in den Keller gehen, du wirst wie ein Ochse am Lenker reißen und deinen unteren Rücken ruinieren.

Lösung: Vergiss die Aerodynamik für die 15 Kilometer des Hauptanstiegs und konzentriere dich auf die Mechanik. Du brauchst eine Übersetzung, die es dir erlaubt, auch bei 12 bis 15 Prozent Steigung noch eine Frequenz von mindestens 70 Umdrehungen zu halten. Ein Rettungsring (30er oder 32er Ritzel) ist in Zell am See kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Intelligenz. Wer flüssig kurbelt, spart die Muskelfasern, die er später für den Lauf braucht. Das spart dir bares Geld für teure Upgrades, die am Berg ohnehin kaum Gewichtsvorteile bringen. Investiere lieber in eine ordentliche Kassette und eine neue Kette.

Realitätscheck

Machen wir uns nichts vor: Zell am See ist eines der schönsten, aber auch eines der tückischsten Rennen im Kalender. Es gibt keine Abkürzung zum Erfolg. Wenn du glaubst, dass du mit drei Trainingseinheiten pro Woche und ein bisschen Radfahren im Flachland dort eine Bestzeit aufstellst, wirst du scheitern. Die Berge verzeihen keine mangelnde Vorbereitung.

Es braucht spezifisches Kraftausdauertraining. Du musst Intervalle am Berg fahren, bis deine Lungen brennen. Du musst lernen, nach einer harten Radbelastung sofort in den Laufschritt zu wechseln, ohne dass deine Waden krampfen. Und vor allem musst du dein Ego an der Startlinie abgeben. Wer meint, er müsse den Zuschauern am Filzensattel zeigen, wie schnell er hochsprinten kann, wird 30 Kilometer später bitterlich dafür bezahlen. Ein erfolgreiches Finish in Zell am See ist die Belohnung für Monate harter, ehrlicher Arbeit und eine kluge, fast schon feige Renneinteilung auf dem Rad. Wenn du dazu bereit bist, wird der Zieleinlauf am See einer der besten Momente deines Lebens. Wenn nicht, wird es ein sehr teurer und schmerzhafter Ausflug in die Alpen. Es liegt an dir, ob du als Athlet oder als Tourist in der Ergebnisliste stehst.

SB

Stefan Braun

Stefan Braun hat für verschiedene Online-Redaktionen gearbeitet und steht für Qualitätsjournalismus mit Substanz.