Der Stadtrat der Stadt Röthenbach hat in seiner jüngsten Sitzung umfassende Instandsetzungsarbeiten für das Freibad Röthenbach An Der Pegnitz sowie die dazugehörige Infrastruktur für die kommende Saison verabschiedet. Bürgermeister Klaus Hacker bestätigte gegenüber lokalen Medienvertretern, dass die technischen Anlagen nach fast drei Jahrzehnten Betriebsdauer eine grundlegende Erneuerung erfordern. Die Verwaltung plant, die Arbeiten zeitnah zu beginnen, um den Badebetrieb im Frühjahr sicherzustellen.
Die Entscheidung basiert auf einem technischen Gutachten der Stadtwerke Röthenbach, das erhebliche Mängel an der Filteranlage und den Pumpmechanismen feststellte. Die Experten kamen zu dem Schluss, dass ohne diese Eingriffe die Wasserqualität nicht mehr dauerhaft garantiert werden könne. Laut dem vorgelegten Finanzplan belaufen sich die veranschlagten Kosten für die erste Phase der Maßnahmen auf rund 450.000 Euro.
Sanierungsstau im Freibad Röthenbach An Der Pegnitz
Die bauliche Situation der Anlage im Pegnitzgrund wird bereits seit mehreren Jahren in den zuständigen Gremien diskutiert. Das Freibad Röthenbach An Der Pegnitz stammt in seiner jetzigen Form aus einer Bauphase, die heute nicht mehr den aktuellen energetischen Standards für öffentliche Schwimmbäder entspricht. Stadtbaumeisterin Marion Richter erläuterte im Bauausschuss, dass vor allem die Wärmedämmung der Rohrleitungen und die Steuerungstechnik der Beckenheizung veraltet seien.
Im vergangenen Jahr verzeichnete die Stadt eine Besucherzahl von über 60.000 Gästen, was die Belastung für die Technik zusätzlich erhöhte. Die Wasserverluste durch kleinere Leckagen im Betonbecken nahmen laut Betriebsbericht der Schwimmmeister stetig zu. Um den ökologischen Fußabdruck zu verringern, prüft die Stadtverwaltung nun die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Funktionsgebäudes.
Technische Details der Wasseraufbereitung
Die geplante Modernisierung umfasst den Austausch der alten Sandfilter gegen moderne Mehrschichtfilter mit automatischer Rückspülung. Dieses System reduziert den Chemieverbrauch und verbessert die Sichttiefe im Sportbecken erheblich. Laut Angaben der beauftragten Ingenieurgesellschaft wird die neue Steuerung die Stromkosten für die Umwälzpumpen um etwa 15 Prozent senken.
Zusätzlich zur Filtertechnik müssen die Chlordosieranlagen modernisiert werden, um den gesetzlichen Anforderungen der DIN 19643 für die Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser zu genügen. Die Stadt setzt hierbei auf eine sensorgesteuerte Mess- und Regeltechnik, die Abweichungen in Echtzeit an die Betriebsleitung meldet. Dies soll menschliche Fehlerquellen minimieren und die Sicherheit der Badegäste erhöhen.
Finanzielle Herausforderungen und staatliche Fördermittel
Die Finanzierung der Maßnahme stellt für den städtischen Haushalt eine erhebliche Belastung dar, da die Rücklagen für Sportstätten durch vorangegangene Projekte bereits angegriffen sind. Kämmerer Harald Meyer wies darauf hin, dass die Stadt Röthenbach einen Antrag auf Fördermittel beim Freistaat Bayern gestellt hat. Das Programm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen könnte bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten übernehmen.
Sollte der Förderbescheid negativ ausfallen, müsste die Stadt die Differenz über Kredite finanzieren oder andere geplante Vorhaben zeitlich schieben. Die Opposition im Stadtrat mahnte in der Debatte an, dass die laufenden Betriebskosten des Bades jährlich ein Defizit im sechsstelligen Bereich verursachen. Dennoch bestand Einigkeit darüber, dass die Einrichtung als sozialer Treffpunkt und für den Schulsport unverzichtbar bleibt.
Auswirkungen auf die Eintrittspreise
Im Zuge der Investitionen diskutiert die Verwaltung auch über eine Anpassung der Entgeltordnung für die kommende Freibadsaison. Die bisherigen Preise decken laut einem Bericht des Rechnungsprüfungsamtes nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten pro Badegast ab. Eine moderate Erhöhung der Ticketpreise für Erwachsene wird als wahrscheinlich eingestuft, während Ermäßigungen für Familien und Jugendliche erhalten bleiben sollen.
Vertreter des örtlichen Schwimmvereins zeigten sich besorgt über mögliche Preissprünge, die einkommensschwache Haushalte ausschließen könnten. Bürgermeister Hacker betonte jedoch, dass das Bad weiterhin für alle Bevölkerungsschichten zugänglich bleiben müsse. Eine endgültige Entscheidung über die neue Preisstruktur wird der Stadtrat erst nach Vorliegen der finalen Kostenaufstellung im ersten Quartal treffen.
Kritik an den zeitlichen Verzögerungen
Trotz der nun beschlossenen Maßnahmen gibt es Kritik von Bürgerinitiativen an der langen Planungsphase. Die Sprecherin der Initiative für den Erhalt der Sportstätten, Elena Schmidt, bezeichnete den jetzigen Zeitpunkt der Sanierung als riskant. Da die Lieferzeiten für spezialisierte Pumpentechnik derzeit bei mehreren Monaten liegen, befürchten Anwohner einen verspäteten Saisonstart.
Die Stadtverwaltung wies diese Bedenken zurück und verwies auf verbindliche Zusagen der ausführenden Fachfirmen. Man habe die Ausschreibungen so gestaltet, dass die Hauptarbeiten in den Wintermonaten abgeschlossen werden können. Ein Sprecher des beteiligten Sanitärunternehmens bestätigte, dass die notwendigen Komponenten bereits reserviert worden seien.
Bauliche Risiken im Bestandsgebäude
Ein weiteres Problem stellt die Bausubstanz der Umkleidekabinen und Sanitärbereiche dar, die im Rahmen der aktuellen Sanierung nur teilweise berücksichtigt werden können. Stichprobenartige Untersuchungen ergaben Feuchtigkeitsschäden in den Wänden der Duschanlagen, die mittelfristig eine Kernsanierung erfordern. Diese Maßnahmen sind jedoch nicht im aktuellen Budget von 450.000 Euro enthalten und müssen separat geplant werden.
Das Gesundheitsamt des Landkreises Nürnberger Land führt regelmäßig Kontrollen durch und hat die aktuelle Nutzung unter Auflagen genehmigt. Sollten sich die hygienischen Bedingungen in den Funktionsräumen jedoch verschlechtern, droht eine Teilsperrung einzelner Bereiche. Die Stadt versucht, durch intensivierte Reinigungszyklen und oberflächliche Instandsetzungen Zeit zu gewinnen.
Regionale Bedeutung des Standorts
Die Freizeitanlage in Röthenbach dient nicht nur den eigenen Bürgern, sondern zieht auch Besucher aus den benachbarten Gemeinden Schwaig und Lauf an der Pegnitz an. Durch die direkte Anbindung an den Pegnitztal-Radweg ist die Erreichbarkeit für Fahrradfahrer optimal gelöst. Die Stadt plant, im Zuge der Sanierung auch die Anzahl der Fahrradabstellplätze zu verdoppeln.
Regionale Tourismusverbände heben die Bedeutung der Anlage für das Naherholungskonzept der Region hervor. Laut einer Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik gehören Freibäder zu den am stärksten genutzten Freizeiteinrichtungen in Mittelfranken. Ein Ausfall der Röthenbacher Anlage würde den Druck auf die umliegenden Seen und Bäder deutlich erhöhen.
Kooperationen mit Schulen und Vereinen
Für die lokale Mittelschule und das Gymnasium ist das Schwimmbecken der einzige Ort für den obligatorischen Schwimmunterricht im Sommerhalbjahr. Die Schulleitungen äußerten in einem gemeinsamen Brief an die Stadt ihre Unterstützung für die Modernisierung. Ohne die Wasserflächen müssten die Schüler weite Wege in andere Städte auf sich nehmen, was den Stundenplan logistisch überfordern würde.
Auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) nutzt die Anlage für die Ausbildung von Rettungsschwimmern und zur Abnahme von Schwimmabzeichen. Der Vorsitzende des örtlichen Verbandes betonte die Wichtigkeit der Ausbildung, da die Zahl der Nichtschwimmer unter Grundschülern laut Studien der DLRG bundesweit gestiegen ist. Die Sanierung sichert somit auch die Fortführung dieser präventiven Bildungsarbeit.
Personelle Situation und Betriebssicherheit
Ein oft übersehener Aspekt bei der Sanierung öffentlicher Bäder ist der Mangel an qualifiziertem Fachpersonal. Die Stadt Röthenbach sucht derzeit aktiv nach zusätzlichem Personal für die Badeaufsicht und den technischen Betrieb. Fachangestellte für Bäderbetriebe sind auf dem Arbeitsmarkt hart umkämpft, da viele Kommunen ähnliche Personalprobleme haben.
Die Verwaltung prüft daher, ob die technische Überwachung der Anlagen teilweise an externe Dienstleister vergeben werden kann. Dies würde das Stammpersonal entlasten und die Betriebssicherheit erhöhen, insbesondere bei den neuen, komplexeren Steuerungssystemen. Eine vollständige Privatisierung des Betriebs wird vom Stadtrat jedoch kategorisch ausgeschlossen, um die kommunale Kontrolle zu behalten.
Zukünftige Schwerpunkte der Stadtentwicklung
Die Investition in die Freizeitinfrastruktur ist Teil eines größeren Stadtentwicklungskonzepts, das Röthenbach als Wohnstandort attraktiver machen soll. Durch den Zuzug junger Familien steigt der Bedarf an Sport- und Erholungsmöglichkeiten stetig an. Die Stadtplaner sehen das Areal am Pegnitzgrund als grünes Herzstück der Stadt, das in den kommenden zehn Jahren sukzessive aufgewertet werden soll.
Neben dem Schwimmsport sollen auch andere Freizeitaktivitäten wie Beachvolleyball oder Kleinfeld-Fußball auf dem Gelände mehr Raum erhalten. Die Sanierung der Technik ist somit nur der erste Schritt in einer Reihe von Maßnahmen, die den Standort langfristig sichern. Ein modernes Bad gilt als Standortvorteil im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte, die sich in der Region niederlassen möchten.
Erwartete Entwicklungen bis zum Saisonstart
In den kommenden Wochen wird die Stadtverwaltung die detaillierten Ausschreibungsunterlagen veröffentlichen und die Aufträge an die Fachbetriebe vergeben. Sobald die Witterung es zulässt, beginnen die Erdarbeiten an den Zuleitungen zum Maschinenraum. Die Bürger werden über das offizielle Amtsblatt der Stadt regelmäßig über den Fortschritt der Bauarbeiten und etwaige Einschränkungen informiert.
Es bleibt abzuwarten, ob die kalkulierten Kosten aufgrund der volatilen Preise im Bausektor eingehalten werden können. Sollten unvorhergesehene Mängel am Rohrleitungssystem entdeckt werden, könnte sich der finanzielle Rahmen kurzfristig erweitern. Die Stadtverwaltung hat angekündigt, im Frühjahr eine Begehung für interessierte Bürger anzubieten, um die neue Technik vor Ort zu erläutern.
Ob die Wiedereröffnung wie geplant im Mai stattfinden kann, hängt maßgeblich von einer reibungslosen Abnahme durch die zuständigen technischen Überwachungsvereine ab. Die Stadt geht davon aus, dass die modernisierte Anlage die Betriebsgenehmigung für mindestens zwei weitere Jahrzehnte sichern wird. Die Entwicklung der Energiepreise wird zudem bestimmen, inwieweit die neuen Effizienzmaßnahmen die Betriebskosten tatsächlich senken können.