funchal pestana village garden resort

funchal pestana village garden resort

Madeira ist keine Insel für Leute, die nur am Strand liegen wollen. Wer hier landet, sucht meistens etwas anderes: das satte Grün der Berge, das tiefe Blau des Atlantiks und eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen britischer Eleganz und portugiesischer Gelassenheit schwebt. Wenn du deinen Aufenthalt planst, stolperst du zwangsläufig über das Funchal Pestana Village Garden Resort, das sich wie eine kleine Oase direkt in der Hotelzone der Inselhauptstadt ausbreitet. Es ist nicht einfach nur ein Ort zum Schlafen, sondern ein Paradebeispiel dafür, wie man traditionelle madeirensische Architektur mit einem Garten kombiniert, der eher an einen botanischen Park erinnert. Ich habe mir die Anlage genau angeschaut, um herauszufinden, ob der Hype gerechtfertigt ist oder ob man sein Geld lieber woanders investieren sollte. Spoiler: Wer Betonklötze hasst, wird sich hier wohlfühlen.

Die Lage macht den Unterschied zwischen Stress und Erholung

Manche Hotels in Funchal liegen so weit oben am Hang, dass man ohne Taxi oder extrem trainierte Waden kaum zum Abendessen kommt. Dieses Resort hier hat den Standort-Jackpot geknackt. Es liegt im Stadtteil São Martinho. Du läufst etwa zwanzig Minuten bis in die Altstadt, die berühmte Zona Velha. Das ist ein schöner Spaziergang an der Estrada Monumental entlang. Auf dem Weg kommst du an etlichen kleinen Cafés vorbei, wo der Espresso – oder Bica, wie die Einheimischen sagen – noch einen Euro kostet.

Was viele Urlauber unterschätzen, ist die Windanfälligkeit der Insel. Das Hotel liegt geschützt. Während es oben in den Bergen in Santana stürmt oder regnet, sitzt du hier meistens bei milden Temperaturen im Garten. Die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ist ebenfalls exzellent. Die gelben Busse der Horários do Funchal halten fast direkt vor der Tür. Damit kommst du günstig überall hin, ohne dich mit dem nervigen Parkplatzmsearch in der Innenstadt herumschlagen zu müssen. Ein Mietwagen ist auf Madeira zwar für Ausflüge in den Norden sinnvoll, aber für die Tage in der Stadt brauchst du ihn definitiv nicht.

Funchal Pestana Village Garden Resort und das Konzept der Gemeinschaft

Einer der größten Pluspunkte dieser Anlage ist das sogenannte Dine-Around-Konzept. Das ist kein hohles Marketingversprechen. Wenn du hier eincheckst, hast du theoretisch Zugriff auf die Einrichtungen des benachbarten Pestana Miramar. Die beiden Hotels teilen sich das Grundstück und die Gärten. Das sorgt dafür, dass sich das Areal viel weitläufiger anfühlt, als es eigentlich ist.

Die Architektur weicht wohltuend von den modernen Glaspalästen ab. Man setzt auf warme Farben, Ziegel und viel Holz. Das wirkt gemütlich. Es gibt keine sterilen Flure. Stattdessen führen Pfade durch den Garten zu den verschiedenen Gebäudeteilen. Die Zimmer sind als Studios konzipiert. Das bedeutet, du hast eine kleine Küchenzeile. Wer nicht jeden Abend im Restaurant sitzen will, kann sich auf dem lokalen Markt, dem Mercado dos Lavradores, frischen Fisch oder exotische Früchte wie die Ananas-Banane kaufen und selbst etwas zubereiten. Das spart ordentlich Geld und gibt dir ein Stück Freiheit zurück.

Warum der Garten das Herzstück ist

Man darf den Namen Garden Resort ruhig wörtlich nehmen. Die Gärtner hier leisten ganze Arbeit. Du findest hier Drachenbäume, Strelitzien und riesige Farne. Es ist fast schon ironisch: Viele Touristen zahlen Eintritt für den Botanischen Garten von Funchal, dabei haben die Gäste hier die Flora direkt vor der Balkontür. Die Wege sind sauber gepflastert. Es duftet überall nach Blumen und dem nahen Meer.

Für mich ist das der entscheidende Faktor für die Erholung. Wenn ich morgens mit dem Kaffee auf dem Balkon sitze und in dieses grüne Dickicht schaue, vergesse ich sofort, dass ich eigentlich in einer Stadt bin. Die Geräuschkulisse der Straße wird durch die dichte Bepflanzung effektiv geschluckt. Das ist Luxus, der nicht durch goldene Wasserhähne definiert wird, sondern durch Ruhe.

Pools und Wellness abseits vom Standard

Es gibt einen Außenpool, der harmonisch in die Gartenlandschaft integriert ist. Er ist groß genug, um morgens ein paar Bahnen zu ziehen, bevor die anderen Gäste auftauchen. Wenn das Wetter mal nicht mitspielt – was auf Madeira auch im Sommer passieren kann –, weichst du auf den Innenpool aus. Der Wellnessbereich bietet das Übliche: Sauna, Dampfbad, Massagen. Alles solide, sauber und funktional. Es ist kein High-End-Spa eines Fünf-Sterne-Tempels, aber für die Entspannung nach einer anstrengenden Levada-Wanderung reicht es völlig aus.

Essen und Trinken ohne Touristenfalle

Beim Thema Hotelverpflegung bin ich normalerweise skeptisch. Oft bekommt man liebloses Buffet-Essen, das nach drei Tagen langweilt. Hier ist das etwas anders gelöst. Durch die Kooperation mit den Nachbarhotels stehen dir verschiedene Themenrestaurants zur Verfügung. Das reicht von mediterraner Küche bis hin zu lokalen Spezialitäten wie Espetada – Rindfleischspieße auf Lorbeerzweigen.

Ein echter Geheimtipp ist die Bar in der Nähe des Pools. Hier gibt es den besten Poncha der Gegend, wenn man nicht extra nach Câmara de Lobos fahren will. Poncha ist das Nationalgetränk Madeiras aus Zuckerrohrschnaps, Honig und frischem Zitronensaft. Aber Vorsicht: Das Zeug ist stärker, als es schmeckt. Wer zwei davon trinkt, findet den Weg zurück zum Zimmer nur noch mit Mühe.

Frühstück als solider Start

Das Frühstücksbuffet bietet eine gute Auswahl. Es gibt frisches Obst, verschiedene Brotsorten und die obligatorischen Eierspeisen. Besonders hervorzuheben sind die kleinen Pastéis de Nata, die hier oft noch warm serviert werden. Ich empfehle, früh zu kommen. Zwischen acht und neun Uhr kann es voll werden, besonders wenn große Wandergruppen gleichzeitig aufbrechen wollen. Wer es entspannt mag, geht entweder direkt zum Start oder kurz vor Ende der Frühstückszeit.

Aktivitäten rund um das Funchal Pestana Village Garden Resort

Wer nur im Hotel bleibt, verpasst das Beste. Madeira ist ein Wanderparadies. Das Hotel bietet oft geführte Touren an, aber du kannst das auch leicht selbst organisieren. Eine der einfachsten und schönsten Touren ist die Wanderung zur Levada dos Piornais. Sie startet nicht weit vom Hotel entfernt und führt dich entlang der alten Wasserkanäle tief in die Täler.

Ein weiteres Highlight ist das Lido-Viertel. Da Madeira kaum natürliche Sandstrände hat, haben die Einheimischen Meerwasserschwimmbäder gebaut. Das Lido Bathing Complex ist nur wenige Gehminuten entfernt. Dort kannst du sicher im Atlantik baden, geschützt vor der oft starken Brandung. Es kostet ein paar Euro Eintritt, aber die Infrastruktur mit Umkleiden und Duschen ist den Preis wert.

Nicht verpassen: paradise koh yao noi thailand

Tipps für Ausflüge in die Umgebung

Wenn du ein bisschen mehr von der Insel sehen willst, miete dir für zwei Tage ein Auto. Fahr hoch zum Pico do Arieiro. Das ist der dritthöchste Gipfel der Insel. Wenn du Glück hast, stehst du über den Wolken und hast eine Aussicht, die man sonst nur aus dem Flugzeug kennt. Danach lohnt sich ein Abstecher nach Santana, um die traditionellen strohgedeckten Häuser anzuschauen. Es ist touristisch, ja, aber trotzdem sehenswert.

Ein absolutes Muss ist die Fahrt nach Porto Moniz im Nordwesten. Dort gibt es natürliche Lavapools, die direkt in den Fels gehauen wurden. Das Wasser ist glasklar und wird durch die Flut ständig erneuert. Die Fahrt dorthin über die alte Küstenstraße ist spektakulär, erfordert aber gute Nerven am Steuer. Die Tunnel sind eng, die Abhänge steil. Aber genau das macht Madeira aus.

Was man vor der Buchung wissen sollte

Niemand mag Überraschungen, die den Urlaub vermiesen. Deshalb hier ein paar ehrliche Worte. Das Resort ist kein Neubau. Man sieht hier und da, dass die Anlage schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Hier klemmt mal eine Tür, dort ist die Einrichtung vielleicht nicht mehr auf dem allerneuesten Stand des Designs. Aber genau das macht den Charme aus. Es wirkt authentisch und nicht wie eine generische Hotelkette, die überall auf der Welt gleich aussieht.

Ein weiterer Punkt ist die Lautstärke. Obwohl die Gärten viel schlucken, liegt das Hotel in einer belebten Gegend. Wer ein Zimmer zur Straßenseite hat, hört tagsüber den Verkehr. Frag beim Check-in unbedingt nach einem Zimmer mit Blick in den Garten oder zum Pool. Das macht einen riesigen Unterschied für die Schlafqualität.

Preise und Preis-Leistungs-Verhältnis

Madeira ist in den letzten Jahren teurer geworden. Das merkt man auch an den Hotelpreisen. Trotzdem bietet dieses Resort ein faires Paket. Du bekommst viel Platz, eine tolle Anlage und einen Service, der typisch portugiesisch ist: herzlich, manchmal etwas langsam, aber immer bemüht. Wenn du die Kosten für die Verpflegung senken willst, nutzt du die Küchenzeile im Studio. Ein kurzer Besuch im Supermarkt "Pingo Doce" im nahegelegenen Einkaufszentrum Forum Madeira deckt den Bedarf für die ganze Woche.

Warum dieses Hotel für verschiedene Zielgruppen funktioniert

Ich sehe hier oft unterschiedliche Menschen. Da sind die älteren Paare, die seit zwanzig Jahren jedes Jahr kommen und vom Personal mit Handschlag begrüßt werden. Dann gibt es die jungen Wanderer, die tagsüber auf den Levadas unterwegs sind und abends die zentrale Lage schätzen, um noch ein Bier in der Stadt zu trinken. Und auch Familien fühlen sich wohl, weil die Studios genug Platz bieten und die Kinder im Pool toben können, ohne dass es jemanden stört.

Das Geheimnis liegt in der Ungezwungenheit. Es gibt keinen Dresscode, der dich zwingt, im Anzug zum Abendessen zu erscheinen. Du kannst hier einfach du selbst sein. Das nimmt den Stress aus dem Urlaub.

Die beste Reisezeit für deinen Aufenthalt

Madeira wird oft als Insel des ewigen Frühlings bezeichnet. Das stimmt zwar, aber es gibt Nuancen. Von Mai bis September ist das Wetter am stabilsten. Die Temperaturen liegen meist um die 25 Grad. Im Winter kann es öfter regnen, aber die Natur explodiert förmlich vor Farben. Wer zum berühmten Blumenfest im Mai kommt, erlebt die Insel von ihrer buntesten Seite. Dann ist allerdings auch das Hotel oft Monate im Voraus ausgebucht.

Dein Schlachtplan für den perfekten Urlaub

Damit dein Aufenthalt ein voller Erfolg wird, solltest du nicht einfach nur hinfahren und schauen, was passiert. Ein bisschen Planung schadet nie, besonders auf einer so vielseitigen Insel wie Madeira.

  1. Zimmerwahl: Kontaktiere das Hotel vorab und bitte um ein Zimmer in den oberen Etagen mit Gartenblick. Die Aussicht ist einfach besser und es ist ruhiger.
  2. Transport: Kauf dir direkt am Flughafen oder in Funchal eine "Giro"-Karte für den Bus. Das ist viel billiger als Einzelfahrscheine beim Fahrer zu kaufen.
  3. Ausrüstung: Pack gute Wanderschuhe ein. Auch wenn du denkst, du machst nur Stadturlaub – die Levadas werden dich locken, und mit Flip-Flops kommst du dort nicht weit.
  4. Kulinarik: Probier den schwarzen Degenfisch mit Banane (Espada com Banana). Es klingt furchtbar, schmeckt aber fantastisch.
  5. Entspannung: Reserviere dir einen Nachmittag nur für den Hotelgarten. Such dir eine Bank im Schatten eines Drachenbaums und lies ein Buch. Das ist der Moment, in dem der Urlaub wirklich beginnt.

Wer das Funchal Pestana Village Garden Resort wählt, entscheidet sich für eine solide Basis mit viel Charakter. Es ist kein Hotel für Leute, die ultra-modernen Minimalismus suchen. Es ist ein Ort für Genießer, für Pflanzenliebhaber und für Menschen, die die Nähe zur Stadt brauchen, ohne auf Ruhe verzichten zu wollen. Die Kombination aus der botanischen Pracht und der unschlagbaren Lage macht es zu einem der beständigsten Angebote auf der Insel.

Letztlich ist es die Mischung aus der entspannten Atmosphäre und der Professionalität der Pestana-Gruppe, die den Unterschied macht. Man merkt, dass hier Profis am Werk sind, die wissen, was Urlauber wollen: ein sauberes Zimmer, ein gutes Frühstück und eine Umgebung, die die Seele baumeln lässt. Wenn du das nächste Mal nach Madeira fliegst, schau dir dieses Resort genauer an. Es könnte genau der Rückzugsort sein, den du suchst, um die Batterien wieder aufzuladen. Und vergiss nicht, den Poncha an der Poolbar zu probieren – aber sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.

LZ

Lisa Zimmermann

Zwischen Tagesaktualität und Hintergrundanalyse bringt Lisa Zimmermann Struktur in komplexe Themenlagen.