hausarztpraxis güler süslü fachärztin für allgemeinmedizin

hausarztpraxis güler süslü fachärztin für allgemeinmedizin

Stell dir vor, es ist Montagmorgen, 8:15 Uhr. In der Hausarztpraxis Güler Süslü Fachärztin für Allgemeinmedizin stehen bereits sieben Personen vor dem Tresen, das Telefon klingelt ununterbrochen und im Wartezimmer sitzen drei Patienten, die eigentlich erst für 9:00 Uhr bestellt waren, aber „schon mal da sein wollten“. Ich habe dieses Szenario hunderte Male erlebt. Der Fehler, den die meisten hier machen, ist der Versuch, es allen recht zu machen. Die MFA am Empfang versucht, gleichzeitig Telefonate anzunehmen, Rezepte auszugeben und die Schlange abzuarbeiten. Das Ergebnis? Nach zwei Stunden ist das Team am Ende, die Ärztin hinkt dem Zeitplan um 45 Minuten hinterher und die Stimmung ist auf dem Nullpunkt. Dieser personelle und strukturelle Burnout kostet eine Praxis am Ende bares Geld durch Fluktuation und Behandlungsfehler, die in der Hektik passieren.

Die Illusion der offenen Sprechstunde in der Hausarztpraxis Güler Süslü Fachärztin für Allgemeinmedizin

Viele Praxisinhaber glauben immer noch, dass eine völlig offene Tür der beste Service für den Patienten sei. Das ist ein Trugschluss, der direkt ins Chaos führt. Wer keine klaren Zeitfenster für Akutfälle definiert, verliert die Kontrolle über seinen Tag. Ich habe Praxen gesehen, die dachten, sie könnten Akutpatienten einfach „zwischenschieben“. Das funktioniert vielleicht bei zwei Leuten, aber nicht bei zehn.

Die Lösung ist so simpel wie hart: Ein radikales Terminsystem. Akutpatienten müssen lernen, dass sie zwischen 8:00 und 9:00 Uhr anrufen und für einen festen Slot am späten Vormittag kommen. Wer ohne Termin kommt, wartet – und zwar hintenan. Das klingt unhöflich, ist aber die einzige Art, wie man eine hochwertige Versorgung sicherstellt. Wenn die Ärztin für einen Patienten mit komplexen chronischen Leiden eigentlich 20 Minuten braucht, aber wegen der „Zwischenschieber“ nur 5 Minuten hat, leidet die medizinische Qualität. In Deutschland regelt das Patientendaten-Schutzgesetz und die generelle Berufsordnung zwar vieles, aber das Zeitmanagement liegt allein in der Hand der Praxisstruktur.

Warum das Telefon der größte Zeitfresser ist

In meiner Zeit in der ambulanten Versorgung war das Telefon der Hauptgrund für Überstunden. Wenn die MFA alle 30 Sekunden unterbrochen wird, unterlaufen ihr Fehler bei der Dokumentation oder beim Ausstellen von Überweisungen. Ein Rezepttelefon oder eine digitale Lösung für Wiederholungsrezepte ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Wer das ignoriert, zahlt monatlich drauf, weil qualifiziertes Personal für Hilfstätigkeiten verschwendet wird, die eine Bandansage oder ein Online-Tool erledigen könnte.

Dokumentation ist kein lästiges Extra sondern deine Versicherung

Ein Fehler, den ich bei jungen Medizinern und erfahrenen Kräften gleichermaßen sehe, ist die schlampige Dokumentation unter Zeitdruck. Man denkt sich: „Ich weiß ja, was wir besprochen haben.“ Aber drei Jahre später, bei einer Regressprüfung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) oder im schlimmsten Fall bei einem Haftungsprozess, ist dieses Wissen weg. Wenn es nicht in der Kartei steht, hat es nicht stattgefunden. Punkt.

Ich erinnere mich an einen Fall, bei dem eine Praxis über 15.000 Euro zurückzahlen musste, weil die Chronikerpauschalen zwar abgerechnet, aber die notwendigen zwei persönlichen Arzt-Patienten-Kontakte pro Quartal nicht rechtssicher dokumentiert waren. Ein Klick zu wenig, ein Satz zu kurz – das ist kein Kavaliersdelikt, das ist ökonomischer Selbstmord auf Raten.

Die Lösung hier ist die Arbeit mit Textbausteinen, die aber individuell angepasst werden müssen. Wer nur standardisierte Sätze nutzt, fliegt bei der Prüfung ebenfalls auf. Man braucht ein System, das während des Gesprächs eine Live-Dokumentation erlaubt, ohne dass der Blickkontakt zum Patienten verloren geht. Das erfordert Übung und die richtige Hardware, wie zum Beispiel zwei Bildschirme oder ein Tablet. Wer hier an 500 Euro für Technik spart, riskiert fünfstellige Summen bei der nächsten Prüfung.

Unterschätzung der Materialwirtschaft und Personalkosten

Es klingt banal, aber die Kosten für Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel und Bürobedarf fressen den Gewinn auf, wenn kein System dahintersteckt. In der Hausarztpraxis Güler Süslü Fachärztin für Allgemeinmedizin oder jeder vergleichbaren Einrichtung ist der Materialverbrauch ein versteckter Gewinnkiller. Ich habe Lager gesehen, in denen abgelaufene Impfstoffe im Wert von 2.000 Euro im Kühlschrank lagen, nur weil niemand für die Bestandsprüfung verantwortlich war.

Das Delegationsprinzip falsch verstehen

Viele Ärzte denken, sie müssten alles selbst machen. Das ist ein massiver Denkfehler. Eine gut ausgebildete Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) kann Hausbesuche übernehmen, Blutentnahmen koordinieren und Wundversorgungen vorbereiten. Wer als Arzt Blut abnimmt, während das Wartezimmer voll ist, verbrennt Geld. Der Stundenlohn eines Arztes im Vergleich zu einer MFA ist der Maßstab. Jede Tätigkeit, die rechtlich delegiert werden kann, muss delegiert werden.

Hier ein Vorher-Nachher-Vergleich aus der Praxis:

Vorher: Der Arzt beginnt den Tag, indem er selbst die Post öffnet, Befunde sortiert und zwischendurch Patienten zur Blutentnahme reinruft, weil die MFA gerade am Telefon festsitzt. Er ist gestresst, schafft pro Stunde nur drei Patienten und macht am Ende des Tages zwei Stunden unbezahlte Büroarbeit. Die Fehlerquote steigt, die Patienten fühlen sich abgefertigt.

Nachher: Die Praxis führt ein striktes Delegationsmodell ein. Die MFA bereitet alle Befunde digital vor, markiert kritische Werte. Der Arzt betritt das Sprechzimmer erst, wenn der Patient bereits vorbereitet ist. Durch die klare Aufgabenverteilung schafft er fünf Patienten pro Stunde bei höherer Aufmerksamkeit. Die Büroarbeit wird in festen Blöcken während der Sprechstunde erledigt. Das Team geht pünktlich nach Hause, die Einnahmen steigen um 20 Prozent, weil die Abrechnungsziffern (EBM) korrekt und vollständig erfasst werden.

Die Falle der IGeL-Leistungen

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) werden oft als Goldgrube beworben. Der Fehler? Praxen versuchen, ihren Patienten alles Mögliche aufzudrängen, was nicht zum Profil passt. Das zerstört das Vertrauen. Ein Patient, der sich wie in einem Verkaufsgespräch fühlt, kommt nicht wieder.

Anstatt wahllos Ultraschalluntersuchungen oder Vitamin-Infusionen anzubieten, sollte man sich auf Leistungen konzentrieren, die einen echten medizinischen Mehrwert bieten und zur Demografie der Patienten passen. Wenn die Praxis in einem Viertel mit vielen Senioren liegt, sind Vorsorgeuntersuchungen, die über den Kassenstandard hinausgehen, sinnvoll – aber nur, wenn sie fundiert erklärt werden. Wer IGeL als reines Umsatztool sieht, scheitert langfristig an der Patientenbindung. Es geht um medizinische Ergänzung, nicht um Marketing-Gags.

Das unterschätzte Risiko der IT-Infrastruktur

Ich habe Praxen erlebt, die nach einem Ransomware-Angriff drei Wochen lang komplett stillstanden. Alle Patientendaten verschlüsselt, kein Zugriff auf die Abrechnung, kein Betrieb möglich. Der Fehler war hier immer derselbe: Ein billiger Consumer-Router, keine externe Datensicherung und Mitarbeiter, die private E-Mails am Praxisrechner öffnen.

In einer modernen Allgemeinarztpraxis ist die IT das Rückgrat. Ein Serverausfall ist teurer als jeder neue Laserdrucker. Man braucht einen professionellen IT-Dienstleister, der sich mit der Telematikinfrastruktur (TI) auskennt. Die TI ist oft störanfällig, und wer hier selbst bastelt, verliert wertvolle Behandlungszeit. Es ist nun mal so: Wer bei der IT spart, spart am falschen Ende. Ein tägliches Backup, das physisch von der Praxis getrennt wird, ist die absolute Grundvoraussetzung.

Fehlerhaftes Abrechnungsmanagement im EBM und bei der GOÄ

Der größte finanzielle Verlust entsteht nicht durch zu wenige Patienten, sondern durch falsche Abrechnung. Viele Ärzte kennen ihren EBM (Einheitlicher Bewertungsmaßstab) nicht gut genug. Sie erbringen Leistungen, die sie nicht abrechnen, oder sie rechnen Leistungen ab, für die sie die Voraussetzungen nicht erfüllen.

Ein Klassiker ist die Vernachlässigung der Gesprächsziffern oder das Vergessen von kleinen chirurgischen Eingriffen im Abrechnungsstress. Ich habe Abrechnungen geprüft, bei denen pro Quartal mehrere tausend Euro „liegen gelassen“ wurden, einfach weil die Dokumentation der Ziffern nicht automatisiert war. Man muss sich einmal im Quartal hinsetzen und die Logikprüfung der Software ernst nehmen. Wer die Fehlermeldungen einfach wegklickt, verschenkt sein Gehalt.

Realitätscheck

Erfolg in der Allgemeinmedizin hat wenig mit dem medizinischen Fachwissen allein zu tun. Das wird vorausgesetzt. Der Unterschied zwischen einer Praxis, die floriert, und einer, die kurz vor dem Burnout steht, ist das Management. Du musst akzeptieren, dass du nicht nur Arzt bist, sondern auch Unternehmer und Manager.

Es gibt keine Abkürzung zu einer gut laufenden Praxis. Es erfordert Disziplin bei der Personalführung, Härte bei der Durchsetzung von Terminstrukturen und eine fast schon pedantische Genauigkeit bei der Abrechnung und Dokumentation. Wenn du denkst, dass sich die Dinge „von selbst einspielen“, irrst du dich gewaltig. Ohne klare Prozesse wirst du von den Anforderungen des Systems zerrieben. Das Geschäft ist hart, die Bürokratie nimmt zu, und die Margen werden durch steigende Personalkosten kleiner. Wer hier bestehen will, muss seine Praxis wie ein Präzisionsuhrwerk führen. Wer das nicht kann oder will, wird am Ende draufzahlen – emotional und finanziell. Es klappt nur, wenn die Struktur steht, bevor der erste Patient am Morgen die Tür öffnet. Es ist ein Marathon, kein Sprint, und ohne die richtige Ausrüstung kommst du nicht ins Ziel. Und „Ausrüstung“ bedeutet in diesem Fall: Ein eingespieltes Team, eine fehlerfreie IT und ein eiserner Wille zur Organisation. Wer diese Grundlagen ignoriert, wird scheitern, egal wie gut er als Diagnostiker ist. So funktioniert das Geschäft in der ambulanten Versorgung heute.

LZ

Lisa Zimmermann

Zwischen Tagesaktualität und Hintergrundanalyse bringt Lisa Zimmermann Struktur in komplexe Themenlagen.