Die Stadtverwaltung Lüneburg hat die abschließende Baugenehmigung für das großflächige Einzelhandelsprojekt Hornbach Lüneburg Bei Der Keulahütte Lüneburg auf dem Gelände der ehemaligen Gießerei erteilt. Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch bestätigte die Entscheidung am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz im Rathaus. Das Vorhaben umfasst eine Verkaufsfläche von rund 14.000 Quadratmetern und soll die Nahversorgung im südöstlichen Stadtgebiet erweitern.
Die Bauarbeiten auf dem Areal an der Goseburgstraße beginnen laut dem zuständigen Projektleiter der Hornbach Baumarkt AG, Christian Meyer, bereits im kommenden Monat. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag in den Standort. Meyer betonte, dass der Zeitplan eine Eröffnung im ersten Quartal des kommenden Jahres vorsieht. Die Planung sieht neben dem klassischen Baumarktsortiment auch ein integriertes Garten-Center sowie eine Drive-in-Station für Baustoffe vor.
Historischer Kontext der Standortwahl Hornbach Lüneburg Bei Der Keulahütte Lüneburg
Das Gelände blickt auf eine lange industrielle Geschichte zurück, da die Keulahütte über Jahrzehnte als prägender Betrieb der Metallverarbeitung in der Region fungierte. Nach der Stilllegung der Produktion und dem Abriss der alten Werkshallen lag die Fläche für längere Zeit brach. Die Ansiedlung des Baumarktes gilt als zentraler Baustein für die Revitalisierung dieses Industrieareals.
Die Stadt Lüneburg hat den Bebauungsplan in den vergangenen zwei Jahren intensiv angepasst, um den Anforderungen an modernen Einzelhandel gerecht zu werden. Stadtbaurat Markus Moeller erklärte, dass die Bodenuntersuchungen aufgrund der industriellen Vornutzung besonders gründlich ausfielen. Sanierungsmaßnahmen waren erforderlich, um Altlasten aus dem Gießereibetrieb fachgerecht zu entsorgen. Diese Vorbereitungen wurden im Herbst des vergangenen Jahres erfolgreich abgeschlossen.
Verkehrstechnische Erschließung und Infrastruktur
Ein wesentlicher Aspekt der Planung betrifft die Anbindung an das bestehende Straßennetz rund um die Goseburgstraße. Die Verkehrsbehörde der Stadt Lüneburg erwartet ein deutlich erhöhtes Aufkommen durch Privat- und Lieferverkehr. Um Staus zu vermeiden, ist der Bau einer neuen Linksabbiegerspur sowie die Installation einer intelligenten Ampelsteuerung vorgesehen.
Finanziert werden diese infrastrukturellen Anpassungen teilweise durch den Investor, wie aus dem städtebaulichen Vertrag hervorgeht. Die Planungsunterlagen der Ingenieurgesellschaft Heidt & Peters zeigen, dass auch die Radwegeführung in diesem Bereich verbessert wird. Damit reagiert die Stadt auf Forderungen von Anwohnern nach mehr Sicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer.
Anpassungen im öffentlichen Nahverkehr
Die KVG Stade plant parallel dazu eine Taktverdichtung der Buslinien, die das Gewerbegebiet erschließen. Dies soll sicherstellen, dass die neuen Arbeitsplätze auch ohne eigenen Pkw erreichbar sind. Gespräche zwischen dem Verkehrsverbund und der Stadtverwaltung dauern derzeit noch an, um die genauen Haltestellenpositionen festzulegen.
Wirtschaftliche Auswirkungen auf die Region
Mit der Eröffnung entstehen nach Angaben der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen etwa 120 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Das Unternehmen sucht bereits jetzt nach Fachkräften für die Bereiche Verkauf, Logistik und Verwaltung. Die lokale Wirtschaftsförderung begrüßt das Projekt als Signal für die Attraktivität des Standorts Lüneburg.
Kritik kommt hingegen vom regionalen Einzelhandelsverband, der eine Verdrängung kleinerer Fachbetriebe befürchtet. Geschäftsführerin Heike Hellberg äußerte Bedenken, dass die enorme Verkaufsfläche den Druck auf Traditionsbetriebe in der Innenstadt erhöhen könnte. Die Stadtverwaltung entgegnet, dass das Sortiment eines Baumarktes kaum Überschneidungen mit den spezialisierten Geschäften im Stadtkern aufweise.
Umweltauflagen und Nachhaltigkeitskonzepte
Das Neubauprojekt muss strenge ökologische Kriterien erfüllen, die im Niedersächsischen Baurecht verankert sind. Dazu gehört die Installation einer Photovoltaikanlage auf der gesamten Dachfläche des Hauptgebäudes. Diese Anlage soll einen Großteil des benötigten Stroms für den Marktbetrieb regenerativ erzeugen.
Zusätzlich sieht der Entwurf eine umfassende Fassadenbegrünung und die Versickerung von Regenwasser auf dem eigenen Grundstück vor. Die Naturschutzverbände in Lüneburg haben den Prozess kritisch begleitet und Ausgleichsmaßnahmen für die Versiegelung der Flächen gefordert. Als Kompensation wurde die Renaturierung einer Fläche am Stadtrand vertraglich festgelegt.
Konkurrenzsituation im lokalen Baumarktsektor
Die Ansiedlung von Hornbach Lüneburg Bei Der Keulahütte Lüneburg verschärft den Wettbewerb unter den bestehenden Baumärkten in der Hansestadt. Experten des Handelsverbands Deutschland (HDE) weisen darauf hin, dass die Pro-Kopf-Verkaufsfläche im Baumarktsegment in Norddeutschland bereits über dem Bundesdurchschnitt liegt. Dies könnte zu einem Preiskampf führen, von dem Kunden kurzfristig profitieren dürften.
Branchenanalysten beobachten eine Konzentration auf große Standorte mit umfassendem Serviceangebot. Kleinere Baumärkte ohne Drive-in-Option oder spezialisierte Fachberatung könnten langfristig Marktanteile verlieren. Der Marktführer in der Region hat bereits angekündigt, seine Filialen in Lüneburg zu modernisieren, um dem neuen Wettbewerber entgegenzuwirken.
Bürgerbeteiligung und lokale Reaktionen
Während der öffentlichen Auslegung der Pläne gingen zahlreiche Stellungnahmen von Bürgern ein. Die Hauptsorgen betrafen vor allem die Lärmbelästigung durch nächtliche Warenanlieferungen. In der Baugenehmigung wurden daraufhin strikte Zeitfenster für den Lieferverkehr festgeschrieben, um die Nachtruhe der angrenzenden Wohngebiete zu schützen.
Einige Anwohnervereinigungen fordern zudem eine Lärmschutzwand entlang der Grundstücksgrenze. Die Stadt Lüneburg prüft derzeit, ob die gesetzlichen Grenzwerte diese zusätzliche Maßnahme zwingend erforderlich machen. Eine Entscheidung hierzu wird nach Abschluss der detaillierten Lärmprognose im Sommer erwartet.
Architektonische Gestaltung des Baukörpers
Das Design des Marktes orientiert sich an der industriellen Ästhetik der Umgebung, um einen Bezug zur Geschichte der Keulahütte herzustellen. Verwendet werden Klinkerelemente und Stahlkonstruktionen, die an die alte Gießerei erinnern sollen. Die Genehmigungsbehörde legte Wert darauf, dass der Neubau das Stadtbild an diesem markanten Eingangstor nicht negativ beeinträchtigt.
Ausblick auf die kommenden Projektphasen
In den nächsten Wochen konzentriert sich der Fokus auf die Einrichtung der Baustelle und die Sicherung der Zufahrtswege. Das Staatliche Baumanagement überwacht die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften während der Erdarbeiten. Sollten während der Grabungen archäologische Funde gemacht werden, könnte sich der Baufortschritt verzögern.
Die Hansestadt Lüneburg wird regelmäßig über den Fortschritt auf ihrer offiziellen Webseite informieren. Parallel dazu plant der Investor eine Informationsveranstaltung für interessierte Bürger im Herbst. Dort sollen auch Details zum Bewerbungsverfahren für die neuen Stellen bekannt gegeben werden.
Der Erfolg des Projekts hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die verkehrstechnischen Anpassungen umgesetzt werden können. Es bleibt abzuwarten, ob die prognostizierten Kundenzahlen erreicht werden und wie sich das Gefüge des Einzelhandels in Lüneburg durch diesen Zuwachs verändern wird. Die Überwachung der Umweltauswirkungen nach der Inbetriebnahme bildet einen weiteren Schwerpunkt der städtischen Kontrolle.