Wer Malta hört, denkt oft an gelben Sandstein, enge Gassen in Valletta und die Abwesenheit von echten Sandstränden. Das stimmt meistens auch, denn die Insel besteht fast nur aus Fels. Aber ganz im Norden, dort wo die Fähren nach Gozo ablegen, ändert sich das Bild schlagartig. Hier liegt die Mellieha Bay, der längste Sandstrand des Landes. Direkt gegenüber von diesem blauen Wasser befindet sich das Hotel db Seabank & Spa Malta, eine Anlage, die das Konzept des All-Inclusive-Urlaubs auf der Insel maßgeblich geprägt hat. Wer hierherkommt, sucht keinen einsamen Rückzugsort in den Bergen, sondern das volle Paket aus Unterhaltung, Essen rund um die Uhr und kurzen Wegen zum Meer. Ich habe mir das Resort genau angesehen, um herauszufinden, ob das Versprechen vom sorgenfreien Urlaub in der Praxis hält oder ob man im Trubel der Massen untergeht.
Warum die Lage in Mellieha den Unterschied macht
Mellieha ist anders als St. Julian’s oder Sliema. Es ist ruhiger, weitläufiger und wirkt weniger wie eine Betonwüste. Der Strand Ghadira Bay liegt buchstäblich vor der Haustür. Man muss nur die Küstenstraße überqueren. Das ist ein riesiger Vorteil, denn Parkplätze sind auf Malta Mangelware. Wer im Norden wohnt, spart sich die nervige Suche. Von hier aus ist man zudem in zehn Minuten am Cirkewwa Terminal. Das ist der Startpunkt für Ausflüge zur Blauen Lagune auf Comino oder für einen Tagestrip auf die Nachbarinsel Gozo. Entdecken Sie mehr zu einem vergleichbaren Thema: diesen verwandten Artikel.
Die Anbindung ist gut, aber man sollte wissen, was man will. Wer jeden Abend in den Clubs von Paceville feiern möchte, sitzt hier fest. Die Fahrt in den Süden kann zur Rushhour locker eine Stunde dauern. Die Busverbindungen sind zwar vorhanden, aber die maltesischen Busse folgen eher einem ungefähren Zeitplan als einer harten Uhrzeit. Für Familien und Wanderer ist die Lage hingegen Gold wert. Direkt hinter dem Hotel beginnen Wanderwege, die zu alten Verteidigungsanlagen und versteckten Kapellen führen. Man blickt von vielen Zimmern direkt auf das Naturschutzgebiet Ghadira, wo man Vögel beobachten kann, statt auf graue Hauswände.
Das kulinarische System im Hotel db Seabank & Spa Malta
Essen ist bei All-Inclusive oft ein Reizthema. Massenabfertigung, lauwarmes Buffet und Plastikbecher zerstören oft die Urlaubsstimmung. Hier verfolgt man ein anderes Konzept. Es gibt ein Hauptrestaurant für das Frühstück und Abendessen in Buffetform, aber der Clou sind die Spezialitätenrestaurants. Diese muss man vorab reservieren. Es gibt asiatische Küche, brasilianisches Churrasco, italienische Klassiker und ein Restaurant, das sich auf Fleischgerichte spezialisiert hat. Reisereporter hat dieses wichtige Sachgebiet ausführlich analysiert.
Ich empfehle, die Reservierungen direkt am ersten Tag über die Kioske in der Lobby oder die App zu erledigen. Die Plätze in den beliebten Themenrestaurants sind schnell weg. Das Buffet im Coral Restaurant ist solide. Es gibt Themenabende mit maltesischen Spezialitäten wie Kaninchen oder Pastizzi. Die Qualität der Speisen ist für die schiere Anzahl der Gäste beeindruckend hoch. Man merkt, dass hier Profis am Werk sind, die wissen, wie man große Mengen produziert, ohne dass alles nach Einheitsbrei schmeckt. Das Personal räumt Tische in einem Tempo ab, das man fast schon als sportlich bezeichnen kann. Es ist laut, es ist wuselig, aber es funktioniert. Wer es ruhiger mag, sollte die Randzeiten nutzen. Frühstücken um sieben Uhr morgens ist entspannt. Um neun Uhr wird es zum Kampf am Kaffeeautomaten.
Zimmerausstattung und Wohnkomfort
Die Zimmer im Haus sind zweckmäßig und modern eingerichtet. Man findet keine verstaubten Teppichböden, sondern kühle Fliesen, was bei den Temperaturen auf Malta im Sommer ein Segen ist. Die meisten Zimmer verfügen über einen Balkon. Wenn du die Wahl hast, nimm ein Zimmer mit Meerblick. Der Aufpreis lohnt sich, weil du abends den Sonnenuntergang über der Bucht beobachten kannst. Die Standardzimmer sind groß genug für zwei Erwachsene und ein Kind. Für größere Familien gibt es spezielle Familienzimmer mit einer optischen Trennung.
Ein Detail, das oft übersehen wird, ist die Klimaanlage. Auf Malta ist sie im Juli und August überlebenswichtig. Die Anlagen im Resort sind leistungsstark und lassen sich individuell regeln. Die Betten sind fest, was ich persönlich schätze. Wer weiche Matratzen bevorzugt, könnte hier Probleme bekommen. Sauberkeit wird großgeschrieben. Die Reinigungskräfte sind flink und gründlich. Man findet täglich frische Handtücher und die Minibar wird regelmäßig mit Wasser und Softdrinks aufgefüllt. Das ist im All-Inclusive-Paket enthalten und spart bares Geld, da die Preise in den kleinen Läden an der Promenade recht hoch sind.
Wellness und Freizeitaktivitäten im Detail
Der Name des Resorts verspricht Wellness, und das Pearl Spas liefert ab. Es gibt einen beheizten Innenpool, was besonders in der Nebensaison zwischen November und März wichtig ist. Malta kann im Winter feucht und windig sein. Dann ist das Spa der Rückzugsort schlechthin. Die Behandlungen wie Massagen oder Gesichtsbehandlungen kosten extra, sind aber im Vergleich zu deutschen Hotelpreisen fair kalkuliert.
Für Kinder ist das Hotel ein Paradies. Es gibt den Kids Club, ein Animationsprogramm, das nicht zu aufdringlich ist, und natürlich die Poollandschaft. Der Außenpool ist riesig, aber er ist nicht beheizt. Im Mai kann das Wasser noch recht frisch sein. Es gibt einen separaten Pool für Erwachsene, der Ruhe verspricht. Das klappt meistens ganz gut, solange man nicht direkt neben der Poolbar sitzt. Sportbegeisterte finden ein Fitnessstudio, das für ein Urlaubshotel erstaunlich gut ausgestattet ist. Es gibt genug Freihanteln und Kardiogeräte, um das tägliche Buffet abzutrainieren.
Praktische Tipps für deinen Aufenthalt
Malta nutzt den Typ G Stecker, also das britische System mit drei Pins. Du brauchst einen Adapter. Manche Zimmer haben zwar USB-Anschlüsse direkt an der Wand, aber darauf verlassen würde ich mich nicht. Pack einen Universaladapter ein. Ein weiterer Punkt ist das Wasser. Das Leitungswasser auf Malta ist entsalztes Meerwasser. Es ist sicher zu trinken, schmeckt aber stark nach Chlor. Nutze lieber die Wasserspender im Hotel oder die Flaschen aus der Minibar.
Wenn du die Insel erkunden willst, miete dir ein Auto nur, wenn du starke Nerven hast. Linksverkehr ist die eine Sache, der maltesische Fahrstil eine ganz andere. Die Busse sind eine günstige Alternative. Hol dir die Tallinja Card, damit fährst du deutlich günstiger als mit Einzeltickets beim Fahrer. Eine Fahrt kostet sonst zwei Euro, egal wie weit du fährst. Mit der Karte wird es deutlich billiger. Die Haltestelle liegt direkt vor dem Hotelkomplex. Von dort fahren Linien nach Valletta, Mdina und zum Flughafen.
Die beste Reisezeit für Nordmalta
Malta ist ein Ganzjahresziel, aber die Erfahrung ändert sich je nach Monat. Im Hochsommer klettert das Thermometer oft über 35 Grad. Das ist die Zeit für reinen Strandurlaub. Kulturinteressierte sollten im Frühling oder Herbst kommen. Im April blüht die Insel, es ist grün und die Temperaturen liegen bei angenehmen 20 bis 25 Grad. Das ist perfekt für Wanderungen zu den Megalithischen Tempeln oder durch die Festungsstädte. Im Winter kann es stürmisch werden, aber die Preise sinken massiv. Wer einfach nur entspannen und gut essen will, findet dann im Resort ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Umgebung erkunden
Mellieha selbst hat eine wunderschöne Kirche auf dem Hügel. Der Aufstieg ist steil, aber die Aussicht entschädigt für alles. Direkt unter der Kirche befinden sich Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, die man besichtigen kann. Das ist ein eindrucksvolles Stück Geschichte. Für Filmfans ist das Popeye Village nur eine kurze Busfahrt entfernt. Das Set wurde für den Film aus dem Jahr 1980 gebaut und ist heute ein kleiner Freizeitpark. Es ist ein schönes Fotomotiv, auch wenn man den Park selbst nicht betritt.
Wer Natur sucht, sollte zum Selmun Palace fahren und von dort aus zur Mistra Bay wandern. Man trifft dort kaum Touristen, sondern eher Einheimische beim Picknick. Die Küstenlinie ist hier wild und zerklüftet. Man sieht die Kraft des Meeres, die den Kalkstein über Jahrtausende geformt hat. Es ist ein krasser Gegensatz zum organisierten Leben im Hotel.
Echte Erfahrungen mit dem Service
Ein großes Hotel steht und fällt mit dem Personal. Man merkt, dass die Mitarbeiter hier geschult sind, auch in Stresssituationen freundlich zu bleiben. An der Rezeption spricht man meist Englisch, aber oft findet man auch jemanden, der Deutsch versteht. Probleme mit dem Zimmer oder technische Defekte werden meist innerhalb weniger Stunden behoben. Man darf keinen persönlichen Butler-Service erwarten, dafür ist die Anlage zu groß. Aber der Standard ist professionell.
Ein kleiner Kritikpunkt ist oft die Wartezeit an den Aufzügen während der Stoßzeiten. Wenn alle gleichzeitig zum Abendessen wollen, braucht man Geduld. Mein Tipp: Wenn du fit bist, nimm die Treppe, wenn du in den unteren Etagen wohnst. Das spart Zeit und Nerven. Das WLAN ist im gesamten Komplex kostenlos und stabil genug für Streaming oder Videotelefonie. Das ist heute kein Luxus mehr, sondern Standard, wird aber auf Malta nicht überall so zuverlässig umgesetzt wie hier.
Preis-Leistung im Vergleich
Malta ist in den letzten Jahren teurer geworden. Die Preise für Restaurantbesuche in Valletta oder Sliema können locker mit denen in Berlin oder München mithalten. Da spielt das All-Inclusive-Modell seine Stärken aus. Wenn man Flug, Transfer und Verpflegung zusammenrechnet, ist das Paket oft günstiger als ein Individualurlaub in einer Ferienwohnung, bei dem man jede Mahlzeit extra zahlen muss. Besonders Familien profitieren von den kostenlosen Getränken und Snacks für die Kinder.
Man sollte aber genau hinschauen, was inkludiert ist. Importierte Spirituosen kosten oft extra, während lokale Biere und Weine im Preis enthalten sind. Das lokale Bier Cisk ist übrigens ausgezeichnet und passt perfekt zum warmen Klima. Der Wein ist ebenfalls trinkbar, auch wenn er nicht mit Spitzenweinen aus Italien konkurrieren kann. Für den durchschnittlichen Urlauber ist die Auswahl mehr als ausreichend.
Deine nächsten Schritte für die Reiseplanung
Wenn du dich für einen Aufenthalt entscheidest, gibt es ein paar Dinge, die du jetzt tun solltest. Prüfe zuerst die Flugverbindungen. Air Malta und Billigflieger wie Ryanair bedienen die Insel regelmäßig. Ein Flug dauert von Deutschland aus etwa drei Stunden. Buche das Hotel am besten über ein Reisebüro oder ein Portal, das einen Transfer beinhaltet. Die Fahrt vom Flughafen nach Mellieha dauert mit dem Taxi etwa 40 Minuten und kostet rund 30 Euro.
- Reserviere deine Spezialitätenrestaurants sofort nach der Ankunft. Warte nicht bis zum zweiten Tag.
- Besorge dir eine Tallinja Card für den Bus, wenn du kein Auto mieten willst.
- Packe Badeschuhe ein. Auch wenn es einen Sandstrand gibt, sind viele andere Buchten auf Malta felsig und Seeigel sind keine Seltenheit.
- Lade dir eine Offline-Karte von Malta auf dein Handy. Das hilft bei Wanderungen in der Umgebung von Mellieha ungemein.
- Plane einen Ausflug nach Gozo unter der Woche ein. Am Wochenende ist die Fähre oft überfüllt mit Einheimischen, die einen Ausflug machen.
Der Aufenthalt im Hotel db Seabank & Spa Malta bietet eine solide Basis für einen entspannten Urlaub. Es ist keine einsame Insel-Idylle, aber eine perfekt geölte Urlaubsmaschine, die genau das liefert, was die meisten Reisenden suchen: Sonne, Komfort und keine versteckten Kosten. Wer die Anlage als Basislager nutzt und trotzdem die Insel erkundet, bekommt das Beste aus beiden Welten. Man hat den Luxus einer großen Anlage und die Freiheit, die reiche Kultur Maltas zu entdecken. Letztlich ist es eine Entscheidung für Bequemlichkeit, ohne dabei auf Qualität verzichten zu müssen. Die Mischung aus internationalem Standard und maltesischer Gastfreundschaft funktioniert hier erstaunlich gut. Man muss sich nur auf die Größe der Anlage einlassen können. Wer das tut, wird eine großartige Zeit im Norden der Insel haben.