kate bush kick inside album

kate bush kick inside album

Stell dir vor, du sitzt spätabends vor deinem Rechner, die Augen brennen schon, aber du glaubst, den Fang deines Lebens gemacht zu haben. Auf einer Auktionsplattform wird ein Exemplar der Kate Bush Kick Inside Album Erstpressung angeboten. Der Verkäufer schreibt „Rare EMI First Pressing“ und verlangt 450 Euro. Du klickst auf Kaufen, wartest eine Woche voller Vorfreude, und wenn das Paket ankommt, hältst du eine gewöhnliche Nachpressung aus den frühen Achtzigern in den Händen, die auf jedem Flohmarkt für 15 Euro in der Kiste liegt. Ich habe das oft erlebt. Sammler, die sich von glänzenden Covern und vagen Beschreibungen blenden lassen, zahlen am Ende Lehrgeld, das locker für eine komplette Diskografie gereicht hätte. Es ist dieser Moment der Erkenntnis, wenn man die Matrixnummer im Auslaufbereich der Platte mit den Datenbanken abgleicht und merkt: Das hier ist nicht das heilige Gral-Objekt, für das ich mein Budget geopfert habe.

Der Fehler beim Kate Bush Kick Inside Album und die Jagd nach dem falschen Cover

Ein massiver Irrtum, den ich ständig sehe, ist die Fixierung auf das Cover-Motiv als alleiniges Merkmal für den Wert. Viele glauben, dass das berühmte Motiv mit Kate in dem Drachen-Konstrukt automatisch bedeutet, dass es sich um ein wertvolles Sammlerstück handelt. Das Gegenteil ist der Fall. Dieses Album wurde millionenfach gepresst. Wenn du blind kaufst, nur weil das Cover sauber aussieht, hast du fast schon verloren.

In der Praxis sieht das so aus: Ein Käufer sieht ein Exemplar mit dem japanischen Obi-Streifen. Er denkt „Japan-Import, das muss teuer sein“ und blättert 120 Euro hin. Was er nicht weiß: Es gibt spätere Pressungen aus der Toshiba-EMI Ära, die klanglich zwar okay sind, aber sammlertechnisch kaum mehr als 30 Euro wert sein sollten. Der wahre Wert liegt im Detail der Pressmatrize. Wenn dort nicht die spezifischen Kürzel der ersten Lackierung stehen, hast du nur ein schönes Stück Pappe gekauft.

Wer Geld sparen will, muss lernen, die Etiketten zu lesen. Bei der britischen Erstausgabe ist das EMI-Logo entscheidend. Spätere Versionen haben kleine Designänderungen, die einem Laien nicht auffallen, aber den Preis um den Faktor zehn beeinflussen. Wer hier nicht mit einer Lupe und einer Taschenlampe die Rillen kontrolliert, wird systematisch über den Tisch gezogen. Profis schauen zuerst auf die "Dead Wax"-Informationen. Steht dort nicht die richtige Kombination aus Buchstaben und Zahlen, die auf die Mastering-Ingenieure der Londoner Abbey Road Studios hindeuten, ist der Preis hinfällig.

Warum der Zustand Mint bei dieser Platte fast immer eine Lüge ist

Es gibt kaum ein Album aus dem Jahr 1978, das heute noch im echten „Mint“-Zustand existiert, wenn es nicht gerade in einer Zeitkapsel lag. Ich habe Leute gesehen, die horrende Summen für Exemplare bezahlt haben, die als „neuwertig“ deklariert waren, nur um beim ersten Auflegen ein konstantes Knistern zu hören. Das Problem bei diesem Debütwerk ist die Dynamik der Musik. Songs wie „The Man with the Child in His Eyes“ sind extrem leise produziert. Jedes winzige Staubkorn, jeder noch so kleine Kratzer wird hier zum akustischen Albtraum.

Ein typisches Szenario: Ein Händler bietet das Album als „Near Mint“ an. Der Käufer sieht die glatte Oberfläche unter normalem Zimmerlicht und greift zu. Zu Hause, unter einer LED-Punktstrahlleuchte, kommen die „Hairlines“ zum Vorschein. Das sind feinste Kratzer vom Herausziehen aus der Papierinnenhülle. Bei Rockalben mag das egal sein, aber hier ruiniert es das Hörerlebnis komplett.

Die Lösung ist simpel, aber zeitaufwendig: Akzeptiere niemals eine rein visuelle Bewertung bei Preisen über 50 Euro. Ein erfahrener Praktiker verlangt einen Audio-Check oder zumindest Detailfotos unter direktem, hartem Licht. Wer das versäumt, zahlt für den optischen Schein und bekommt akustischen Schrott. Ein ehrliches „Very Good Plus“ ist oft viel mehr wert als ein gelogenes „Mint“, weil der Verkäufer hier meistens realistischer einschätzt, was die Nadel wirklich aus der Rille holt.

Die Falle der weltweiten Pressungen und regionalen Unterschiede

Ein Fehler, der richtig ins Geld geht, ist das Unwissen über die Herkunftsländer. Viele denken, eine Erstpressung ist eine Erstpressung, egal woher sie kommt. Das ist falsch. Die deutsche Pressung von 1978 klingt grundlegend anders als die britische oder die US-amerikanische Version. Die US-Version von Harvest hat oft ein anderes Mastering, das den Bass künstlich anhebt, was den feinen Sound von Kate Bush völlig verfälscht.

Nehmen wir einen Vorher/Nachher-Vergleich aus der Realität eines Sammlers. Vorher: Ein Sammler kauft für 80 Euro eine kanadische Pressung, weil er denkt, der Importstatus rechtfertigt den Preis. Beim Hören stellt er fest, dass die Höhen dumpf klingen und die Stimme keine Brillanz hat. Er ist enttäuscht, schiebt es auf die Technik seiner Anlage und investiert in neue Kabel, was noch mehr Geld kostet, aber das Problem nicht löst. Nachher: Derselbe Sammler informiert sich über die Matrizennummern der frühen britischen Pressungen (YAX-Nummern). Er findet für 40 Euro ein optisch weniger perfektes, aber klanglich überlegenes Exemplar aus England. Plötzlich steht die Stimme im Raum, die Instrumente sind klar getrennt. Er hat die Hälfte des Geldes ausgegeben und das doppelte an Qualität erhalten.

Der Unterschied liegt in den verwendeten Masterbändern. Die britischen Pressungen wurden meistens von den Originalbändern gezogen, während für Übersee-Pressungen oft nur Kopien der Bänder verschickt wurden. Mit jeder Kopie geht ein Teil der Magie verloren. Wer das ignoriert, jagt Schatten hinterher.

Die unterschätzte Gefahr der falschen Innenhüllen

Es klingt banal, aber die Innenhülle kann ein Kate Bush Kick Inside Album ruinieren oder dessen Wert halbieren. Originale Erstpressungen kamen oft mit spezifischen Innenhüllen, die entweder Texte oder Werbung für andere EMI-Künstler enthielten. Sammler, die das Album später weiterverkaufen wollen, merken schmerzlich, dass ein „Generic White Sleeve“ den Wert drastisch senkt.

Aber das ist nicht das eigentliche Problem. Das wahre Problem ist die chemische Reaktion. Die alten PVC-Außenhüllen, die viele Sammler zum Schutz nutzen, sondern Gase ab, die mit der Zeit die Oberfläche der Schallplatte angreifen. Das nennt man „Outgassing“ oder „Clouding“. Die Platte bekommt einen milchigen Schleier, der nicht mehr zu entfernen ist und ein lautes Rauschen verursacht. Ich habe Sammlungen gesehen, in denen Werte im fünfstelligen Bereich durch billige Plastikhüllen vernichtet wurden.

Wer heute in dieses Hobby einsteigt, muss sofort investieren – nicht in mehr Platten, sondern in hochwertige antistatische Innenhüllen aus Polyethylen. Wer die Original-Innenhülle behalten will (aus Sammlergründen), sollte sie separat lagern. Die Platte gehört in eine moderne Schutzhülle. Wer das vernachlässigt, sieht dabei zu, wie seine Investition langsam wegrottet. Es gibt keine Rettung für eine vergasste Platte. Was weg ist, ist weg.

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Warum Waschmaschinen für Schallplatten keine Option, sondern Pflicht sind

Viele Leute kaufen eine alte Platte und wundern sich, dass sie dreckig klingt. Sie versuchen es mit einer billigen Bürste und drücken den Schmutz nur tiefer in die Rille. Das ist, als würde man ein wertvolles Ölgemälde mit einem nassen Scheuerlappen reinigen.

  1. Eine manuelle Knosti-Wäsche ist der Einstieg, reicht aber bei hartnäckigem Schmutz oft nicht aus.
  2. Eine elektrische Vakuumsaugmaschine kostet zwar 400 Euro, rettet dir aber Platten, die du sonst als „unspielbar“ weggeworfen hättest.
  3. Ultraschallreiniger sind die Königsklasse, aber für den Durchschnittssammler oft Overkill.

Ich habe Exemplare gesehen, die für 5 Euro in der Grabbelkiste lagen, weil sie aussahen wie eine Pizza. Nach einer professionellen Reinigung spielten sie fast makellos. Das ist der Weg, wie man wirklich Geld spart: Lerne, Dreck von physischen Schäden zu unterscheiden. Ein Kratzer ist für immer, aber vierzig Jahre alter Staub lässt sich entfernen.

Marketing-Hype um limitierte farbige Editionen erkennen

In den letzten Jahren gab es diverse Neuauflagen auf farbigem Vinyl. Pink, Blau, marmoriert – das sieht auf Instagram super aus. Aber hier lauert die nächste Kostenfalle. Diese „Limited Editions“ werden oft zu künstlich überhöhten Preisen im Resale-Markt gehandelt. Wenn du 100 Euro für eine pinke Pressung aus dem Jahr 2018 ausgibst, zahlst du für die Farbe, nicht für den Klang.

Die Wahrheit ist: Farbiges Vinyl hat oft eine höhere Fehlerrate beim Pressen. Pigmente können das Rauschverhalten beeinflussen. Wenn du die Musik wirklich so hören willst, wie Kate Bush und ihr Team es damals im Studio beabsichtigt haben, ist eine saubere, schwarze Pressung aus der Zeit fast immer die bessere Wahl. Die modernen Remasterings sind oft digital bearbeitet. Das ist nicht per se schlecht, aber es verändert die Seele der Aufnahme. Die Wärme der originalen Analogkette wird durch eine klinische Präzision ersetzt, die nicht jedem gefällt.

Lass dich nicht von „Sold Out“-Stickern täuschen. Diese Platten werden oft künstlich verknappt, um den Gebrauchtmarkt anzuheizen. Warte ein Jahr, und die Preise sinken meistens wieder, wenn der erste Hype verflogen ist. Geduld ist in diesem Bereich dein größter finanzieller Verbündeter. Wer sofort haben muss, was alle anderen auch gerade wollen, zahlt den „Ungeduldszuschlag“.

Die Realität der Preisgestaltung bei Online-Händlern

Ein großer Fehler ist der Glaube, dass der höchste Preis auf Discogs den tatsächlichen Wert widerspiegelt. Die Preise, die du dort siehst, sind Wunschpreise. Was zählt, ist die Verkaufshistorie. Wenn jemand das Album für 500 Euro inseriert, heißt das nicht, dass es das wert ist. Vielleicht steht es dort seit drei Jahren und niemand kauft es.

Ich sehe oft Anfänger, die ihre Sammlung bei Versicherungen mit diesen Phantasiepreisen angeben. Wenn es dann zum Schadensfall kommt, folgt das böse Erwachen. Die Versicherung zahlt den Marktwert, und der liegt oft deutlich unter den Ausreißern nach oben. Um den echten Wert zu ermitteln, musst du die letzten zehn verkauften Exemplare in genau demselben Zustand mitteln. Alles andere ist Selbstbetrug.

Ein weiteres Problem sind die Versandkosten und der Zoll. Wenn du ein vermeintliches Schnäppchen aus den USA oder Japan bestellst, kommen 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer und oft saftige Bearbeitungsgebühren der Versanddienstleister oben drauf. Aus einem 40-Euro-Schnäppchen wird so schnell ein 80-Euro-Frustkauf. Kauf lieber lokal oder innerhalb der EU, es sei denn, es handelt sich um ein absolut einzigartiges Stück, das es nirgendwo anders gibt.

Realitätscheck

Erfolgreiches Sammeln und Verstehen dieser Materie hat nichts mit Glück zu tun. Es ist harte Arbeit, die aus Recherche, dem Abgleich von Seriennummern und dem Lernen aus Fehlern besteht. Wer glaubt, er könne mit ein paar Klicks eine wertvolle Sammlung aufbauen, ohne sich die Finger schmutzig zu machen, wird sein Geld schneller verlieren, als die erste Seite der Platte durchgelaufen ist.

Du wirst Fehler machen. Du wirst Platten kaufen, die sich als Schrott entpuppen. Du wirst zu viel bezahlen, weil die Emotionen beim Bieten mit dir durchgehen. Das ist normal. Wichtig ist nur, dass du diese Fehler nicht wiederholst. Ein echtes Verständnis für dieses Medium kommt nicht durch das Lesen von Hochglanzmagazinen, sondern durch das Vergleichen von Pressungen an deinem eigenen Plattenspieler.

Es gibt keine Abkürzung zur Expertise. Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das meistens auch. Der Markt für diese speziellen Tonträger ist heute so transparent, dass kaum noch jemand versehentlich einen Schatz für fünf Euro verkauft. Die Leute wissen, was sie haben – oder sie tun so, als wüssten sie es. Deine Aufgabe ist es, besser informiert zu sein als der Verkäufer. Nur so sparst du am Ende wirklich Geld. Es geht nicht darum, das billigste Exemplar zu finden, sondern das mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Und das erfordert Disziplin, eine gute Lupe und ein sehr dickes Fell gegenüber Marketing-Geschwätz. Wer das nicht mitbringt, sollte sein Geld lieber in einen Streaming-Dienst investieren – das ist sicherer für den Geldbeutel, auch wenn das Herz dabei leer ausgeht.

TS

Thomas Schäfer

Thomas Schäfer verfolgt politische und soziale Debatten mit kritischem Blick und journalistischer Verantwortung.