the lince nordeste country and nature hotel

the lince nordeste country and nature hotel

Wer die Azoren besucht, sucht meistens nicht den klassischen Massentourismus mit Betonburgen und All-inclusive-Buffets. Man sucht die Einsamkeit der Steilküsten, das satte Grün der Weiden und das Gefühl, am Rand der Welt zu stehen. Genau in diese Kerbe schlägt das The Lince Nordeste Country and Nature Hotel im Osten der Insel São Miguel. Nordeste galt lange als der vergessene Teil der Insel, weil die Fahrt von der Hauptstadt Ponta Delgada mühsam und langwierig war. Heute ist die Anbindung deutlich besser, doch der wilde Charakter dieser Region blieb zum Glück erhalten. Wer hier eincheckt, will keinen Prunk, sondern Authentizität und Ruhe. Das Haus fungiert als Ankerpunkt für Wanderer und Naturliebhaber, die den Sonnenaufgang am Ponta do Arnel erleben wollen, ohne dafür zwei Stunden im Auto zu sitzen. Es ist ein Ort, der verstanden hat, dass Luxus heute oft bedeutet, einfach mal nichts zu hören außer dem Wind in den Kryptomerien-Wäldern.

Die Magie des Ostens und das The Lince Nordeste Country and Nature Hotel

Die Region Nordeste ist das krasse Gegenteil zum geschäftigen Treiben in Ponta Delgada. Hier oben im Nordosten von São Miguel ist alles ein bisschen steiler, ein bisschen feuchter und deutlich einsamer. Wenn man morgens aus dem Fenster schaut, sieht man oft, wie die Wolken tief in den Bergen hängen, während die Sonne über dem Atlantik glitzert. Das Design der Anlage ist bewusst schlicht gehalten. Es dominiert eine Mischung aus moderner Architektur und traditionellen Elementen, die sich in die Umgebung einfügen, statt sie zu dominieren.

Architektur trifft auf vulkanisches Erbe

Man merkt sofort, dass hier nicht gespart wurde, um eine warme Atmosphäre zu schaffen. Die Zimmer sind geräumig. Sie bieten meist einen direkten Blick auf das Meer oder die dramatischen Bergketten. Holz und Stein sind die zentralen Materialien. Das wirkt nicht altbacken, sondern geerdet. Es gibt keine goldenen Wasserhähne. Dafür gibt es große Fensterfronten, die das draußen nach drinnen holen. Wer schon einmal in den Tropen war, kennt dieses Gefühl von Feuchtigkeit in der Luft. Hier oben auf den Azoren ist das ähnlich, aber kühler. Die Heizsysteme und die Isolierung im Haus funktionieren tadellos. Das ist auf den Inseln keine Selbstverständlichkeit. Oft kämpfen Hotels in alten Herrenhäusern mit klammen Wänden. Hier bleibt es trocken und gemütlich, selbst wenn draußen ein atlantischer Regenschauer niedergeht.

Nachhaltigkeit als echtes Konzept

Viele Hotels schreiben sich ökologisches Handeln auf die Fahne, weil es gerade schick ist. Hier wirkt es eher wie eine Notwendigkeit. Die Azoren sind ein empfindliches Ökosystem. Der Strom kommt oft aus Geothermie, das Wasser wird recycelt. Man merkt das an kleinen Details. Es gibt wenig Einwegplastik. Die Seifen im Bad riechen nach lokalen Kräutern, nicht nach Chemielabor. Wer Wert auf einen kleinen ökologischen Fußabdruck legt, findet hier Gleichgesinnte. Das Personal kommt fast ausschließlich aus den umliegenden Dörfern. Das stärkt die lokale Wirtschaft enorm. Es sorgt auch dafür, dass die Tipps für Wanderungen keine Standardfloskeln aus dem Reiseführer sind, sondern echte Empfehlungen von Leuten, die hier aufgewachsen sind.

Anreise und Lage im wilden Nordosten

Die Fahrt von Ponta Delgada dauert etwa 45 bis 60 Minuten. Früher brauchte man über die alten Küstenstraßen fast drei Stunden. Die neue Schnellstraße macht es einfach. Trotzdem fühlt sich die Ankunft in Nordeste wie der Eintritt in eine andere Welt an. Man lässt die Bananenplantagen und Ananasgewächshäuser hinter sich. Stattdessen dominieren nun dichte Farnwälder und Wasserfälle.

Die Bedeutung der Mietwagenwahl

Wer hierher kommt, braucht zwingend ein Auto. Ohne eigenen fahrbaren Untersatz ist man aufgeschmissen. Busse fahren zwar, aber die Taktung ist eher etwas für Leute mit sehr viel Zeit und Geduld. Ich empfehle einen Wagen mit etwas mehr Bodenfreiheit. Die Straßen zu den Aussichtspunkten, den sogenannten Miradouros, sind oft steil. Wer zum Beispiel zum Ponta do Sossego will, muss serpentinenreiche Wege meistern. Ein kleiner Fiat 500 kommt da schnell an seine Grenzen, besonders wenn drei Leute im Auto sitzen. Ein kompakter SUV oder ein solider Kombi mit manuellem Getriebe macht hier deutlich mehr Spaß. Das Parken am Hotel ist völlig unkompliziert. Es gibt genug Platz, was man in den engen Gassen von Ponta Delgada oft vermisst.

Warum Nordeste der beste Standort ist

Warum sollte man im Osten bleiben und nicht im Zentrum? Ganz einfach: Die Ruhe. Während sich in Sete Cidades die Touristenbusse stapeln, hat man die Wanderwege rund um Nordeste oft für sich allein. Man ist in wenigen Minuten am Fuße des Pico da Vara. Das ist der höchste Berg der Insel. Wer dort hoch will, braucht eine Genehmigung, die man online beantragen muss. Das Hotel hilft dabei oft unbürokratisch. Von hier aus ist man auch schnell im Tal von Furnas. Dort brodeln die heißen Quellen und man kann den berühmten Cozido probieren. Das ist ein Eintopf, der in der heißen Erde gegart wird. Man wohnt also strategisch günstig zwischen wilder Natur und den touristischen Highlights, ohne nachts den Lärm einer Barmeile vor dem Fenster zu haben.

Kulinarik und lokaler Genuss

Essen auf den Azoren ist eine ehrliche Angelegenheit. Viel Fleisch, viel Fisch, wenig Schnickschnack. Das Restaurant im Haus folgt dieser Linie. Es wird viel Wert auf regionale Produkte gelegt. Das Rindfleisch stammt von den glücklichen Kühen, die man den ganzen Tag auf den Hängen grasen sieht. Das schmeckt man auch. Es ist bissfest, aromatisch und hat nichts mit der wässrigen Supermarktware aus Deutschland zu tun.

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Frühstück für Entdecker

Das Frühstücksbuffet ist die wichtigste Mahlzeit des Tages, wenn man den ganzen Tag wandern will. Es gibt lokalen Käse aus São Jorge. Dieser Käse ist leicht scharf und fest. Dazu gibt es Bolo Lêvedo, eine Art süßliches Fladenbrot, das typisch für die Region Furnas ist. Man röstet es kurz auf, streicht gesalzene Butter darauf und ist im siebten Himmel. Auch die Marmeladen sind hausgemacht. Ananas, Maracuja oder sogar Feige. Kaffee kommt aus einer ordentlichen Maschine. Wer Tee bevorzugt, bekommt Tee von der Gorreana Teeplantage, der einzigen Teeplantage Europas, die nur ein paar Kilometer entfernt liegt. Das ist lokaler Bezug in Reinform.

Abendessen mit Weitblick

Abends verwandelt sich der Speisesaal in einen gemütlichen Rückzugsort. Die Karte ist klein, was ich immer als Qualitätsmerkmal empfinde. Wer alles anbietet, kann nichts richtig frisch machen. Hier gibt es meistens drei bis vier Hauptgerichte. Mein Favorit ist der frisch gefangene Fisch des Tages. Oft ist es Seehecht oder Wrackbarsch. Er wird meist nur mit Olivenöl, Knoblauch und ein paar Salzkartoffeln serviert. Mehr braucht es nicht. Die Weinkarte bietet eine gute Auswahl an Tropfen von der Nachbarinsel Pico. Die Weine wachsen dort auf Lavagestein und haben eine salzige Note. Das passt perfekt zum Fisch. Man sollte sich trauen, auch mal die günstigeren Hausweine zu probieren. Die sind oft überraschend gut.

Aktivitäten und die Umgebung erkunden

Wer im The Lince Nordeste Country and Nature Hotel absteigt, tut das meistens wegen der Wandermöglichkeiten. Die Wege hier sind anspruchsvoll. Das Gelände ist steil. Man muss trittsicher sein. Oft sind die Pfade nach dem Regen matschig. Gute Wanderschuhe sind kein Luxus, sondern Pflicht.

Wanderung zum Pico da Vara

Diese Tour ist das Highlight. Man wandert durch den Lebensraum des Azorengimpels. Das ist ein kleiner, seltener Vogel, den es nur hier gibt. Der Aufstieg ist anstrengend. Es geht stetig bergauf. Oben angekommen, hat man bei gutem Wetter einen 360-Grad-Blick über die gesamte Insel. Man sieht die Nordküste, die Südküste und die Kraterseen im Westen. Es ist ein erhabenes Gefühl. Man sollte aber unbedingt den Wetterbericht checken. Wenn es bewölkt ist, sieht man oben exakt gar nichts. Dann steht man in einer weißen Suppe und fängt sich nur eine Erkältung ein.

Wasserfälle und Naturschwimmbecken

Ein kurzer Ausflug führt zum Ribeira dos Caldeirões. Das ist ein Naturpark mit mehreren Wasserfällen und alten Wassermühlen. Es ist ein bisschen touristischer, aber wunderschön angelegt. Man kann dort auch Canyoning-Touren buchen. Wer sich gerne an Wasserfällen abseilt, ist hier genau richtig. Für diejenigen, die es ruhiger mögen, gibt es die Naturschwimmbecken an der Küste. Das sind ins Gestein gehauene Pools, die vom Meerwasser geflutet werden. Das Wasser ist erfrischend kalt. Man schwimmt dort, während die Wellen des Atlantiks gegen die äußere Mauer peitschen. Es ist ein intensives Erlebnis. Man spürt die Kraft des Ozeans, ohne direkt in die gefährliche Strömung zu geraten.

Wellness und Entspannung nach dem Sport

Nach 15 Kilometern in den Beinen will man nur noch eins: Entspannung. Das Hotel bietet dafür einen kleinen, aber feinen Wellnessbereich. Es gibt einen Pool, der teilweise überdacht ist. Man kann also auch schwimmen, wenn es draußen regnet, was auf den Azoren ja öfter mal vorkommt. Das Wasser ist angenehm temperiert. Es gibt eine Sauna und ein Dampfbad. Nichts Spektakuläres, aber genau das, was man braucht, um die Muskeln zu lockern.

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Massagen mit regionalen Einflüssen

Wer es sich richtig gut gehen lassen will, bucht eine Massage. Oft werden dabei Öle verwendet, die auf lokalen Extrakten basieren. Der Duft von Zedernholz oder Eukalyptus hilft enorm beim Abschalten. Die Therapeuten wissen, was sie tun. Sie sind auf Wanderer eingestellt und konzentrieren sich oft auf die Beine und den unteren Rücken. Danach fühlt man sich wie neu geboren. Es ist ratsam, Termine schon morgens oder vor der Wanderung zu reservieren. Abends, wenn alle von ihren Touren zurückkommen, kann es voll werden.

Die Lounge und der Kamin

Mein persönlicher Lieblingsplatz ist die Lounge. Es gibt dort oft ein prasselndes Kaminfeuer. Man kann in tiefen Sesseln versinken, ein Buch lesen oder einfach nur aus dem Fenster schauen. Die Atmosphäre ist familiär. Man kommt schnell mit anderen Gästen ins Gespräch. Oft werden Tipps für den nächsten Tag ausgetauscht. Welcher Weg ist passierbar? Wo gibt es den besten Ausblick? Diese Art von Community macht den Aufenthalt hier aus. Es ist kein anonymes Hotel, wo jeder nur auf sein Handy starrt. Hier verbindet die Leidenschaft für die Natur die Menschen.

Praktische Tipps für deinen Aufenthalt

Damit der Urlaub im Osten der Insel ein Erfolg wird, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Das Wetter ist der Chef auf den Azoren. Man sagt, man kann hier alle vier Jahreszeiten an einem Tag erleben. Das ist kein Klischee. Es ist die Realität. Man geht bei strahlendem Sonnenschein los und steht zehn Minuten später im dichten Nebel.

  • Zwiebelprinzip: Kleidung in Schichten ist das A und O. Eine leichte Regenjacke gehört immer in den Rucksack, egal wie blau der Himmel morgens ist.
  • Wander-Apps: Apps wie Outdooractive oder Komoot funktionieren hier gut. Man sollte die Karten aber vorher offline speichern. Der Empfang in den tiefen Tälern von Nordeste ist oft weg.
  • Einkaufen: Es gibt in Nordeste ein paar kleine Supermärkte. Die Auswahl ist begrenzt. Wer spezielle Dinge braucht, sollte sich in Ponta Delgada eindecken, bevor er in den Osten fährt.
  • Tanken: Die Tankstellen im Osten sind seltener gesät als im Zentrum. Nie mit fast leerem Tank in die Berge fahren. Die Steigungen fressen mehr Sprit, als man denkt.

Warum dieses Hotel eine gute Investition ist

Reisen ist teurer geworden. Man überlegt sich zweimal, wofür man sein Geld ausgibt. Dieses Haus bietet ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Man zahlt nicht für einen goldenen Käfig, sondern für den Zugang zu einer der spektakulärsten Landschaften Europas. Es ist ein Ort für Leute, die Stille aushalten können. Wer Action, Nachtleben und Shopping sucht, wird hier unglücklich sein. Wer aber morgens vom Ruf der Seevögel geweckt werden will und den Geruch von feuchter Erde und Salz liebt, für den ist es perfekt. Es gibt wenig Orte auf der Welt, die sich so echt anfühlen. Man merkt, dass die Betreiber stolz auf ihre Heimat sind. Dieser Stolz überträgt sich auf den Gast. Man fühlt sich nicht wie ein zahlender Kunde, sondern wie ein Gast der Insel. Das ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied.

Nächste Schritte für deine Reiseplanung

Wenn du jetzt Lust auf den wilden Osten von São Miguel bekommen hast, solltest du nicht zu lange warten. Die Kapazitäten in Nordeste sind begrenzt.

  1. Prüfe die Flugverbindungen. SATA Azores Airlines fliegt oft direkt von großen deutschen Flughäfen oder via Lissabon.
  2. Buche deinen Mietwagen zeitgleich mit dem Hotel. Die Preise für Mietwagen auf den Azoren sind in den letzten Jahren stark gestiegen, da die Flotten klein gehalten werden.
  3. Beantrage die Wandergenehmigung für den Pico da Vara rechtzeitig online, falls du den Gipfel stürmen willst.
  4. Packe ordentliche Wanderschuhe ein. Keine Sneaker, keine Stoffschuhe. Deine Knöchel werden es dir danken.
  5. Stelle dich mental auf Entschleunigung ein. Lass den Terminkalender zu Hause und folge dem Rhythmus der Insel.

Die Azoren werden dich verändern, wenn du es zulässt. Der Osten der Insel ist der beste Ort, um damit anzufangen. Viel Spaß beim Entdecken dieser grünen Oase mitten im Atlantik.

TS

Thomas Schäfer

Thomas Schäfer verfolgt politische und soziale Debatten mit kritischem Blick und journalistischer Verantwortung.