murder on the orient express film 2017

murder on the orient express film 2017

Das Studio 20th Century Fox veröffentlichte im November die weltweit mit Spannung erwartete Neuverfilmung des Kriminalromans von Agatha Christie. Die Produktion Murder On The Orient Express Film 2017 entstand unter der Regie von Kenneth Branagh, der zugleich die Hauptrolle des Detektivs Hercule Poirot übernahm. Laut offiziellen Daten von Box Office Mojo spielte das Werk am Eröffnungswochenende in den USA rund 28,7 Millionen US-Dollar ein.

In Deutschland verzeichnete der Verleih Fox Deutschland zum Kinostart am 9. November ein großes Publikumsinteresse in den Metropolen Berlin, Hamburg und München. Der Film stützte sich auf ein Ensemble aus international bekannten Schauspielern wie Judi Dench, Johnny Depp und Michelle Pfeiffer. Branchenanalysten bewerteten die Entscheidung des Studios, einen klassischen Stoff für ein modernes Publikum aufzubereiten, als wirtschaftlich kalkuliertes Risiko.

Produktionshintergrund von Murder On The Orient Express Film 2017

Die Dreharbeiten für das Projekt begannen im November des Vorjahres in den Longcross Studios westlich von London. Kenneth Branagh entschied sich für den Einsatz von 65-mm-Filmformaten, um die visuelle Tiefe der historischen Kulissen zu maximieren. Diese technische Wahl sollte die Weite der Landschaften und die Enge im Inneren des Zuges gleichermaßen betonen.

Syd Lim, der als Szenenbildner für die Ausstattung verantwortlich war, ließ für die Aufnahmen zwei Nachbildungen des legendären Orient-Express bauen. Ein Modell diente für die Außenaufnahmen, während das zweite Modell im Studio für die Innenaufnahmen der Waggons genutzt wurde. Die Produktion legte Wert auf historische Genauigkeit bei den Kostümen und der Inneneinrichtung des Speisewagens.

Technische Umsetzung und Stab

Haris Zambarloukos leitete die Kameraarbeit und arbeitete eng mit dem Regisseur zusammen, um lange Plansequenzen durch die schmalen Gänge des Zuges zu realisieren. Diese Aufnahmetechnik erforderte eine präzise Koordination aller Darsteller, da die Kamera oft von einem Abteil in das nächste wechselte. Die Filmmusik komponierte Patrick Doyle, ein langjähriger künstlerischer Partner von Branagh.

Das Drehbuch stammte von Michael Green, der die literarische Vorlage für die Leinwand adaptierte. Green betonte in einem Pressegespräch mit dem Branchenblatt Variety, dass er den Fokus stärker auf die moralischen Dilemmata der Figuren legen wollte. Er nahm kleine Änderungen am Ablauf der Ermittlung vor, um die Dynamik für Kinobesucher zu erhöhen.

Finanzielle Bilanz und Marktpositionierung

Mit einem geschätzten Budget von 55 Millionen US-Dollar gehörte die Verfilmung zu den mittelgroßen Produktionen des Jahres. Das Studio positionierte das Werk strategisch in der herbstlichen Kinosaison, um die Zielgruppe der erwachsenen Kinogänger anzusprechen. Weltweit generierte der Film ein Einspielergebnis von über 350 Millionen US-Dollar, was den kommerziellen Erfolg bestätigte.

In Europa erzielte die Produktion besonders in Großbritannien und Frankreich starke Ergebnisse. Der Marktforscher Comscore gab an, dass die Kriminalverfilmung über mehrere Wochen hinweg stabil in den Top 10 der Kinocharts blieb. Die Kombination aus literarischem Klassiker und Starbesetzung erwies sich als zugkräftiges Verkaufsargument.

Internationaler Vertrieb

Der globale Verleih durch 20th Century Fox stellte sicher, dass der Film in mehr als 50 Ländern gleichzeitig startete. In Asien zeigten vor allem die Märkte in China und Japan ein hohes Interesse an der Geschichte von Agatha Christie. Lokale Marketingkampagnen nutzten dort die Popularität der Darsteller, um auch jüngere Zielgruppen in die Lichtspielhäuser zu locken.

Analysten von The Hollywood Reporter wiesen darauf hin, dass die Profitabilität durch die Nebeneinnahmen im Bereich des Heimkinos und der Streaming-Lizenzen weiter gesteigert wurde. Das Projekt profitierte zudem von steuerlichen Vergünstigungen für Produktionen in britischen Studios. Diese finanziellen Anreize senkten das effektive Risiko für das produzierende Studio erheblich.

Kritische Rezeption und Kontroversen

Trotz des finanziellen Erfolgs reagierte die Fachkritik gespalten auf die Inszenierung. Während einige Kritiker die visuelle Opulenz lobten, bemängelten andere die Darstellung des Hauptcharakters Hercule Poirot. Insbesondere der auffällig große Schnurrbart der Figur löste in sozialen Medien und bei Rezensenten kontroverse Diskussionen aus.

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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung merkte in ihrer Besprechung an, dass die emotionale Tiefe der Charaktere hinter der glänzenden Oberfläche zurückbliebe. Die Vielzahl an bekannten Gesichtern lasse den einzelnen Figuren kaum Raum zur Entfaltung ihrer Hintergrundgeschichten. Einigen Rezensenten fehlte die subtile Spannung, die frühere Adaptionen wie die Fassung von 1974 ausgezeichnet hatte.

Vergleich mit früheren Adaptionen

Kritiker zogen häufig Vergleiche zur Version von Sidney Lumet, in der Albert Finney den Detektiv verkörperte. In jener Fassung wurde die Kammerspiel-Atmosphäre stärker betont, während die aktuelle Version vermehrt auf Action-Elemente und Landschaftsaufnahmen setzte. Branaghs Interpretation von Poirot wirkte auf manche Experten agiler und physisch präsenter als die literarische Vorlage es vorgab.

Die Erben von Agatha Christie zeigten sich jedoch zufrieden mit der Umsetzung durch Kenneth Branagh. James Prichard, der Urenkel der Autorin und Vorsitzender von Agatha Christie Limited, erklärte öffentlich seine Unterstützung für die Modernisierung des Stoffes. Er betonte die Notwendigkeit, klassische Geschichten für neue Generationen visuell interessant zu gestalten.

Literarische Bedeutung und zeitlose Relevanz

Der Roman, auf dem der Murder On The Orient Express Film 2017 basiert, wurde erstmals 1934 veröffentlicht. Agatha Christies Werk gilt als eines der meistverkauften Bücher der Kriminalgeschichte. Die zeitlose Thematik von Recht, Rache und Gerechtigkeit bietet laut Literaturwissenschaftlern immer wieder Anknüpfungspunkte für neue Interpretationen.

Die Produzenten nutzten die Bekanntheit der Marke Agatha Christie, um eine neue Franchise-Reihe zu begründen. Ridley Scott, der als einer der Produzenten fungierte, sah in dem Format das Potenzial für eine Serie von Filmen über die Fälle von Hercule Poirot. Die Planung für weitere Projekte begann unmittelbar nach der Auswertung der ersten Einspielergebnisse.

Einfluss auf den Tourismus

Der Erfolg des Kinofilms löste zudem ein neues Interesse an historischen Bahnreisen aus. Reiseveranstalter, die Touren auf den Strecken des ehemaligen Orient-Express anbieten, vermeldeten laut Berichten der Tourismusbranche einen Anstieg der Buchungsanfragen. Die nostalgische Darstellung der luxuriösen Reiseform sprach ein wohlhabendes Publikum an.

Das Unternehmen Belmond, welches den Venice Simplon-Orient-Express betreibt, kooperierte teilweise mit dem Filmstudio für Werbezwecke. Museen in London und Istanbul zeigten temporäre Ausstellungen zu den Originalschauplätzen des Romans. Diese kulturelle Begleitwirkung verstärkte die mediale Präsenz des Themas weit über die Leinwand hinaus.

Ausblick auf zukünftige Fortsetzungen

Aufgrund der positiven Bilanz kündigte 20th Century Fox bereits die Arbeit an einer Fortsetzung an. Das nächste Projekt wird auf dem Roman Tod auf dem Nil basieren, wobei Kenneth Branagh erneut die Regie und die Hauptrolle übernehmen soll. Die Dreharbeiten sind für das kommende Jahr an Standorten in Ägypten und England geplant.

Die Filmindustrie beobachtet genau, ob sich das Interesse an klassischen Krimiverfilmungen im großen Stil dauerhaft stabilisieren lässt. Marktforschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das Publikum weiterhin eine Vorliebe für abgeschlossene Geschichten mit klarer Auflösung hat. Es bleibt abzuwarten, ob die kommenden Produktionen an den kommerziellen Erfolg des ersten Teils anknüpfen können oder ob das Format an Attraktivität verliert.

TS

Thomas Schäfer

Thomas Schäfer verfolgt politische und soziale Debatten mit kritischem Blick und journalistischer Verantwortung.