nach florenz mit dem zug

nach florenz mit dem zug

Wer einmal am Bahnhof Santa Maria Novella aus dem Waggon gestiegen ist, kennt diesen Moment. Die warme Luft der Toskana schlägt einem entgegen. Man riecht Espresso und Lederwaren. Es ist ein krasser Gegensatz zur hektischen Abfertigung an den Flughäfen in Pisa oder Florenz-Peretola. Ich behaupte, dass die Reise Nach Florenz Mit Dem Zug die einzige Art ist, diese Stadt wirklich würdevoll zu erreichen. Du sparst dir das Ausziehen der Schuhe an der Sicherheitskontrolle. Du sparst dir den Transferbus vom Rollfeld. Stattdessen rollst du mitten ins Herz der Renaissance. Florenz ist ein Ort, der Langsamkeit verdient. Wer hierher flitzt, verpasst den Übergang von den Alpen zu den sanften Hügeln des Chianti.

Die Reiseplanung beginnt oft mit der Frage nach der Zeit. Viele denken, Italien sei endlos weit weg. Das stimmt nicht. Von München aus bist du in etwa sieben bis acht Stunden am Ziel. Das ist schneller, als wenn du die Anfahrt zum Flughafen, das Warten am Gate und den Flug zusammenrechnest. Zudem bietet die Schiene einen Komfort, den keine Billigairline der Welt matchen kann. Du hast Beinfreiheit. Du kannst herumlaufen. Du siehst, wie sich die Architektur draußen verändert. Die roten Ziegeldächer werden häufiger. Der Himmel wird blauer.

Die besten Verbindungen aus Deutschland und Österreich

Es gibt zwei Wege, die wirklich Sinn ergeben. Der Klassiker ist der EuroCity ab München. Er fährt über den Brenner. Diese Strecke ist legendär. Sobald der Zug die Alpen überquert, ändert sich das Licht. Du fährst durch Südtirol, vorbei an Weinreben und Burgen. In Verona musst du meistens umsteigen. Dort nimmst du den Frecciarossa. Das ist der italienische Hochgeschwindigkeitszug. Er ist das Prunkstück von Trenitalia. Diese Züge sind sauber, pünktlich und verdammt schnell. Von Verona nach Florenz dauert es kaum mehr als anderthalb Stunden.

Die zweite Option ist der Nachtzug. Die ÖBB betreiben den Nightjet. Er startet in Städten wie München, Wien oder Salzburg. Das ist die effizienteste Art zu reisen. Du legst dich abends ins Bett und wachst morgens in Italien auf. Ehrlich gesagt, gibt es nichts Besseres. Du sparst dir eine Hotelübernachtung. Du kommst morgens um neun Uhr an. Die ganze Stadt gehört dir, während die anderen Touristen gerade erst am Flughafen einchecken.

Buchungstipps für Sparfüchse

Warte nicht zu lange mit dem Ticketkauf. Die Deutsche Bahn und die ÖBB haben Sparpreise. Je früher du buchst, desto billiger wird es. Oft gibt es Tickets für unter 50 Euro. Das gilt auch für den Nightjet, wobei die Schlafwagenplätze begehrt sind. Wer im Liegewagen reist, zahlt weniger. Es ist ein bisschen wie Camping auf Schienen. Aber es macht Spaß.

Ein wichtiger Punkt: Die Tickets der italienischen Anbieter wie Italo oder Trenitalia sind oft separat günstiger. Wenn du den Anschluss in Verona oder Bologna selbst buchst, kannst du Geld sparen. Aber Vorsicht. Wenn der erste Zug Verspätung hat, ist dein Anschluss weg. Die Fahrgastrechte greifen dann nicht so einfach, weil es zwei verschiedene Verträge sind. Ich buche deshalb meistens alles über ein Portal oder direkt bei der DB, wenn es eine durchgehende Verbindung gibt.

Warum Nach Florenz Mit Dem Zug die bessere Wahl ist

Fliegen ist nervig. Das wissen wir alle. Aber der Zug bietet einen psychologischen Vorteil. Du kommst mental an. Während der Fahrt durch die Emilia-Romagna hast du Zeit, dich auf die Toskana einzustellen. Du kannst ein Buch über die Medici lesen. Oder du planst deine Museumsbesuche. Florenz ist vollgestopft mit Kunst. Wenn du dort gestresst ankommst, erschlägt dich die Stadt. Der Bahnhof Santa Maria Novella ist zudem ein Meisterwerk der Moderne. Er liegt direkt gegenüber der gleichnamigen Kirche. Du läufst fünf Minuten und stehst vor dem Dom. Kein Taxi nötig. Keine teure Shuttle-Fahrt.

Die Umweltbilanz ist ein weiteres Argument. Ein Zug verursacht nur einen Bruchteil des CO2-Ausstoßes eines Flugzeugs. In Zeiten von Klimawandel ist das kein nettes Extra mehr. Es ist eine Notwendigkeit. Wer nachhaltig reisen will, kommt an der Bahn nicht vorbei. Die italienischen Schnellzüge fahren zudem oft mit Strom aus erneuerbaren Energien. Das gibt ein gutes Gefühl beim Reisen.

Gepäck und Komfort an Bord

Ein großer Vorteil ist das Gepäck. Du musst nichts wiegen. Du musst keine Flüssigkeiten in kleine Plastikbeutel füllen. Nimm so viel mit, wie du tragen kannst. Das ist besonders praktisch, wenn du auf dem Rückweg ein paar Flaschen Wein oder Olivenöl einpacken willst. In den Hochgeschwindigkeitszügen gibt es genug Stauraum. Es gibt Steckdosen an jedem Platz. Das WLAN funktioniert in Italien meistens besser als in Deutschland. Du kannst also arbeiten oder Filme schauen.

Im Bordrestaurant der Frecciarossa-Züge gibt es echten Espresso. Kein Pulverzeug aus dem Pappbecher. Das ist der erste Vorgeschmack auf Italien. Die Sitze in der Business Class sind breit und bequem. Manchmal gibt es dort sogar einen Begrüßungssnack und ein Getränk am Platz. Das ist Luxus, der bezahlbar ist.

Bahnhöfe und Orientierung vor Ort

Der Hauptbahnhof in Florenz heißt Firenze Santa Maria Novella (SMN). Es ist ein Kopfbahnhof. Das bedeutet, alle Züge fahren in dieselbe Richtung wieder raus. Er ist übersichtlich, aber groß. Es gibt dort viele Taschendiebe. Das ist leider die Realität an großen touristischen Knotenpunkten. Pass auf deine Sachen auf. Vor allem, wenn du gerade aussteigst und dich orientierst.

Es gibt noch andere Bahnhöfe wie Firenze Campo di Marte oder Firenze Rifredi. Diese liegen außerhalb. Achte bei der Buchung darauf, dass SMN dein Ziel ist. Sonst musst du noch einmal in eine Regionalbahn umsteigen. Von SMN aus kommst du überall zu Fuß hin. Die meisten Hotels im Zentrum sind maximal 15 Minuten weit weg.

Regionalzüge in der Toskana

Wenn du länger bleibst, ist Florenz der perfekte Ausgangspunkt. Von hier aus kommst du überall hin. Nach Siena, Pisa oder Lucca fahren ständig Regionalzüge. Die Tickets sind spottbillig. Du musst sie vor der Abfahrt an den kleinen grünen Automaten entwerten. Vergiss das nicht. Die Kontrolleure in Italien kennen kein Pardon. Ein nicht entwertetes Ticket kostet Strafe, auch wenn du es gerade erst gekauft hast.

Die Regionalzüge sind oft alt, haben aber Charme. Sie rattern durch die Landschaft. Man sieht Olivenhaine und Zypressen. Es ist das Italien aus dem Bilderbuch. Du brauchst in der Toskana wirklich kein Auto. Das Parken in Florenz ist ohnehin eine Katastrophe und extrem teuer. Die Züge bringen dich direkt in die Zentren der alten Städte.

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Verpflegung während der langen Fahrt

Essen im Zug ist so eine Sache. Die Bordrestaurants in Deutschland sind okay. In Österreich sind sie besser. In Italien sind sie am besten. Trotzdem nehme ich mir immer was mit. Ein gutes Sandwich, Obst und viel Wasser. Die Luft im Zug ist trocken. Wenn du Nach Florenz Mit Dem Zug fährst, verbringst du viele Stunden in einer klimatisierten Röhre. Trink genug.

In Bologna gibt es oft einen kurzen Aufenthalt. Wenn du mutig bist und schnell, kannst du dort am Bahnsteig manchmal Snacks kaufen. Aber bleib lieber in der Nähe der Tür. Die Züge warten nicht. Bologna Centrale ist zudem ein riesiger unterirdischer Bahnhof für die Schnellzüge. Da mal kurz hochzulaufen, dauert zu lange.

Die Strecke über den Brenner

Das ist der landschaftliche Höhepunkt. Die Strecke klettert hoch bis auf über 1300 Meter. Man sieht die Gipfel der Alpen. Im Winter liegt dort oft meterhoch Schnee, während in Florenz schon die Sonne scheint. Diese Kontraste machen die Bahnreise aus. Man erlebt die Geografie. Man versteht, warum Italien so lange vom Rest Europas isoliert war. Die Tunnel sind beeindruckend. Der Brenner-Basistunnel wird das Ganze in Zukunft noch schneller machen. Aber die alte Strecke bleibt schöner.

Manchmal gibt es am Brenner Grenzkontrollen. Das Personal wechselt. Deutsche oder österreichische Lokführer übergeben an die italienischen Kollegen. Das ist ein Relikt aus alten Zeiten, das immer noch praktiziert wird. Es dauert meistens nur ein paar Minuten. Man spürt förmlich, wie die deutsche Gründlichkeit der italienischen Gelassenheit weicht.

Häufige Fehler bei der Planung

Der größte Fehler ist zu knappe Umstiegszeit. Wer in München nur zehn Minuten zum Umsteigen plant, spielt mit dem Feuer. Die Bahn hat oft Verspätung. Nimm lieber einen Zug früher. Setz dich in München noch auf einen Kaffee hin. Stress am Anfang ruiniert die ganze Reise.

Ein weiterer Fehler ist die falsche Ticketart. Es gibt "Globalpreise" für den EuroCity nach Italien. Diese beinhalten die Reservierung. In Italien ist die Reservierung in den schnellen Zügen immer Pflicht. Du kannst nicht einfach einsteigen und dich irgendwo hinsetzen. Wenn der Zug voll ist, kommst du ohne Reservierung nicht mit.

Unterkünfte in Bahnhofsnähe

Viele Touristen wollen unbedingt direkt am Dom wohnen. Das ist teuer und laut. Die Gegend um den Bahnhof Santa Maria Novella ist viel praktischer. Es gibt dort hunderte Hotels jeder Preisklasse. Morgens bist du schnell am Bahnhof für Ausflüge. Abends bist du schnell im Hotel, wenn du müde von den Uffizien kommst.

Die Straßen nördlich des Bahnhofs Richtung Mercato Centrale sind super. Dort gibt es tolles Essen. Der Markt ist ein Muss. Unten wird verkauft, oben gibt es Streetfood. Es ist laut, es ist wuselig, es ist Florenz. Such dir ein Zimmer mit Schallschutzfenstern. Die Vespas in Florenz sind gnadenlos.

Kostenvergleich zum Flugzeug

Oft wird behauptet, die Bahn sei teurer. Das stimmt nur, wenn man Last-Minute bucht. Wer clever ist, nutzt die Bahn-Angebote. Rechnet man das Taxi zum Flughafen und die Gepäckgebühren dazu, gewinnt oft die Schiene. Vor allem, wenn man zu zweit oder als Familie reist. Kinder fahren oft kostenlos oder stark ermäßigt.

Die Zeitersparnis beim Fliegen ist oft eine Illusion. Von Haustür zu Haustür ist der Unterschied gering. Und die Qualität der Zeit ist anders. Im Zug kannst du lesen, schlafen oder die Landschaft genießen. Im Flugzeug starrst du auf den Vordersitz.

Reisezeiten im Überblick

  • München nach Florenz: ca. 7 bis 8 Stunden.
  • Wien nach Florenz: ca. 8 bis 9 Stunden oder über Nacht.
  • Berlin nach Florenz: ca. 12 bis 14 Stunden (Nachtzug empfohlen).
  • Frankfurt nach Florenz: ca. 10 Stunden über die Schweiz (Gotthard-Strecke).

Die Fahrt durch die Schweiz ist übrigens eine tolle Alternative. Du fährst durch den Gotthard-Basistunnel oder über die alte Bergstrecke. Dann kommst du über Mailand nach Florenz. Das ist oft sogar noch schneller für Reisende aus Westdeutschland. Mailand Centrale ist einer der schönsten Bahnhöfe der Welt. Allein für den Umstieg dort lohnt sich der Umweg.

Nächste Schritte für deine Reiseplanung

Damit deine Fahrt ein Erfolg wird, solltest du jetzt konkret werden. Fang nicht erst zwei Wochen vorher an. Italien ist ein beliebtes Ziel. Die Züge sind oft ausgebucht, besonders an Wochenenden oder Feiertagen.

  1. Prüfe die Verbindungen auf den Seiten der DB oder ÖBB. Schau nach den Nachtzügen für maximalen Zeitgewinn.
  2. Buche deine Fahrkarte mindestens drei Monate im Voraus. So sicherst du dir die besten Preise.
  3. Reserviere unbedingt einen Sitzplatz für die italienischen Streckenabschnitte. Ohne Platzkarte gibt es keinen Zutritt zum Frecciarossa.
  4. Lade dir die App von Trenitalia herunter. Dort siehst du in Echtzeit, auf welchem Gleis dein Zug ankommt. Das spart Hektik beim Umsteigen.
  5. Packe einen kleinen Proviantbeutel für die Alpenüberquerung. Die Gastronomie kann manchmal wegen technischer Defekte geschlossen sein.

Genieß die Fahrt. Florenz wartet mit all seiner Pracht. Wenn du aus dem Bahnhof trittst, siehst du die Sonne auf dem Marmor der Kirchen glänzen. Das ist der Moment, in dem du weißt, dass die Entscheidung für die Schiene richtig war. Gute Reise.

MN

Markus Neumann

Mit Erfahrung in Newsrooms und Content-Teams erstellt Markus Neumann verständliche, gut recherchierte Beiträge.