praxis für orthopädie thomas steinfeltz orthopäde

praxis für orthopädie thomas steinfeltz orthopäde

Stellen Sie sich vor, Sie schleppen seit sechs Monaten einen stechenden Schmerz im unteren Rücken mit sich herum. Morgens kommen Sie kaum aus dem Bett, das Binden der Schuhe wird zur sportlichen Höchstleistung. Sie haben bereits drei verschiedene Marken von Einlegesohlen aus dem Drogeriemarkt probiert, sich eine sündhaft teure Matratze gekauft und schlucken bei jedem Wetterumschwung Ibuprofen wie Bonbons. Nichts hilft wirklich. Schließlich landen Sie in der Praxis Für Orthopädie Thomas Steinfeltz Orthopäde und hoffen auf das eine Wundergerät oder die Spritze, die alles sofort wegmacht. Ich habe diesen Patienten hunderte Male gesehen. Er kommt herein, frustriert und mit einem dicken Ordner voller MRT-Bilder, die er selbst nicht versteht. Der größte Fehler ist hier der Glaube, dass ein statisches Bild der Wirbelsäule das gesamte Problem erklärt. Dieser Patient hat bereits tausende Euro für Gadgets ausgegeben, die nur Symptome kaschieren, während die eigentliche Ursache — vielleicht eine muskuläre Dysbalance oder eine Fehlhaltung am Arbeitsplatz — völlig ignoriert wurde. Wer so denkt, verliert nicht nur Zeit, sondern riskiert, dass aus einem heilbaren Problem ein chronischer Zustand wird, der das Leben dauerhaft einschränkt.

Die Falle der Bilddiagnostik in der Praxis Für Orthopädie Thomas Steinfeltz Orthopäde

Ein weit verbreiteter Irrtum unter Patienten ist die Annahme, dass ein MRT-Befund die absolute Wahrheit über ihren Schmerz aussagt. In meiner Laufbahn habe ich Menschen gesehen, deren Rücken auf dem Papier katastrophal aussah, die aber völlig schmerzfrei durch den Alltag gingen. Umgekehrt gibt es Patienten mit heftigsten Beschwerden, deren Bilder nahezu perfekt sind. Wer sich nur auf das Bild verlässt, begeht einen teuren Fehler. Für eine genauere Betrachtung zu ähnlichen Themen, lesen Sie: diesen verwandten Artikel.

Viele stürzen sich sofort auf Operationen, weil ein Radiologe das Wort „Bandscheibenvorfall“ in den Bericht geschrieben hat. Das ist oft voreilig. Die medizinische Leitlinie für unspezifischen Rückenschmerz betont deutlich, dass konservative Therapien Vorrang haben sollten. Wer zu schnell unters Messer geht, zahlt oft einen hohen Preis: Narbengewebe, Instabilitäten und im schlimmsten Fall eine Verschlimmerung der Symptomatik. Ein guter Orthopäde nutzt das Bild nur als Puzzleteil, nicht als das ganze Bild. Der Fokus muss auf der klinischen Untersuchung liegen. Wie bewegt sich der Patient? Wo genau tritt der Schmerz bei Belastung auf? Wer das überspringt, rennt blind in eine Behandlung, die am Ziel vorbeischießt.

Warum das Alter des Befundes eine Rolle spielt

Ein MRT von vor zwei Jahren ist heute wertlos, wenn sich Ihr Schmerzcharakter verändert hat. Viele Patienten kommen mit alten Unterlagen und erwarten eine aktuelle Diagnose. Das klappt nicht. Der Körper verändert sich ständig. Wenn Sie heute Schmerzen haben, brauchen wir den Status von heute, kombiniert mit einer handfesten Funktionsprüfung Ihrer Gelenke und Muskeln. Alles andere ist Kaffeesatzleserei auf Kosten Ihrer Gesundheit. Für umfassendere Details zu diesem Thema ist eine umfassende Darstellung bei Robert Koch-Institut nachzulesen.

Das Märchen von der schnellen Spritze als Dauerlösung

Es ist verführerisch. Ein kurzer Piks, und der Schmerz ist weg. Kortison oder Hyaluronsäure können in der akuten Phase wahre Wunder wirken, um Entzündungen zu hemmen und dem Patienten überhaupt erst wieder Bewegung zu ermöglichen. Aber hier liegt die Falle: Die Spritze heilt nicht die Ursache. Sie schaltet nur die Alarmanlage aus, während das Haus immer noch brennt.

Ich habe Sportler erlebt, die sich fit spritzen ließen, um einen Marathon zu laufen, nur um danach mit einem kompletten Sehnenriss auf dem Tisch zu liegen. Das Schmerzsignal des Körpers hat eine Schutzfunktion. Wenn wir dieses Signal künstlich unterdrücken, ohne das zugrunde liegende mechanische Problem zu lösen, provozieren wir schwere Folgeschäden. Eine Spritzentherapie sollte immer nur der Türöffner für eine aktive Physiotherapie sein. Wer denkt, mit drei Spritzen pro Jahr sei das Problem erledigt, spart an der falschen Stelle und wird in fünf Jahren über eine Prothese nachdenken müssen.

Ein ehrlicher Vorher Nachher Vergleich der Herangehensweise

Schauen wir uns an, wie ein typischer Verlauf aussieht, wenn man den falschen Weg wählt, im Vergleich zur evidenzbasierten Methode.

Nehmen wir einen Patienten mit chronischen Knieschmerzen. Im herkömmlichen, fehleranfälligen Szenario geht der Patient zum Arzt und verlangt sofort ein Medikament. Er bekommt Schmerzmittel verschrieben und schont das Knie komplett. Er meidet Treppen, hört mit dem Spazierengehen auf und sitzt mehr auf der Couch. Nach vier Wochen ist die Muskulatur um das Knie herum geschrumpft. Die Instabilität nimmt zu, der Schmerz kommt beim ersten Belastungsversuch doppelt so stark zurück. Er landet wieder beim Arzt, bekommt eine stärkere Dosis und der Teufelskreis aus Inaktivität und Degeneration beginnt. Am Ende steht oft eine unnötige Operation an einem Knie, das einfach nur Führung und Kraft gebraucht hätte.

Der richtige Ansatz sieht völlig anders aus. Der Patient kommt mit demselben Knieschmerz. Statt reiner Schonung wird eine genaue Ganganalyse durchgeführt. Wir stellen fest, dass die Hüfte zu schwach ist und das Knie deshalb nach innen knickt. Der Patient erhält gezielte Übungen zur Kräftigung der Abduktoren. In der ersten Woche sind die Übungen anstrengend und vielleicht sogar kurzzeitig unangenehm. Doch nach drei Wochen stabilisiert sich das Gelenk. Der Schmerz lässt nach, nicht weil er betäubt wurde, sondern weil die mechanische Überlastung gestoppt ist. Nach drei Monaten läuft dieser Patient wieder schmerzfrei im Wald, ohne eine einzige Tablette genommen zu haben. Dieser Weg erfordert Disziplin, ist aber der einzige, der langfristig funktioniert.

Warum teure Bandagen oft Geldverschwendung sind

Der Markt für orthopädische Hilfsmittel ist riesig. Überall werden Kompressionsstrümpfe, Rückenstützen und High-Tech-Bandagen beworben, die angeblich die Haltung korrigieren oder das Gelenk „entlasten“. In der Realität sehe ich oft Patienten, die hunderte Euro für solche Produkte ausgeben, ohne einen Nutzen zu sehen.

Das Problem: Eine Bandage übernimmt die Arbeit Ihrer Muskeln. Wenn Sie eine Rückenstütze den ganzen Tag tragen, „denken“ Ihre tiefen Rückenmuskeln, dass sie nicht mehr arbeiten müssen. Sie erschlaffen weiter. Sobald Sie die Stütze ausziehen, bricht das System zusammen. Bandagen haben ihren Platz direkt nach einer Verletzung oder Operation zur kurzzeitigen Sicherung. Als Dauerlösung für Alltagsschmerzen sind sie kontraproduktiv. Sie züchten sich damit eine Schwäche an, die Sie später mühsam wieder wegtrainieren müssen. Investieren Sie das Geld lieber in einen guten Physiotherapeuten oder ein gezieltes Training unter Anleitung.

Die unterschätzte Rolle der Psychosomatik bei orthopädischen Problemen

Das klingt für viele Patienten erst einmal nach einer Beleidigung. „Ich bilde mir den Schmerz doch nicht ein!“ Nein, das tun Sie nicht. Der Schmerz ist real. Aber unser Gehirn ist lernfähig — leider auch im negativen Sinne. Wenn Schmerz über Monate besteht, bildet das Nervensystem ein sogenanntes Schmerzgedächtnis aus. Die Nerven feuern Signale, obwohl das Gewebe längst geheilt ist.

Wer diesen Aspekt ignoriert und nur rein mechanisch auf den Körper schaut, wird scheitern. Stress, Schlafmangel und chronische Anspannung führen zu einer erhöhten Muskelspannung (Tonus). Ein ohnehin schon gereizter Ischiasnerv reagiert darauf extrem empfindlich. In meiner Praxis habe ich oft erlebt, dass eine Anpassung der Lebensumstände oder Entspannungstechniken mehr bewirkt haben als jede manuelle Therapie. Orthopädie findet nicht nur im Knochen statt, sondern auch im Kopf. Wer das verleugnet, sucht ewig nach einer mechanischen Lösung für ein Problem, das eine ganzheitliche Antwort erfordert.

Praxis Für Orthopädie Thomas Steinfeltz Orthopäde und die Wahrheit über Einlagen

Kommen wir zu einem der größten Mythen: Die Einlage als Allheilmittel für alles von Kopfschmerz bis Fersensporn. Ja, Fehlstellungen der Füße können sich auf die gesamte Statik auswirken. Aber einfach nur ein Stück Kork oder Kunststoff unter den Fuß zu legen, löst selten das Problem an der Wurzel.

Die meisten Menschen haben heute eine schwache Fußmuskulatur, weil wir nur noch in gedämpften Schuhen auf flachen Böden herumlaufen. Eine Einlage ist passiv. Sie stützt das Gewölbe künstlich ab. Viel effektiver wäre es oft, den Fuß wieder arbeiten zu lassen. Barfußlaufen auf unebenem Grund, gezielte Fußgymnastik — das sind die Dinge, die echte Veränderung bringen. Ich sehe oft Patienten, die seit zehn Jahren Einlagen tragen und deren Füße immer platter werden. Warum? Weil die Muskulatur komplett verkümmert ist. Nutzen Sie Einlagen als Krücke für den Notfall, aber machen Sie es sich nicht zu bequem damit.

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  • Prüfen Sie, ob Ihre Schuhe überhaupt die richtige Größe haben — viele tragen zu kleine Schuhe.
  • Wechseln Sie regelmäßig das Schuhwerk, um unterschiedliche Reize zu setzen.
  • Trainieren Sie Ihre Zehen: Versuchen Sie mal, mit den Füßen eine Zeitung zu zerreißen. Das bringt oft mehr als jede Maßanfertigung.

Der Realitätscheck für Ihren Behandlungserfolg

Man muss ehrlich sein: Es gibt keine magische Heilung über Nacht für Probleme, die über Jahre entstanden sind. Wenn Sie jahrelang krumm am Schreibtisch saßen oder Ihren Körper durch extremes Übergewicht belastet haben, wird eine Behandlung von zwei Wochen das nicht korrigieren.

Erfolg in der Orthopädie ist harte Arbeit. Es ist eine Partnerschaft zwischen Arzt und Patient. Wenn Sie erwarten, dass Sie sich passiv auf eine Liege legen und nach 20 Minuten „geheilt“ aufstehen, werden Sie enttäuscht werden. Die eigentliche Therapie findet in den 23 Stunden statt, in denen Sie nicht in der Praxis sind. Wie sitzen Sie? Wie bewegen Sie sich? Machen Sie Ihre Übungen wirklich jeden Tag oder nur, wenn es gerade mal wieder besonders weh tut?

Viele Behandlungen scheitern nicht an der Kompetenz des Arztes oder der Qualität der Geräte, sondern an der mangelnden Umsetzung im Alltag. Es gibt keine Abkürzung. Wer dauerhaft schmerzfrei sein will, muss bereit sein, sein Verhalten zu ändern. Das ist unbequem, kostet Kraft und oft auch Überwindung, wenn das Wetter schlecht ist oder der Arbeitstag lang war. Aber es ist der einzige Weg, der Ihnen am Ende wirklich Zeit und Geld spart, weil er verhindert, dass Sie zum Dauerpatienten werden. Wer das akzeptiert, hat die erste und wichtigste Hürde zur Besserung bereits genommen. Alles andere ist nur teure Symptombekämpfung ohne echte Aussicht auf Erfolg.

LZ

Lisa Zimmermann

Zwischen Tagesaktualität und Hintergrundanalyse bringt Lisa Zimmermann Struktur in komplexe Themenlagen.