Das elektrische Licht im Londoner Barbican Centre flackerte für einen winzigen Augenblick, als die Schauspieler die Bühne betraten, doch der Wald, der sich vor den Zuschauern ausbreitete, brauchte keinen Strom. Er bestand aus kargen Metallgerüsten und Plastikplanen, und doch roch die Luft plötzlich nach feuchtem Moos und dem gefährlichen Versprechen einer Sommernacht. Ein junger Mann in der dritten Reihe lehnte sich vor, die Stirn in Falten gelegt, während er versuchte, die wirren Liebespfade von Hermia, Helena, Lysander und Demetrius zu entwirren, die dort oben im künstlichen Nebel aufeinanderprallten. Er hielt ein zerfleddertes Programmheft in den Händen, in dem er vor der Vorstellung hastig nach einer Summary A Midsummer Night's Dream gesucht hatte, um nicht den Faden zu verlieren. Aber Shakespeare, dieser alte Magier des Chaos, lachte ihm aus den Versen entgegen. Wer den Wald betritt, so scheint es, verliert nicht nur seinen Weg, sondern auch seinen Verstand, und genau darin liegt die zeitlose Kraft dieses Stücks.
Es ist eine Geschichte, die uns seit über vier Jahrhunderten verfolgt, weil sie einen Nerv trifft, den wir im Alltag lieber betäuben. Wir glauben gerne, dass unsere Zuneigung ein logisches Produkt unserer Wahl ist, ein wohlüberlegtes Urteil unseres Herzens. Doch dann schickt Shakespeare einen Kobold namens Puck aus, der einen magischen Saft in die Augen schlafender Liebender träufelt, und plötzlich ist derjenige, den man eben noch abgöttisch liebte, ein Fremder, während der verhasste Feind zum Zentrum des Universums wird. Diese Willkür der Begierde ist das schlagende, oft grausame Herz der Komödie. Wir sehen den jungen Athenern dabei zu, wie sie durch das Unterholz stolpern, und erkennen in ihrem Wahnsinn unsere eigenen irrationalen Brüche wieder.
Die Architektur der Verwirrung in Summary A Midsummer Night's Dream
Wenn Literaturwissenschaftler wie Harold Bloom über dieses Werk sprechen, betonen sie oft die mathematische Präzision, mit der Shakespeare das Chaos orchestriert. Es gibt vier Welten, die hier kollidieren: der strenge Hof von Athen, die flüchtige Geisterwelt der Elfen, die leidenschaftlichen Liebenden und die rührend tollpatschigen Handwerker. Jede dieser Gruppen bringt ihre eigene Sprache, ihre eigenen Sorgen und ihre eigene Blindheit mit in den Wald. Die Handwerker, angeführt vom unzerstörbaren Selbstbewusstsein eines Zettel, wollen ein Drama aufführen, verstehen aber nicht einmal die Grenze zwischen Realität und Spiel. Sie fürchten, dass ein Löwe auf der Bühne die Damen im Publikum erschrecken könnte, und planen deshalb, den Schauspieler hinter einer Maske hervorschauen zu lassen, um die Illusion proaktiv zu zerstören.
Der Esel im Spiegel der Gesellschaft
Zettel, der Weber, ist vielleicht die menschlichste Figur in diesem gesamten Gefüge. Während die Adligen mit hochtrabenden Worten über Ehre und Gesetz streiten, ist er derjenige, der buchstäblich in ein Tier verwandelt wird und dennoch die Liebe einer Königin empfängt. Als Titania, die Elfenherrscherin, unter dem Einfluss des Zaubers erwacht und sich in den eselsköpfigen Zettel verliebt, erreicht das Stück seine absurdeste und zugleich tiefgründigste Ebene. Es ist eine Parodie auf die höfische Liebe, aber auch eine Erinnerung daran, dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt – selbst wenn dieses Auge mit magischem Pflanzensaft manipuliert wurde.
In der deutschen Theaterlandschaft hat dieses Werk eine besondere Heimat gefunden. Von Max Reinhardts opulenten Inszenierungen im frühen 20. Jahrhundert bis hin zu modernen, kargen Deutungen an der Berliner Schaubühne wurde immer wieder versucht, den Kern dieser Nacht zu fassen. Was die deutschen Romantiker an dem Stoff faszinierte, war die Aufhebung der Vernunft. In einer Zeit, in der die Aufklärung versprach, die Welt durch Logik zu erklären, hielt Shakespeare dagegen und behauptete, dass wir in unseren Träumen Gebiete betreten, die keiner Karte folgen. Der Wald vor den Toren Athens ist kein geografischer Ort; er ist der Raum zwischen unseren Gedanken, in dem die Unterdrückung des Tageslichts der Freiheit der Finsternis weicht.
Die Forschung deutet darauf hin, dass Shakespeare das Stück für eine aristokratische Hochzeit schrieb, was die Rahmenhandlung um die Vermählung von Theseus und Hippolyta erklärt. Aber das, was als feierliches Auftragswerk begann, entwickelte eine submissive Eigendynamik. Die Ordnung, die Theseus am Anfang repräsentiert – ein Gesetz, das einer Tochter mit dem Tod droht, wenn sie nicht den Mann heiratet, den der Vater wählt –, wird im Wald nicht durch Argumente besiegt, sondern durch Erschöpfung. Am Ende sind alle so verwirrt, so müde von ihren eigenen Emotionen, dass sie die neue Realität einfach akzeptieren.
Es ist bezeichnend, wie sehr wir uns nach einer klaren Summary A Midsummer Night's Dream sehnen, wenn wir mit der Komplexität unserer eigenen Beziehungen konfrontiert werden. Wir wollen wissen, wer am Ende wen bekommt und warum. Aber die Antwort des Stücks ist entwaffnend einfach: Weil der Morgen graut. Die Geister verschwinden, der Tau trocknet, und die Liebenden erwachen mit einer vagen Erinnerung an einen Traum, den sie nicht in Worte fassen können. Sie kehren zurück in die Stadt, zurück in die Zivilisation, aber sie tragen den Wald in ihren Augen.
Diese Rückkehr zur Ordnung ist das vielleicht Melancholischste an der gesamten Erzählung. Theseus tut die Erlebnisse der jungen Leute als bloße Einbildung ab. Er spricht davon, dass der Wahnsinnige, der Liebende und der Dichter aus der gleichen Substanz gemacht sind. Für ihn ist das alles nur „antike Fabeln“ und „Feenspielzeug“. Doch wir als Zuschauer wissen es besser. Wir haben gesehen, wie die Königin einen Esel küsste. Wir haben den Schmerz Helenas gespürt, die glaubte, verspottet zu werden, als plötzlich beide Männer um sie warben. Wir wissen, dass die Realität des Hofes nur eine hauchdünne Schicht über dem Abgrund des Unbewussten ist.
Wenn die Handwerker schließlich ihr Stück im Palast aufführen – eine Geschichte von Pyramus und Thisbe, die eigentlich tragisch enden sollte, aber durch ihre Unbeholfenheit zur Farce wird –, blicken wir in einen Spiegel. Wir sehen Menschen, die versuchen, Kunst zu machen, die versuchen, die großen Gefühle der Welt in Worte zu fassen, und dabei kläglich scheitern. Die Aristokraten lachen über die Einfalt der Weber und Schneider, ohne zu merken, dass sie selbst gerade erst Marionetten in einem viel größeren Spiel waren, das von Oberon und Puck gelenkt wurde.
Es gibt eine wissenschaftliche Debatte darüber, ob die Feenwelt eine Metapher für die Naturkräfte ist, die durch den Streit zwischen Oberon und Titania aus dem Gleichgewicht geraten sind. Titania beschreibt in einer berühmten Passage, wie die Jahreszeiten verwechselt werden, wie der Frost in den Schoß der Rose fällt und das Korn auf dem Feld verrottet, weil das Herrscherpaar der Elfen sich zankt. In Zeiten des Klimawandels gewinnt diese ökologische Dimension des Stücks eine neue, beunruhigende Aktualität. Die Natur ist nicht nur die Kulisse für menschliches Drama; sie ist ein Mitspieler, der auf unsere inneren Konflikte reagiert.
Aber am Ende ist es nicht die Ökologie oder die Literaturtheorie, die uns im Sessel hält. Es ist die Erleichterung. Wenn Puck am Ende vor das Publikum tritt und darum bittet, alles als einen Traum zu betrachten, falls man sich beleidigt gefühlt hat, gibt er uns die Erlaubnis, wieder in unsere geordnete Welt zurückzukehren. Er löst die Spannung auf, die sich über fünf Akte aufgebaut hat. Die Schatten, so sagt er, sind nur Täuschung. Doch während wir das Theater verlassen und in die kühle Nachtluft treten, tasten wir unbewusst nach unseren eigenen Köpfen, um sicherzugehen, dass dort keine langen, pelzigen Ohren gewachsen sind.
Der junge Mann im Barbican Centre schlug sein Programmheft zu, als der Applaus losbrach. Er hatte den Überblick über die Verwechslungen längst verloren, aber sein Herz klopfte schneller. Er sah seine Begleiterin an und fragte sich für einen flüchtigen Moment, welcher Zaubersaft wohl in seinen eigenen Augen gewirkt hatte, als er sich in sie verliebte. Es war keine rationale Erkenntnis, die er aus dem Theater mitnahm, sondern ein Gefühl der Verbundenheit mit all den Träumern, die vor ihm durch diesen Wald gewandert waren.
Die Magie der Sommernacht liegt nicht darin, dass sie uns Antworten gibt, sondern dass sie uns erlaubt, die Fragen für eine Weile zu vergessen. Wir sind alle Schauspieler in einem Stück, dessen Skript wir nicht kennen, und manchmal ist das Beste, was wir tun können, dem Kobold zu vertrauen, der uns durch das Dunkel führt.
Wenn der letzte Vorhang fällt und die Lichter im Saal langsam heller werden, bleibt nur das Echo eines Lachens im Gebälk zurück.