wie tief ist der forggensee

wie tief ist der forggensee

Das Bayerische Landesamt für Umwelt überwacht die Pegelstände des größten bayerischen Stausees im Allgäu kontinuierlich, um den Hochwasserschutz am unteren Lech zu gewährleisten. Die Behörde beantwortet dabei regelmäßig die technische Frage, Wie Tief Ist Der Forggensee im Verhältnis zu seinem saisonalen Bewirtschaftungsplan. Da der See primär der Speicherung von Schmelzwasser dient, unterliegt sein Wasserspiegel im Jahresverlauf massiven Schwankungen von bis zu 16 Metern.

Der Kraftwerksbetreiber Uniper Kraftwerke GmbH reguliert den Abfluss am Staudamm Roßhaupten gemäß strenger wasserrechtlicher Vorgaben. Während des Winterhalbjahres wird der See fast vollständig entleert, um Platz für die Frühjahrshochwasser zu schaffen. Die maximale Tiefe des Gewässers wird bei Erreichen des Vollstaus im Frühsommer gemessen und beträgt an der tiefsten Stelle vor der Staumauer etwa 35 Meter.

Technische Daten und Wie Tief Ist Der Forggensee bei Vollstau

Der See umfasst bei einem maximalen Stauziel von 780,50 Metern über Normalhöhennull eine Fläche von 15,2 Quadratkilometern. Ingenieure der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen dokumentieren die Tiefenverhältnisse des Beckens, das ursprünglich zur Stromerzeugung und Niedrigwasseraufhöhung konzipiert wurde. Die Sohle des Sees liegt in der Nähe des Damms auf einer Höhe von etwa 745 Metern über dem Meeresspiegel.

Wenn Besucher im Hochsommer fragen, Wie Tief Ist Der Forggensee an den Uferbereichen, variiert die Antwort je nach Topographie des ehemaligen Lechtals. Das Gelände fällt zum Teil flach ab, während es in den ehemaligen Flussbetten des Lechs steile Kanten aufweist. Diese topographischen Besonderheiten stammen noch aus der Zeit vor der Flutung im Jahr 1954, als landwirtschaftliche Flächen und Siedlungsteile dem Projekt weichen mussten.

Die Vermessungsdaten des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung dienen als Grundlage für die Schifffahrt auf dem Gewässer. Kapitänshäuser und private Bootsführer orientieren sich an den täglich aktualisierten Pegelwerten, um Grundberührungen in den flacheren Randzonen zu vermeiden. Die Tiefe in der Seemitte beträgt bei normalem Sommerstau durchschnittlich 15 bis 20 Meter.

Geologische Beschaffenheit des Beckengrundes

Die Geologie des Bodens besteht vorwiegend aus würmeiszeitlichen Ablagerungen und Erosionsmaterial des Alpenrandes. Geologen erklären, dass sich im Laufe der Jahrzehnte Sedimente am Grund ablagerten, was die ursprüngliche Beckentiefe geringfügig veränderte. Dieser Prozess der Verlandung ist ein natürliches Phänomen bei künstlich angelegten Speichersystemen in Gebirgsnähe.

Untersuchungen des Wasserwirtschaftsamtes Kempten zeigen, dass die Strömungsgeschwindigkeit des Lechs innerhalb des Sees stark abnimmt. Dies führt dazu, dass feine Schwebstoffe absinken und eine weiche Sedimentschicht bilden. Diese Schicht beeinflusst die Messungen der Wassertiefe per Echolot, da die Signale je nach Dichte des Untergrunds variieren können.

Archäologen nutzen die jährliche Absenkung des Wasserspiegels, um Siedlungsreste aus römischer Zeit und dem Mittelalter zu untersuchen. Wenn der See im Winter fast leer ist, treten die Fundamente ehemaliger Bauernhöfe und Trassen der Via Claudia Augusta wieder zum Vorschein. Diese historischen Strukturen liegen oft nur wenige Meter unter dem sommerlichen Wasserspiegel, während die tiefsten Rinnen unzugänglich bleiben.

Hochwasserschutz und ökologische Auswirkungen der Regulierung

Der See dient als Puffer für das Schmelzwasser der Ammergauer Alpen und des Lechtals. Das Wasserwirtschaftsamt Kempten betont die Bedeutung des Rückhaltevolumens von über 160 Millionen Kubikmetern für die Sicherheit der flussabwärts gelegenen Städte wie Augsburg. Die Tiefe des Sees wird somit zum Gradmesser für die verfügbare Kapazität im Falle extremer Wetterereignisse.

Ökologen kritisieren die starken Schwankungen des Wasserstandes, da sie die Ausbildung einer stabilen Ufervegetation verhindern. Viele Fischarten finden in den flachen Zonen keine dauerhaften Laichgründe, da diese Gebiete im Winter trockenfallen. Die zuständigen Behörden versuchen, durch vorsichtige Anpassungen der Stauregeln einen Kompromiss zwischen Wirtschaftlichkeit und Naturschutz zu finden.

Der Bund Naturschutz in Bayern weist darauf hin, dass die künstliche Regulierung das thermische Gefüge des Gewässers beeinflusst. Tiefe Wasserschichten bleiben auch im Sommer kühl, was Auswirkungen auf die Sauerstoffsättigung und die Algenbildung hat. Die Wasserqualität wird monatlich an verschiedenen Stellen und Tiefen durch Fachpersonal geprüft und als sehr gut eingestuft.

Auswirkungen auf die lokale Fischerei und Fauna

Berufsfischer am See berichten von wandernden Fischschwärmen, die sich je nach Wassertiefe und Temperatur in unterschiedliche Zonen zurückziehen. Renken und Seeforellen bevorzugen die tieferen, sauerstoffreichen Bereiche unterhalb der Sprungschicht. In den Sommermonaten liegt diese thermische Trennung oft in einer Tiefe von etwa zehn Metern.

Die Entleerung im Winter zwingt die Fischbestände, sich auf die verbleibende Restfläche im alten Flussbett des Lechs zu konzentrieren. Dies macht die Bestände anfälliger für natürliche Fressfeinde, wird jedoch durch regelmäßige Besatzmaßnahmen der Fischereivereine ausgeglichen. Die Tiefe des verbleibenden Kanals sichert das Überleben der Tiere während der Frostperiode.

Wasservögel nutzen den See vor allem im Frühjahr und Herbst als Rastplatz. Für sie sind die flachen Randbereiche wichtiger als die maximale Beckentiefe, da sie dort Nahrung in Form von Wasserpflanzen und Kleinstlebewesen finden. Die wechselnden Pegelstände schaffen immer wieder neue, temporäre Lebensräume entlang der Kilometerlangen Uferlinie.

Energiegewinnung durch Wasserkraft am Staudamm Roßhaupten

Das Wasserkraftwerk Roßhaupten nutzt den hydrostatischen Druck, der durch den Höhenunterschied zwischen Seeoberfläche und Turbinenhaus entsteht. Mit einer installierten Leistung von knapp 50 Megawatt leistet die Anlage einen Beitrag zur regionalen Stromversorgung aus erneuerbaren Energien. Die Effizienz der Stromerzeugung hängt unmittelbar vom aktuellen Füllstand und der damit verbundenen Fallhöhe ab.

Techniker der Uniper Kraftwerke GmbH überwachen die Funktion der Kaplan-Turbinen im Inneren des Damms. Der Druck des Wassers in 30 Metern Tiefe erfordert massive Stahlbetonkonstruktionen und regelmäßige Materialprüfungen. Taucher untersuchen in mehrjährigen Abständen die Einlaufrechen und die Betonwände auf Risse oder Erosion durch Geschiebe.

Die jährliche Revision der technischen Anlagen findet meist in der Zeit des niedrigsten Wasserstandes statt. Dies reduziert den logistischen Aufwand für Reparaturen an den sonst unter Wasser liegenden Bauteilen. Die Kosten für die Instandhaltung solcher Großanlagen bewegen sich im siebenstelligen Bereich pro Jahr.

Tourismus und Schifffahrt im saisonalen Wandel

Die Forggenseeschifffahrt betreibt zwei Fahrgastschiffe, die MS Allgäu und die MS Füssen, während der Hauptsaison von Juni bis Oktober. Der Fahrplan richtet sich streng nach dem Erreichen des Vollstaus, da die Schiffe bei niedrigem Wasserstand die Anlegestellen nicht anlaufen können. Touristikverbände bewerben die Rundfahrten als eine der Hauptattraktionen der Region Füssen.

Segler und Windsurfer nutzen die weite Fläche des Sees, müssen jedoch die Untiefen im Bereich der Halbinseln beachten. In offiziellen Seekarten sind die gefährlichen Stellen markiert, die bei sinkendem Pegelstand kurz unter der Wasseroberfläche liegen. Die Wassertiefe ist für Segelboote mit festem Kiel oft der limitierende Faktor für die Wahl des Liegeplatzes.

Badeurlauber finden an den öffentlichen Stränden meist sandige oder kiesige Untergründe vor. Die Wassertemperatur steigt im Sommer in den flacheren Bereichen auf bis zu 24 Grad Celsius an. In der Tiefe bleibt das Wasser hingegen deutlich kühler, was bei Schwimmern zu Kreislaufproblemen führen kann, wenn sie die Sprungschicht unterschreiten.

Sicherheitshinweise für Freizeitsportler

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt vor den tückischen Strömungen in der Nähe des Staudamms und des Lecheinlaufs. Trotz der scheinbaren Ruhe der Wasseroberfläche können in der Tiefe starke Sogwirkungen entstehen, insbesondere wenn die Turbinen unter Volllast laufen. Absperrungen und Bojenketten markieren die lebensgefährlichen Verbotszonen.

Rettungseinsätze bei Bootsunfällen gestalten sich schwierig, wenn die genaue Wassertiefe und die Bodenbeschaffenheit nicht bekannt sind. Die Einsatzkräfte nutzen spezialisierte Sonargeräte, um im Notfall vermisste Personen oder Gegenstände am Grund zu orten. Die Bergung aus Tiefen von über 30 Metern erfordert professionelle Tauchausrüstung und spezielle Dekompressionsverfahren.

Zukunftsaussichten und klimatische Veränderungen

Klimaforscher der Technischen Universität München untersuchen die Auswirkungen steigender Durchschnittstemperaturen auf die alpinen Speicherseen. Erwartet wird eine Verschiebung der Zuflussmengen, da die Schneeschmelze in den Alpen früher einsetzt und sommerliche Trockenperioden häufiger auftreten könnten. Dies würde eine Anpassung des bisherigen Bewirtschaftungsplans des Forggensees erfordern.

Ein verändertes Management der Wasserressourcen könnte bedeuten, dass der See im Sommer nicht mehr konstant auf seinem maximalen Stauziel gehalten werden kann. Dies hätte direkte Konsequenzen für die Schifffahrt und die touristische Nutzung der Uferbereiche. Die Strategie für die kommenden Jahrzehnte sieht vor, die Flexibilität des Speichers zu erhöhen, um sowohl Dürren als auch Sturzfluten abzufangen.

In den kommenden Jahren stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten am Betonkörper der Staumauer Roßhaupten an. Diese Maßnahmen könnten dazu führen, dass der See auch während der Sommermonate teilweise abgesenkt bleiben muss. Die genauen Zeitpläne für diese technischen Eingriffe werden derzeit zwischen dem Freistaat Bayern und dem Betreiber abgestimmt, wobei die Sicherheit der Bevölkerung oberste Priorität behält.

SB

Stefan Braun

Stefan Braun hat für verschiedene Online-Redaktionen gearbeitet und steht für Qualitätsjournalismus mit Substanz.