cars of fast and furious 8

cars of fast and furious 8

Wer bei einem Film der "Fast"-Reihe nur an tiefergelegte Kleinwagen mit Unterbodenbeleuchtung denkt, hat den Anschluss längst verloren. Die Zeiten, in denen wir uns über bunte Lackierungen und riesige Spoiler an japanischen Importautos freuten, sind vorbei. Im achten Teil der Saga, auch bekannt als "The Fate of the Furious", wurde das Spiel auf ein völlig neues Level gehoben. Es ging nicht mehr nur um Straßenrennen in Los Angeles. Es ging um gepanzerte Ungetüme, exotische Hypercars und sogar einen Panzer auf dem Eis von Sibirien. Die Cars Of Fast And Furious 8 repräsentieren einen Wendepunkt in der gesamten Franchise-Geschichte, weg von der Tuner-Subkultur hin zu militärischer Hardware und sündhaft teuren Prototypen. Ich habe mir die Fahrzeugliste genau angeschaut und eins ist sicher: Dieser Film war purer automobiler Wahnsinn.

Die Rückkehr des Muscle-Car-Königs im Eis

Dominic Toretto bleibt seinen Wurzeln treu. Fast. Sein primäres Fahrzeug im großen Finale in Russland war ein 1968er Dodge Charger, aber eben kein gewöhnlicher. Dieser Wagen wurde für das Eis modifiziert. Er hatte einen massiven Breitbau und einen Motor, der so weit hinten saß, dass man fast von einem Mittelmotor-Layout sprechen konnte. Die Techniker der Produktion bauten dieses Monster mit einem Allradantrieb, um auf der gefrorenen Oberfläche überhaupt Grip zu finden.

Das Spannende an diesem Charger ist die Technik unter der Haube. Es war kein klassischer V8-Saugmotor allein. Der Wagen im Film sollte eine EMP-Waffe transportieren. In der Realität trieb ein LS-V8 von Chevrolet das Biest an, was unter Hardcore-Mopar-Fans oft für hitzige Diskussionen sorgt. Warum nimmt man einen Chevy-Motor für einen Dodge? Ganz einfach. Zuverlässigkeit beim Dreh. Wenn du am Set in Island stehst und die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, brauchst du Technik, die beim ersten Schlüsseldreh anspringt. Die Stunt-Koordinatoren setzen hier auf bewährte Hardware, die leicht zu reparieren ist.

Der Dodge Demon als Marketing-Geniestreich

Ein weiteres Highlight war der Auftritt des Dodge Challenger SRT Demon. Das Timing war perfekt. Dodge stellte das Auto fast zeitgleich mit dem Filmstart vor. Mit über 800 PS und der Fähigkeit, beim Anfahren die Vorderräder zu heben, passte der Demon ideal in die Welt von Dom und seiner Crew. Es war eine der effektivsten Produktplatzierungen der letzten Jahre. Man sah den Wagen in der Eröffnungsszene in Berlin, wo die Truppe eine massive Abrissbirne nutzte, um ihre Verfolger auszuschalten. Hier wurde klar, dass der Demon nicht nur ein Auto ist. Er ist eine Ansage.

Plymouth GTX für die New Yorker Straßen

In den Straßenschluchten von New York City setzte Toretto auf einen 1971er Plymouth GTX. Schwarz, breit und absolut böse. Dieses Auto verkörpert die pure Aggression der Figur in diesem Teil der Reihe. Während er sich gegen seine eigene Familie stellte, brauchte er ein Fahrzeug, das Dominanz ausstrahlt. Der GTX ist ein seltener Klassiker. Ihn in einer Hochgeschwindigkeits-Verfolgungsjagd durch Manhattan zu sehen, lässt jedem Autoliebhaber das Herz bluten und gleichzeitig höher schlagen. Die Wahl fiel bewusst auf dieses Modell, um sich vom Standard-Charger abzuheben, den wir schon in fast jedem anderen Teil gesehen haben.

Technische Highlights und die Cars Of Fast And Furious 8

Wenn man über die Cars Of Fast And Furious 8 spricht, kommt man an den technischen Spielereien nicht vorbei. Der Film markierte den Moment, in dem die Fahrzeuge zu echten Werkzeugen der Kriegsführung wurden. Es war nicht mehr wichtig, wer die schnellste Zeit auf der Viertelmeile fährt. Es ging darum, wer die stärkste Panzerung und die beste Offroad-Fähigkeit besitzt.

Letty, gespielt von Michelle Rodriguez, fuhr einen Local Motors Rally Fighter. Das ist ein faszinierendes Fahrzeug aus der echten Welt. Local Motors war eine Firma, die auf Co-Creation setzte. Das Design stammt aus einer Community-Plattform. Der Rally Fighter nutzt einen BMW-Dieselmotor oder einen GM-V8 und hat einen Federweg, der fast alles schluckt. In den schneebedeckten Ebenen von Island war dieses Auto in seinem Element. Es zeigt den Mut der Filmemacher, nicht nur auf bekannte Marken wie Ferrari oder Lamborghini zu setzen, sondern auch Nischenfahrzeuge ins Rampenlicht zu rücken.

Tej und sein Ripsaw Panzer

Ludacris alias Tej Parker durfte in diesem Teil wohl das beeindruckendste Spielzeug steuern: den Ripsaw. Das ist kein modifizierter Pkw. Das ist ein echter, leichter Luxus-Panzer, der von Howe & Howe Technologies entwickelt wurde. Ursprünglich für das Militär konzipiert, ist der Ripsaw für seine unglaubliche Geschwindigkeit auf Ketten bekannt. Er kann über 100 km/h schnell fahren. Im Film wurde er mit einem ferngesteuerten Maschinengewehr ausgestattet. Das ist kein CGI-Effekt. Das Fahrzeug existiert wirklich und wird oft als das schnellste Kettenfahrzeug der Welt bezeichnet. Es war die logische Konsequenz für einen Charakter, der sich vom Mechaniker zum Technik-Genie entwickelt hat.

Roman Pearces Liebe zum Luxus

Roman, der Sprücheklopfer der Gruppe, blieb seinem Image treu. Während alle anderen mit zweckmäßigen, gepanzerten Maschinen durch den Schnee pflügten, entschied er sich für einen orangefarbenen Lamborghini Murciélago LP640. Ein totaler Fehlgriff für die Arktis? Absolut. Aber genau das macht den Charme aus. Der Kontrast zwischen dem italienischen Edel-Renner und der kargen Eislandschaft lieferte einige der besten Bilder des Films. Natürlich hatte der Wagen auf dem Eis keinerlei Traktion. In der Realität hätte er keinen Meter geschafft. Doch für das Kino-Spektakel war es brillant. Es verdeutlichte Romans Charakter: Stil geht vor Substanz.

Die Zerstörung von Millionen in New York

Eine der kontroversesten Szenen war der "Zombie-Car"-Hack. Cipher, die Bösewichtin des Films, hackte tausende Autos in New York, um sie wie eine Lawine auf einen Konvoi stürzen zu lassen. Hunderte Fahrzeuge fielen aus Parkhäusern. Das war ein logistischer Albtraum für das Stunt-Team. Die meisten dieser Wagen waren natürlich Schrottautos, die für den Film optisch aufbereitet wurden. Dennoch wurden für diese Sequenz Unmengen an Metall verformt.

Besonders interessant war dabei der Einsatz von echten Luxuswagen. In der Tiefgarage, die als Basis für die Crew diente, standen Schätze im Wert von mehreren Millionen Dollar. Ein Nissan IDx Konzeptfahrzeug war dort zu sehen. Das ist ein Auto, das es nie in Serie gab. Es existieren nur sehr wenige Prototypen weltweit. Dass die Produktion Zugriff auf solche Raritäten erhielt, zeigt den Stellenwert, den die Reihe bei den Herstellern mittlerweile genießt.

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Der Bentley Continental GT in den Straßenschluchten

Roman durfte in New York einen Bentley Continental GT fahren. Weiß und verchromt. Das Auto passte perfekt zum Luxus-Vibe der Stadt. Aber auch hier gab es Modifikationen. Der Bentley wurde tiefergelegt und mit riesigen Felgen bestückt. Er sollte zeigen, dass die Crew nun zur Elite gehört. Sie sind keine kleinen Diebe mehr. Sie sind internationale Agenten mit unbegrenztem Budget. Der Bentley war das Symbol für diesen Aufstieg. Er war schnell, elegant und trotzdem schwer genug, um in den engen Kurven von Manhattan eine gute Figur zu machen.

Deckard Shaws britische Eleganz

Jason Statham alias Deckard Shaw brachte eine europäische Note in den Fuhrpark. Sein Jaguar F-Type war eine exzellente Wahl. Der F-Type ist bekannt für seinen aggressiven Sound und sein präzises Handling. In der Szene, in der die Crew versucht, Dom einzukesseln, sieht man die Agilität des Jaguars. Er wirkte wie ein Skalpell zwischen all den schweren amerikanischen Vorschlaghämmern. Das unterstreicht Shaws Hintergrund als ehemaliger Special-Forces-Agent. Effizienz und Präzision statt roher Gewalt.

Hinter den Kulissen der Fahrzeugproduktion

Dennis McCarthy ist der Mann, dem wir diese Auswahl zu verdanken haben. Er ist der verantwortliche Koordinator für alle Fahrzeuge der Serie. Sein Job ist es, Autos zu finden, die die Persönlichkeit der Charaktere widerspiegeln. Er muss sicherstellen, dass die Wagen nicht nur gut aussehen, sondern auch den Belastungen der Stunts standhalten. Oft werden von einem einzigen Modell bis zu zehn identische Kopien gebaut. Einer ist für die Nahaufnahmen (der "Hero Car"), einer für Sprünge, einer für Überschläge und so weiter.

In Teil acht war die Herausforderung besonders groß. Man musste Fahrzeuge für drei völlig unterschiedliche Umgebungen bauen: die Hitze und den Staub von Kuba, die engen Straßen von New York und die extreme Kälte Islands. Jede Umgebung stellt andere Anforderungen an die Mechanik. In Kuba sahen wir den "Racin' Junk", einen völlig verrosteten 1949er Chevrolet Fleetline. Dom nutzte ihn für ein Rennen zu Beginn des Films. Dieser Wagen war ein technisches Wunderwerk unter einer hässlichen Hülle. Er hatte einen massiven Turbolader, der mit einer Schnur manuell überlastet wurde. Das ist genau das, was Fans an der Serie lieben: Erfindergeist und mechanischer Wahnsinn.

Die Bedeutung von echten Stunts

Trotz der zunehmenden Nutzung von Computeranimationen legt die Crew Wert auf echte Stunts. Wenn ein Panzer über das Eis rast, dann ist das meistens auch so gefilmt worden. Die Erschütterungen, der aufgewirbelte Schnee und die physische Präsenz der Maschinen lassen sich nur schwer künstlich erzeugen. Das Budget für die Fahrzeuge in diesem Teil lag im zweistelligen Millionenbereich. Das ist mehr, als viele andere Filme für ihre gesamte Produktion zur Verfügung haben.

Man muss sich das mal vorstellen: Für die Szenen in Island wurden die Fahrzeuge per Schiff und Flugzeug in die entlegensten Winkel transportiert. Es wurden spezialisierte Mechaniker-Teams angeheuert, die nur dafür da waren, die Motoren bei extremen Minusgraden am Laufen zu halten. Das ist ein enormer Aufwand, der sich am Ende in der Authentizität der Bilder auszahlt. Die Zuschauer spüren, wenn Metall auf Metall trifft und kein Pixelbrei über die Leinwand flimmert.

Ein Erbe aus Stahl und Benzin

Die Auswahl der Fahrzeuge hat den Ruf der Reihe als Mekka für Autonarren gefestigt. Man schaut diese Filme nicht wegen der tiefgründigen Dialoge. Man schaut sie, um Maschinen zu sehen, die Dinge tun, die eigentlich unmöglich sind. Die Mischung aus Nostalgie durch klassische Muscle Cars und futuristischer Technologie durch gepanzerte Fahrzeuge hält die Spannung hoch.

Es gibt immer wieder Diskussionen darüber, ob die Serie ihren Kern verloren hat. Viele Fans der ersten Stunde wünschen sich die bescheidenen Anfänge zurück. Aber man muss ehrlich sein: Mit einem Honda Civic gewinnt man heute keinen Krieg mehr gegen eine Terroristin wie Cipher. Die Evolution der Autos war notwendig, um mit der Skalierung der Geschichte Schritt zu halten. Von der Straße in die Weltpolitik – das erfordert eben schwereres Gerät.

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Was Sammler heute zahlen

Interessanterweise hat die Präsenz bestimmter Modelle im Film deren Marktwert beeinflusst. Ein Plymouth GTX oder ein früher Dodge Charger sind heute gesuchte Sammlerstücke. Wer ein Fahrzeug sucht, das tatsächlich am Set verwendet wurde, muss tief in die Tasche greifen. Diese Autos werden oft auf spezialisierten Auktionen wie Barrett-Jackson versteigert. Sie sind nicht nur Transportmittel, sondern Filmgeschichte. Oft behält die Produktion einige der Hero Cars für interne Museen oder spätere Ausstellungen.

Die Rolle des Sounddesigns

Ein oft unterschätzter Aspekt ist der Klang. Jedes Auto im achten Teil hat eine eigene akustische Signatur. Der Charger klingt tief und grollend, fast wie ein Tier. Der Jaguar von Shaw hat ein hohes, heiseres Schreien. Die Toningenieure verbringen Wochen damit, die echten Motorengeräusche auf Rennstrecken aufzunehmen. In der Postproduktion werden diese Sounds dann so bearbeitet, dass sie im Kino den Sessel zum Beben bringen. Wenn Dom das Gaspedal durchdrückt, muss das Publikum den Druck in der Brust spüren. Das ist die Magie der Cars Of Fast And Furious 8.

Was du aus dem Film für dein eigenes Projekt lernen kannst

Du musst kein Hollywood-Budget haben, um Inspiration aus diesen Fahrzeugen zu ziehen. Es geht um das Konzept. Jedes Auto im Film erzählt eine Geschichte. Wenn du selbst an einem Projekt arbeitest, sei es ein Tuning-Fahrzeug oder eine Restauration, überlege dir genau: Was soll das Auto aussagen?

  1. Konsistenz ist alles: Wähle Teile, die zum Gesamtbild passen. Doms Charger ist funktional und brutal. Nichts an diesem Wagen ist nur zur Zierde da. Jede Strebe und jeder Niet hat einen Zweck.
  2. Mut zur Nische: Der Rally Fighter hat gezeigt, dass man mit unbekannten Marken große Aufmerksamkeit erregen kann. Suche nach Fahrzeugen, die nicht jeder auf dem Schirm hat. Individualität sticht den Mainstream.
  3. Technik vor Optik: Ein schöner Lack bringt dir nichts, wenn die Kiste nicht zuverlässig läuft. Investiere zuerst in die Mechanik. Die Stunt-Crews machen es vor: Ein zuverlässiger LS-V8 ist oft mehr wert als ein originalgetreuer, aber zickiger Motor.
  4. Kenne deine Quellen: Informiere dich auf Plattformen wie der Internet Movie Cars Database, um Details über die verwendeten Umbauten zu erfahren. Dort findest du oft Informationen über die Getriebe, Fahrwerke und Reifenmarken, die in den Filmen genutzt wurden.

Wenn du das nächste Mal den achten Teil siehst, achte nicht nur auf die Explosionen. Schau dir an, wie die Fahrzeuge in den Kurven liegen. Beobachte die Details an den Überrollkäfigen. Es steckt mehr Handarbeit und echtes Engineering in diesen Hollywood-Schleudern, als man auf den ersten Blick vermuten mag. Diese Autos sind die eigentlichen Stars, und sie haben ihren Platz in der Popkultur mehr als verdient. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Egal wie viel CGI möglich ist, nichts ersetzt das Brüllen eines echten V8-Motors auf freier Strecke.

Genau das ist es, was wir an dieser Reihe lieben. Es ist die maßlose Übertreibung, verpackt in wunderschönes Blech. Und auch wenn die physikalischen Gesetze oft nur eine Empfehlung sind, bleibt die Liebe zum Automobil der Kern des Ganzen. Geh raus, schraub an deinem eigenen Projekt und denk daran: Es kommt nicht darauf an, wie du neben deinem Auto stehst, sondern wie du damit fährst. Viel Erfolg bei deinem nächsten Vorhaben auf der Straße oder in der Werkstatt. Wer weiß, vielleicht ist dein Wagen ja die Inspiration für den nächsten großen Blockbuster. Das Potenzial steckt in jedem Garagenfund, man muss es nur sehen wollen.

SB

Stefan Braun

Stefan Braun hat für verschiedene Online-Redaktionen gearbeitet und steht für Qualitätsjournalismus mit Substanz.